23.10.2018

Einen Vergleich der Anbieter von Strom und Gas anzustellen und gegebenenfalls auch zu wechseln, lohnt sich immer. Die Sorgen, bei einem Stromanbieterwechsel im Dunkeln zu sitzen oder kalt duschen zu müssen, weil die Gaslieferung ausbleibt, ist unbegründet. Sollte etwas schief gehen, springt der örtliche Anbieter als Grundversorger ein. Es gibt sogar Wechselportale, die die Verbraucher unterstützen. ARAG Experten sagen, worauf man achten sollte.

Bequemer Wechsel mit Wechselportalen?

Digitale Wechselassistenten wie Cheapenergy24, Switchup oder verivox locken mit Bequemlichkeit. Sie suchen immer den preiswertesten Tarif und wechseln automatisch. Ein aktuelles Angebot von verivox liest sich dann auch sehr gut: 29,90 Euro pro Jahr kostet die Teilnahme am "prime"-Service. Dafür muss man sich nicht mehr selber um den Wechsel von Strom- und Gasanbieter kümmern. Das macht dann Verivox – und garantiert bei zwei Wechseln im ersten Jahr eine Ersparnis von 250 Euro.

Verbraucherschützer sind allerdings skeptisch wegen der fehlenden Transparenz. Denn Verivox verdient sein Geld unter anderem durch die Provisionen der Anbieter, zu denen die Verivox-Kunden wechseln. Es gibt also keine Garantie, dass der Verbraucher tatsächlich das günstigste Angebot erhält.

Wenn Sie die Stromanbieter selbst vergleichen

Bevor Sie einen Vergleich z. B. im Internet starten, schauen Sie zuerst in der letzten Stromrechnung nach, wie hoch Ihr Jahresverbrauch ist. Dies hängt vor allem davon ab, wie viele Personen im Haushalt leben. Zusammen mit Ihrer Postleitzahl können Sie dann die für Ihre Region günstigsten Anbieter finden. Manchmal lohnt es sich schon, den eigenen Stromanbieter nach anderen Tarifen zu fragen, um eine Ersparnis ohne Wechsel herbeizuführen.

Wenn Sie sich nach einem Vergleich für einen neuen Stromanbieter entscheiden, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Binden Sie sich nicht zu lange an einen bestimmten Tarif. Die längste Laufzeit sollte bei 12 Monaten liegen.
  • Die Kündigungsfrist sollte nicht länger als 1 Monat sein.
  • Lesen Sie sich auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) durch.
  • Bei Vorauskasse sollten Sie sich genau über den Stromanbieter informieren, da Sie hier das Insolvenzrisiko tragen. Im Zweifel wählen Sie lieber ein Angebot mit einer monatlichen Abschlagszahlung.
  • Bei einem Wechsel sollte sich der neue Anbieter um die Kündigung des alten Vertrages kümmern, indem Sie ihm eine Vollmacht erteilen, und ein fester Liefertermin für den Beginn des neuen Vertrages vereinbart werden.
  • Stimmen Sie keinen Wechselgebühren zu. Diese sind sogar unzulässig.
  • Im Vertrag sollten alle Preisbestandteile genau aufgeschlüsselt sein und ein Hinweis darauf, ob Sie Mindest- oder Höchstmengen beachten müssen.
  • Schauen Sie vorab im Internet nach Erfahrungsberichten anderer Kunden Ihres zukünftigen Stromanbieters. So können Sie böse Überraschungen vermeiden.

Immer schriftlich kündigen

Sollten Sie die Kündigung selbst aussprechen wollen, beachten Sie bitte: Eine Kündigung sollte immer schriftlich (nicht per Fax oder E-Mail) am besten per Einschreiben/Rückschein erfolgen. Bitten Sie um eine schriftliche Kündigungsbestätigung und widerrufen Sie die Einzugsermächtigung, falls Sie Ihrem Anbieter diese erteilt hatten.

Ihr Kündigungsrecht

Bei den Kündigungsfristen gilt generell: Bei der Grundversorgung können Sie mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Kalendermonats kündigen. Haben Sie einen anderen Tarif beim Grundversorger gewählt oder einen anderen Stromanbieter, gelten die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen. Sobald Ihr Stromanbieter die Preise erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, wenn dies in den AGBs so geregelt ist.

Strom: Ihr Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen

Wenn Stromlieferanten ihre Preise aufgrund gestiegener oder neu eingeführter Steuern, Abgaben oder Umlagen erhöhen, haben Kunden ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht.

Stromanbieter müssen mehrere Bezahlungs­möglichkeiten anbieten

Weil Kunden ohne Konto nicht am Lastschriftverfahren teilnehmen können, wurden sie beim Strom vom besonders preisgünstigen Basistarif von ausgeschlossen. Eine Klage hat dies geändert.