12.04.2017

Liebesschwüre wiegen schwer! Ganz besonders, wenn diese sich in Form von so genannten Liebesschlössern manifestieren. An der Hohenzollernbrücke in Köln zerren die Schlösser mit rund 22 Tonnen. Angesichts eines Gesamtgewichts von 24.000 Tonnen aber kein Problem, so die Statiker. Anders in Paris: Die Brücken über der Seine wurden zum Teil von ihrer zusätzlichen Last befreit. Und in Venedig kann das Anbringen von Schlössern an historischen Bauwerken und Brücken bis zu 3.000 Euro kosten, so ARAG Experten.

Liebesschlösser gefährden die Statik

Auch wenn die Kölner Hohenzollernbrücke nicht einsturzgefährdet ist, kann es an anderer Stelle sehr wohl zu Gefährdungen kommen, wenn die eisernen Liebesbeweise überhand nehmen.

Der bekannteste Fall dürfte die Pariser Brücke Pont des Arts unweit des Musée du Louvre sein. Die Geländer der pittoresken Fußgängerbrücke konnten die Last schon 2014 nicht mehr tragen. Ein Teil des mit tausenden Liebesschlössern behängten Brückengeländers stürzte damals auf einer Länge von zweieinhalb Metern in die Tiefe. Die Brücke wurde evakuiert und abgesperrt.

In Rom kam es zu einem ähnlichen Zwischenfall. In der Italienischen Hauptstadt knickte eine Laterne um, derart überfrachtet war sie mit „Lucchetti dell’amore“ wie die Liebesschlösser dort genannt werden.

Hierzulande wird weniger um die Statik gebangt, als dass man sich an der Optik des wuchernden Behangs stört. Aber auch durch die Schlösser verursachte Rostschäden werden von den Verantwortlichen gefürchtet. Damit einhergehend sorgen die hohen Kosten für die Beseitigung der Liebesschlösser für Verdruss.

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Sind Liebesschlösser legal?

Ist es überhaupt erlaubt, seine Umwelt derart mit den eigenen Liebesschwüren zu beschweren. ARAG Experten haben berechtigte Bedenken, denn nach dem Strafgesetzbuch steht es nicht nur unter Strafe, eine fremde Sache zu zerstören oder zu beschädigen, sondern es ist auch verboten, deren Erscheinungsbild nicht nur vorübergehend und nicht nur unerheblich zu verändern. