Immer öfter richten Starkregen und Hagel Schäden an Wohnungen, Häusern und Autos an. Gut, wenn man richtig versichert ist. Das Problem: Viele wissen nicht, in welchen Fällen ihre Versicherung zahlt. Und warum sie bei Schäden durch Starkregen unbedingt eine Elementar­versicherung brauchen. Lesen Sie außerdem, wie Sie Ihr Haus mit einfachen Mitteln schützen können.

Was ist Starkregen?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von Starkregen, wenn in kurzer Zeit große Mengen an Wasser niedergehen. Er spricht Warnungen aus, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, nämlich Regenmengen von 15 bis 25 l/m² in einer Stunde oder 20 bis 35 l/m² in sechs Stunden. Eine Unwetterwarnung erfolgt ab Regenmengen von mehr als 25 l/m² in einer Stunde oder 35 l/m² in sechs Stunden.

Was zahlt eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung deckt neben Sturmschäden auch Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden ab. Auch die Folgeschäden sind meist mitversichert – wenn beispielsweise durch ein abgedecktes Dach Regenwasser ins Haus eindringt und Wände und Decken beschädigt. Die Versicherung übernimmt die Kosten, die der Eigentümer braucht, um die Gebäudeschäden zu beseitigen.

Im Fall von Starkregen aber und daraus folgenden Überschwemmungen tritt sie grundsätzlich nicht ein. Aber keine Sorge: Damit Sie nicht beim nächsten Unwetter aus allen Wolken fallen, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Wohngebäudeversicherung mit einer Elementarversicherung zu erweitern. Diese zahlt unter anderem auch bei Schäden aus Überschwemmung, Rückstau und Schneedruck.

 

Hilft eine Hausratversicherung bei Starkregen-Schäden?

Werden Ihr Haus, Ihre Wohnung oder Ihr Keller durch Starkregen überschwemmt und wird dabei Ihr Hausrat, also Möbel oder Inventar, beschädigt, kommt Ihre Hausratversicherung wie bei der Wohngebäudeversicherung nur dafür auf, wenn Sie eine Elementarversicherung mit eingeschlossen haben. Denn Hausratversicherer schließen in der Regel Schäden durch Überschwemmungen z. B. auch durch Starkregen aus. Anders ist es bei Leitungswasserschäden – zum Beispiel nach einem Rohrbruch. Hier zahlt Ihre Versicherung Ihren Schaden für Sie.

Die Schäden durch Starkregen haben sich fast verzehnfacht

Was zahlt eine Elementarversicherung?

Zusammen mit Ihrer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, können Sie Ihr Haus oder Ihre Nebengebäude wie Garage oder Schuppen reparieren oder sanieren lassen, wenn sie durch Starkregen-Überschwemmungen zerstört oder beschädigt wurden.

Die Gebäude werden beispielsweise trocken gelegt. Müssen sie im schlimmsten Fall abgerissen werden, zahlt das die Elementarversicherung ebenso wie den Bau eines gleichwertigen Objekts. Müssen Sie während der Instandsetzungs­phase woanders wohnen, kommt die Versicherung dafür auf. Auch, wenn Sie einen Verlust von Mieteinnahmen haben.

Ein großes Thema ist auch der sogenannte Rückstau. Die Kanalisation kann die Wassermassen nicht abtransportieren und das Wasser sucht sich, wenn keine oder schlechte Vorkehrungen getroffen sind, eigene Wege – im unappetitlichsten Fall ins Haus und quillt aus Toiletten und Waschbecken. Richtet es Schäden an, kommt dafür die Elementar­schaden­versicherung auf, wenn – wie bei der ARAG – so genannte Rückstau-Schäden explizit eingeschlossen sind.

Haben Sie eine Elementar­versicherung als Ergänzung zu Ihrer Hausratversicherung abgeschlossen, werden alle Inhalte Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses ersetzt – auch Elektrogeräte, die Schaden genommen haben, wenn Ihr Keller vollgelaufen ist.

 

Kann jeder eine Elementarversicherung abschließen?

Bei der ARAG ist es so: Grundsätzlich können Sie bei uns die Wohngebäude- und Hausratversicherung und unser Versicherungspaket Recht&Heim um eine Elementar­schaden­versicherung ergänzen. Die Selbstbeteiligung pro Schadenfall beträgt 1.000 Euro. In Gebieten, die regelmäßig von Hochwasser betroffen sind, prüfen wir im Einzelfall, ob wir Elementarschäden versichern können.

