Nur sehr wenige Menschen kommen ab der zweiten Lebenshälfte dauerhaft ohne Zahnersatz aus. Doch der kann teuer werden: Auch wenn die gesetzliche Krankenkasse einen Teil der Zahnersatzkosten übernimmt, müssen Patienten nahezu immer einen Eigenanteil aufbringen.

Was zahlt die Krankenkasse bei Zahnersatz?

Welche Leistungen für Zahnersatz von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, wird durch die sogenannte Zahnersatz-Richtlinie definiert. Die Höhe der übernommenen Kosten wird wiederum in den Festzuschuss-Richtlinien bestimmt. Wählen Sie als Patient Zahnersatz, der über das medizinisch Notwendige (Regelversorgung) hinausgeht, steigen die Kosten und der selbst zu zahlende Eigenanteil meistens erheblich.

Was ist ein Festzuschuss bei Zahnersatz?

Der sogenannte Festzuschuss ist der Anteil, mit dem sich die Krankenkassen an den Kosten des Zahnersatzes beteiligen. Der Anspruch auf den Festzuschuss ist seit 2005 per Gesetz geregelt und beträgt in der Regel 60 % der Kosten im Rahmen der Regelversorgung. Als Regelversorgung gilt eine Behandlung, die die gesetzliche Krankenkasse als ausreichend, notwendig und wirtschaftlich einstuft. Wer über einen Zeitraum von fünf Jahren mindestens einmal jährlich beim Zahnarzt war, erhält einen Zuschuss von 70 %, bei einem Zeitraum von zehn Jahren 75 %. Die Differenz zwischen Gesamtkosten und Festzuschuss muss vom Patienten selbst aufgebracht werden, wenn keine Härtefallregelung greift. (Dafür muss jedoch ein entsprechender Antrag bei der Krankenkasse eingereicht werden.)

Wie berechnet sich der Festzuschuss bei Zahnersatz?

Für die Ermittlung des Festzuschusses sind in der Festzuschuss-Richtlinie acht Befundklassen festgelegt. Jeder Befundklasse ist ein Eurobetrag für den Festzuschuss zugeordnet. Der Zahnarzt bewertet den Zustand der Zähne und bestimmt über die Befundklasse die Höhe der Regelversorgung.

 

Welche Möglichkeiten des Zahnersatzes gibt es?
Beispielkosten ohne Zahnzusatzversicherung

Für jede zahnmedizinische Notwendigkeit gibt es Möglichkeiten der Versorgung.

Befund
Maßnahme
Kostenspanne
Eigenanteil ohne Zahnzusatzversicherung*
Ein Zahn fehlt Zahnbrücke oder Implantat 1.400 - 3.000 € 380 - 2.100 €
Zwei Zähne fehlen Mehrgliedrige Zahnbrücke 1.400 - 2.100 € 380 - 1.470 €
Mehr als drei Zähne fehlen Teilprothese 600 - 2.000 € 420 - 1.400 €
Keine Zähne mehr vorhanden Vollprothese 600 - 1.200 € 420 - 840 €
 

Unterschied zwischen Teilprothese und Vollprothese
Teil- und Vollprothesen sind herausnehmbarer Zahnersatz. Beide sollen fehlende Zähne ersetzen. Eine Vollprothese kommt aber erst zum Einsatz, wenn keine Zähne mehr vorhanden sind. Eine Teilprothese schließt Zahnlücken und benötigt verbleibende Zähne, an denen sie befestigt wird. Je nachdem, wo diese Zähne sich befinden, gibt es verschiedene Varianten der Teilprothesen.

 

Sonderfall Zahnverblendungen

Art der Versorgung
Vollverblendung
(Zahnersatz hat überall Zahnfarbe)
Teilverblendung
(Zahnersatz hat im sichtbaren Bereich Zahnfarbe)
Hintere Backenzähne
(Zahnersatz in Zahnfarbe)
Regelversorgung Nein Nur Außenseite Nein
Festzuschuss Ja, für die Krone und die Teilverblendung im Oberkiefer (außer der letzten beiden Zähne und dem Weisheitszahn je Seite) und Unterkiefer (außer der letzten vier Zähne je Seite). Ja, für die Krone und die Teilverblendung der Zähne im Oberkiefer (außer der letzten beiden Zähne und dem Weisheitszahn je Seite) und der Zähne im Unterkiefer (außer der letzten vier Zähne je Seite). Ja, für die Krone.
 

