Bei einer Parodontose (auch Paronditis) entzündet sich das Gewebe um den Zahn bis hin zum Kiefer. Auslöser sind Bakterien, die sich zunächst an den Zähnen anhaften. Sie dringen in die Zahntaschen ein und gelangen so in die Tiefe, wenn die Infektion nicht erkannt und behandelt wird. Das Zahnfleisch zieht sich zurück. Eine Zahnfleischentzündung ist dafür ein wichtiger Hinweis. Sie sollte immer behandelt werden.
Auch wenn der Patient seine Zähne regelmäßig gründlich reinigt, heilt die Parodontose nicht vollständig ab.

Wie wird Parodontose behandelt?

Wird Parodontose nicht behandelt, zieht sich erst das Zahnfleisch und dann der Knochen als Folge der Infektion zurück. Das führt dazu, dass der Zahn seinen Halt verliert und ausfällt. Der zurückweichende Knochen bietet dann auch nicht genügend Substanz, um Zahnersatz zu befestigen. In solchen Fällen muss erst Knochen aufgebaut werden. Das ist ein langwieriger Prozess. Um das zu vermeiden, sollte der Zahnarzt die Zahntaschen bei Kontrollbesuchen auf ihre Tiefe überprüfen und ggf. sofort eine Behandlung einleiten. Für eine solche Behandlung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, für die die Zähne betäubt werden müssen.

Art der Parodontosebehandlung
Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkasse
Kostenübernahme der Zusatzversicherung
Plastische Parodontalchirurgie
(z. B. so genannte Schleimhauttransplantationen)
nein Abhängig vom Vertragsinhalt bis zu 100%
Lasertherapie
(z. B. Helbo-Therapie aPDT)
nein Abhängig vom Vertragsinhalt bis zu 100%

Plastische Parodontalchirurgie

Unter plastischer Parodontalchirurgie werden Behandlungsmethoden zusammengefasst, die zur Behandlung von Weichgewebedefekten im Mundraum geeignet sind. Die Behandlungen können einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, umfassen eine Vielzahl von therapeutischen Möglichkeiten und dienen dem Zahnerhalt.

Lasertherapie

Bei einer Laserbehandlung (antimikrobielle photodynamische Therapie aPDT), werden zuerst die Zahnfleischtaschen gründlich gereinigt. Dabei wird zunächst möglichst viel vom harten und weichen Belag entfernt. Im Anschluss bringt der Zahnarzt eine Lösung in die Taschen ein, die die Bakterien bindet. Die Lösung ist eingefärbt und erleichtert im nächsten Schritt das Abtöten der Bakterien mit einem Laser. Diese Behandlung ist für den Patienten schmerzarm. Der Vorteil einer solchen Behandlung ist, dass die Bakterien in nur einer Sitzung abgetötet werden können. Bestehende Zahnfleischentzündungen heilen schneller ab und das Risiko einer Parodontose wird deutlich reduziert. Im Anschluss an die Lasertherapie können sich Zähne und Schleimhaut vorübergehend verfärben. Trotz hoher Wirksamkeit übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Laserbehandlung nicht.

 
 
Icon-Euro-blau
 

Wie viel kostet die Behandlung?

Die Kosten für die konventionelle Parodontalbehandlung werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, denn es handelt sich um eine Regelleistung. Dazu reinigt der Zahnarzt die Oberfläche der Zahnwurzeln mit Ultraschall und weiteren Instrumenten. Er glättet außerdem die Wurzeloberfläche, um Bakterien das Anheften zu erschweren. Dabei muss er tief zur Wurzel vordringen. Das ist schmerzhaft, weshalb der Zahn um die Umgebung betäubt werden muss.

Kosten fallen bei dieser Behandlung keine an. Entscheiden sich die Patienten jedoch für moderne Verfahren, wie die Lasertherapie, sind ergänzende Methoden notwendig, bei denen es sich um private Leistungen handelt. Die Kosten liegen bei etwa 20 Euro pro Zahntasche. Hier sind starke Abweichungen möglich, da die Zahnärzte im Rahmen der Gebührenverordnung einen gewissen Spielraum haben. Die Höhe der Kosten ist auch abhängig von den konkreten Anforderung und der Lage des Zahns, wie auch dem Ausmaß der Parodontose.

 
 

Welche Parodontalbehandlungen zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt lediglich die Kosten für die konventionelle Paradontalbehandlung. Alle weiteren Maßnahmen, die auch vorbeugend dazu beitragen, eine Parodontose zu verhindern, muss der Patient selbst zahlen.
Dazu gehören:

  • professionelle Zahnreinigung
  • Labortest zur Bestimmung der Parodontoseerreger
  • Einbringen von Antibiotika in die infizierten Zahntaschen
  • Rekonstruktion der abgebauten Knochenstruktur

Bei der Rekonstruktion des Kieferknochens ist zu berücksichtigen, dass trotz einer solchen paradontalchirurgischen Behandlung eine vollständige Wiederherstellung des Kiefers bis heute nicht möglich ist. Für einen solchen Eingriff wird körpereigenes Gewebe verwendet, das an anderer Stelle entnommen werden muss. Alternativ ist es möglich, den abgebauten Knochen mit Ersatzmaterial aufzufüllen, bevor die Zahnfleischrekonstruktion stattfindet. Eine Paradontose ist ein chronischer Prozess. Liegt die Diagnose erst einmal vor, muss der Patient ein Leben lang besonders gründliche Zahnpflege betreiben und zweimal jährlich die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Paradontose heilt nicht mehr vollständig ab, auch wenn der Patient seine Zähne gründlich reinigt.

Ihr Kostenschutz für Paradontosebehandlungen

Mit unserer Zahnzusatzversicherung übernehmen wir bis zu 100% Ihres Eigenanteils für moderne Paradontosebehandlungen. Wählen Sie aus 4 Tarifen den passenden Schutz. Alle Leistungen erhalten Sie immer ohne Wartezeit.

 

Könnte Sie auch interessieren

Unsere Zahnzusatzversicherung

Entdecken Sie unsere neuen Zahnzusatzversicherung mit vier neuen Tarifen und ganz ohne Wartezeiten!

Was Zahnimplantate kosten und wer dafür aufkommt

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die fest mit dem Kiefer verbunden sind. Erfahren Sie, welche Kosten für ein Zahnimplantat entstehen.

Unser Zahn-Ratgeber

Von A wie Aufbissschiene bis Z wie Zahnunfälle – in unserem Ratgeber erläutern wir Ihnen zahnmedizinische Begriffe einfach und verständlich.