03.08.2010

Der neue E-Postbrief – Verbindlich? Vertraulich? Verlässlich?

Seit Mitte Juli 2010 bietet die Deutsche Post eine neue Art des Briefeversendens auf dem Onlineweg an. Damit können künftig von Verbrauchern, Unternehmern und Verwaltungen E-Mails verschickt werden, die sicher, nachweisbar und verbindlich sind. Dazu braucht der Nutzer lediglich Computer und Mobiltelefon. Die ARAG Experten beantworten hier die wichtigsten Fragen rund um den Start in die E-Post und klären, ob das Prinzip hält, was es verspricht.

Einstieg leicht gemacht
Wer einen E-Postbrief verschicken möchte, kann sich unter www.epost.de anmelden und muss dann noch bei einer der Postfilialen mit dem Personalausweis verifiziert werden. So ist sichergestellt, dass die elektronische Post, die von „Max Mustermann“ verschickt wurde auch von „Max Mustermann“ kommt. Es wird dann ein elektronisches Postfach ähnlich eines normalen E-Mail-Postfachs eröffnet, über das die elektronischen Schreiben empfangen und versendet werden können. Die Adresse könnte z.B. so aussehen: max.mustermann@epost.de. Auch wenn der Empfänger noch nicht registriert ist, kann ein E-Postbrief versendet werden. Dieser wird dann von der Post ausgedruckt und per normaler Post an den Empfänger zugestellt (hybrider E-Postbrief). Dies hat allerdings bei mehr als drei Seiten eine Kostenerhöhung zur Folge. Ähnlich dem „normalen“ Briefversand beginnen die Preise für diesen Service bei 55 Cent.
Fast alles ist möglich
Auch Briefe, deren Empfang bestätigt werden muss, oder die zu unterschreiben sind, können mit dem elektronischen Service der Post versendet werden. So wird ein elektronischer Brief zu einem Einschreiben, indem man lediglich den Knopf „Als Einschreiben“ drückt. Sobald der Empfänger den Brief zugestellt bekommen hat, wird man, wie bei einem Einschreiben, per Rückschein darüber informiert. Ist eine Unterschrift nötig, gelingt dies durch das Anfügen einer elektronischen Signatur. Damit ist die Schriftform z. B. bei Kündigungen gewahrt.
Sichere Sache
Besonders der Aspekt der Sicherheit beschäftigt viele zukünftige Nutzer des E-Briefes, und so legt die Post auf die Sicherung der Informationen besonders viel Wert. Bei der Anmeldung wird die Authentizität durch Benutzername und Passwort sichergestellt, beim Versenden der E-Postbriefe zusätzlich durch Handy-TAN. Dabei wird ein Einmalpasswort an das Mobiltelefon des Nutzers geschickt, der damit die gewünschte Transaktion wie z. B. Versenden eines Briefes oder Angabe einer neuen Kontonummer durchführen kann (wie schon beim Online-Banking). Zudem werden alle Vorgänge verschlüsselt übertragen.
Mehrkosten?
Mehrkosten entstehen durch den e-Briefversand nicht, da ein spezielles Programm oder Betriebssystem nicht notwendig ist. Schon mit den Browsern Internet Explorer ab Version 6 und Firefox ab der Version 2 ist die Teilnahme an dem E-Postbrief-Verfahren möglich, wobei die Post aufgrund neuester Technologien die aktuellste Version auch bei dem Betriebssystem empfiehlt. Auch die Registrierung und das Bereitstellen des elektronischen Briefkastens inkl. Empfang sind für die Nutzer kostenfrei. Die Preise für den E-Postbrief betragen 55 Cent bei einem Volumen bis 20 MB, als elektronisches Einschreiben 1,60 €. Die komplette Preisliste steht auf www.epost.de als pdf-Datei zum Download bereit. Um bezahlen zu können wird ein Guthabenkonto eingerichtet, das per Lastschrift, Kreditkarte oder giropay aufgeladen werden kann.