 

Wie sind Autos bei Überschwemmungen durch Starkregen und Hagel versichert?

Werden Autos durch Starkregen, Hagel oder Überschwemmungen beschädigt, zahlt die Teilkaskoversicherung.

Gut zu wissen: Bei einer Unwetterwarnung sollten Sie einen sicheren Platz für Ihr Auto suchen, also besser nicht in einer Senke oder unter Bäumen parken. Werden Sie unterwegs überrascht, meiden Sie überschwemmte Straßen und fahren lieber einen Umweg, als eine bereits volllaufende Unterführung zu passieren. So schützen Sie das Fahrzeug und Ihren Versicherungsschutz. Denn bei grob fahrlässigem Handeln kann die Versicherung Ihren Anspruch kürzen und Sie bekommen nur einen Teil des Schadens ersetzt.

Unser Tipp:

Wie Rückstausicherungen funktionieren und was Immobilienbesitzer sonst noch tun können, um ihr Haus zu schützen, sehen Sie auch im Video des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Vorbeugen für Hausbesitzer: Kleine Tipps mit großer Wirkung

Wenn die kommunalen Kanäle das Wasser bei starkem Regen nicht mehr aufnehmen können, können tief liegende Hauseingänge, Keller und Souterrainräume volllaufen. Weiterer Ärger dabei: Städte und Gemeinden, die die öffentliche Kanalisation betreiben, haften nicht für die Schäden an Ihrem privaten Haus, sondern Sie als Eigentümer. Auch aus diesem Grund ist eine Elementarschadenversicherung dringend angeraten. Und natürlich umfangreiche Vorsorge!

Das können Sie tun, um Ihr Gebäude und den Inhalt zu schützen.

  • Das sollte jeder wissen: Drohen Regen, Hagel oder Schnee, schließt man besser die Fenster, sonst zahlt eventuell auch eine Versicherung nicht.
  • Boden- und Türschwellen wehren Wasser ab.
  • Überdachungen sichern Eingangsbereiche.
  • Lassen Sie wasserfeste und drucksichere Kellerfenster wenn möglich nachrüsten.
  • Sollte keine Rückstausicherung oder Hebeanlage vorhanden sein, erkundigen Sie sich bei der Stadtentwässerung, wo diese am besten eingebaut werden können und beauftragen dann einen Sanitärfachbetrieb. Ganz einfach lässt sich beispielsweise im Siphon von Kellerwaschbecken eine Rückstausicherung einbauen. Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Rückstausicherung die Voraussetzung für einen Versicherungsschutz gegen Rückstau in der Elementarschadenversicherung ist.
  • Sind Sie länger nicht zu Hause, sollten Sie stets sämtliche Rückstauklappen verriegeln.
  • Der Abfluss am Kellereingang wird gerne vernachlässigt. Öfter mal prüfen, ob er frei ist und schnell Wasser aufnehmen kann.
  • Besonders im Herbst ist ein Blick in die Regenrinne und zu den Fallrohren wichtig, damit kein Laub zur Verstopfung führt. Checken Sie auch regelmäßig die Abflüsse von Balkonen!
  • Lagern Sie Chemikalien und andere gefährliche Stoffe sowie technische Geräte wassersicher.
  • Verankern oder beschweren Sie den Heizöltank.
  • Ist der Gully vor Ihrem Haus frei? Sieht er verstopft aus, melden Sie das besser dem Stadtentwässerungsbetrieb. Manche Städte und Gemeinden haben dafür Mängelmelder im Internet.
  • Verfolgen Sie aktuelle Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen zum Beispiel über die App NINA des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
FÜR UNSERE KUNDEN

Starkregen hat bei Ihnen Schäden angerichtet? Wir sind für Sie da unter:

0211 9890-1405

Erste Hilfe im Schadenfall

Melden Sie Starkregen-Schäden sofort Ihrer Versicherung. Der rechtliche Hintergrund: Sie muss die Gelegenheit haben, die Ursachen, den Verlauf und das Ausmaß des Schadens selbst zu begutachten, Sachverständige einzuschalten und Zeugen zu befragen. Das kann sie nicht, wenn Sie zu lange warten oder die Schäden selbst beseitigen. Unter Umständen ist Ihre Versicherung dann sogar berechtigt, Ihren Anspruch ganz oder teilweise zu kürzen.