Unter Verblendung versteht der Zahnarzt, dass die sichtbare Oberfläche des Zahnersatzes (z.B. Krone) so vom Zahntechniker rekonstruiert wird, dass sie möglichst von den anderen (natürlichen) Zähnen nicht zu unterscheiden ist. In der Regelversorgung wird nur der Bereich, der beim Sprechen sichtbar ist, verblendet. So können die ersten Backenzähne von außen weiß sein und von innen nicht.

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Zahnersatz-Kosten: Wie setzen sie sich zusammen?

Die Kosten für Zahnersatz sind nie gleich, lassen sich aber dennoch gut vorab kalkulieren. Der Zahnarzt erstellt vor der Behandlung für Sie einen Heil- und Kostenplan, den Sie dann bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einreichen. Damit erhalten Sie eine exakte Auflistung über die geplante Behandlung, die Kosten, und den selbst zu zahlenden Eigenanteil.

 
 
Icon Teilkrone
 

Was kostet eine Zahnersatz-Krone?

Auch bei den Kosten für Zahnkronen gibt es deutliche Unterschiede. Material und Aufwand spielen dabei eine wichtige Rolle. Ebenso zahlt die gesetzliche Krankenkasse bei der Zahnkrone lediglich einen Teil, sodass auf den Patienten in jedem Fall Kosten zukommen.

Art der Krone
Eigenanteil ohne Zahnzusatzversicherung*
Krone in Zahnfarbe 600 - 800 €
Teilverblendete Krone 400 - 600 €
Goldkrone 500 - 700 €
 
 
Icon Zahnbrücke
 

Was kostet eine Zahnersatz-Brücke?

Die Kosten für eine Zahnbrücke sind abhängig vom Material, der Bauart und der Länge der Brücke.

Art der Brücke
Eigenanteil ohne Zahnzusatzversicherung*
Basisbrücke 400 - 1.600 €
Schwebebrücke 400 - 1.600 €
Inlay-Brücke 240 - 800 €
Klebebrücke 600 - 1.200 €
Freiendbrücke 300 - 600 €

Wird eine über die Regelversorgung hinausgehende Behandlungsform gewählt, verliert der Patient den Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung für die Grundversorgung nicht. Für die Differenz zwischen den Kosten der Regelversorgung und der gewünschten Therapie muss er selbst aufkommen.

 
 
Icon Stiftzahn
 

Was kostet ein Zahnersatz-Implantat?

Zahnimplantate sind vollständig künstliche Zähne. Statt der Zahnwurzel wird hier eine Schraube im Kiefer verankert. Es gibt verschiedene Formen und damit einhergehende Kosten von Zahnimplantaten . Die gesetzliche Krankenkasse zahlt, je nach Regelversorgung, einen Zuschuss von ca. 330 bis 440 Euro. Da Zahnimplantate schnell zwischen 2.000 bis 3.000 Euro kosten können, ist der zu zahlende Eigenanteil erheblich.

 

Wie kann man beim Zahnersatz sparen?

An erster Stelle für günstigeren Zahnersatz steht das Bonusheft. Regelmäßige Zahnarztbesuche sind für die Krankenkasse der Nachweis, dass Sie sich intensiv um Ihre Zahngesundheit bemüht haben. Zudem haben Sie Ihrem Zahnarzt so die Möglichkeit gegeben, Zahnschäden früh zu entdecken, zu behandeln und die Zahnersatz-Kosten für die Krankenkasse möglichst gering zu halten.

Da Sie als Patient einen Eigenanteil leisten müssen, kann sich zudem ein Preisvergleich empfehlen. Vielen Betroffenen ist nicht bekannt, dass es für Zahnersatz keinen Festpreis gibt, sondern dass Zahnärzte und Dental-Labore einen gewissen Handlungsspielraum haben. Gerade bei den zahntechnischen Laborkosten ist mit erheblichen Preisschwankungen zu rechnen. Entsprechend lässt sich hier Geld beim Zahnersatz sparen.
Durch den frühzeitigen Abschluss einer privaten Zusatzversicherung schützt man sich außerdem effektiv vor hohen Zuzahlungen bei Zahnersatz und anderen Behandlungen, die über das medizinisch Notwendige herausgehen.