Dokumentieren Sie alle Schäden mit Fotos.

Notdürftige Reparaturen sind erlaubt, damit nichts Schlimmeres entsteht.

 

Profitipp: Den Wasserschaden steuerlich absetzen

Wer Wasserschäden oder auch Sturmschäden in Haus oder Garten beseitigen muss, kann Kosten für Dienstleister bis zu einem gewissen Betrag von der Steuer absetzen. Erstattet wird, was in den Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen fällt. Das sind alle Dienstleistungen, die man auch ohne Dienstleister selbst im Haushalt erledigen könnte. Im Fall von Wasserschäden kann das z. B. die Reinigungskraft, die die Wohnung von innen säubert sein, oder der Gärtner, der den überschwemmten Garten wieder in Ordnung bringt.

 

Starkregen und Überschwemmung: Unsere Tipps für Mieter

  • Kontrollieren Sie, ob Ihr Keller nach einem Unwetter mit Starkregen noch trocken ist. Steht er unter Wasser, sollten Sie zunächst versuchen, den Schaden zu mindern. Also: Gegenstände rausholen, umlagern und trocknen lassen. Sichern Sie Ihr Hab und Gut auch, wenn noch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit in dem Raum herrscht. Und denken daran, solche Sachen in Sicherheit zu bringen, die nicht direkt dem Wasser ausgesetzt sind, aber noch beeinträchtigt werden könnten.
  • Sind Gemeinschaftsräume wie Ihre Waschküche betroffen, informieren Sie unverzüglich Ihren Vermieter. Erreichen Sie ihn nicht oder unternimmt er nichts, rufen Sie die Feuerwehr, damit sie das Wasser abpumpt.
  • Sind Möbel oder im Keller gelagerte Gegenstände beschädigt, melden Sie den Schaden Ihrer Hausratversicherung, die bei Überschwemmungen eintritt, wenn Sie eine Elementarversicherung beinhaltet.
  • Wurden Ihre Wohnung oder Ihr Keller durch einen Kanalrückstau überschwemmt, weil Ihr Vermieter das Rückstauventil nicht ausreichend hat warten lassen, können Sie Schadensersatz von ihm verlangen. Das gilt auch, wenn sich Wasser durch Ihre Toilette hochdrückt, denn Ihr Vermieter ist für den reibungslosen Einsatz von Pumpen- und Hebeanlagen verantwortlich.
  • Möglicherweise kommt eine Mietminderung in Betracht, wenn Sie Keller und Wohnung nicht oder nur eingeschränkt nutzen können und Ihr Vermieter nicht zeitnah reagiert. Die Höhe der Miete, die Sie vorübergehend einbehalten dürfen, hängt vom Einzelfall ab.
  • Im Notfall muss Ihr Arbeitgeber Sie freistellen. Sie dürfen zu Hause bleiben, um bei der Beseitigung von Schäden durch Starkregen an der eigenen Wohnung oder in Ihrem Keller beizutragen. Das gilt leider nicht für Nachbarschaftshilfe. Eventuell müssen Sie die Zeit jedoch nacharbeiten oder unbezahlten Urlaub nehmen.

Wie können sich Firmen vor Schäden schützen?

Ein vollgelaufenes Lager mit unbrauchbaren Waren ist für Händler ein Desaster. Deshalb gilt für Firmen nichts anderes als für Privatleute auch, die ihr Hab und Gut optimal schützen wollen: Nur mit dem Einschluss einer Elementar­versicherung sind sie optimal bei Starkregen-Ereignissen geschützt.

Mit einer Inhaltsversicherung sichern Firmen darüber hinaus ihre Waren und Vorräte ab sowie die Betriebseinrichtung und -ausstattung in Büro, Praxis, Ladenlokal oder Werkshalle. Nützlich ist ein Ertragsausfallschutz. Damit sind Betriebe sicher aufgestellt, wenn sie ihre Geschäfte einmal unterbrechen oder kurzzeitig einstellen müssen. Die Versicherung trägt die laufenden Kosten.

Bin ich ausreichend gegen Schäden durch Starkregen versichert?

Diese Frage sollte am besten ein Experte beantworten. Unsere kompetenten Berater prüfen gerne unverbindlich Ihre bestehenden Policen und ergänzen bei Bedarf Ihren Versicherungsschutz.

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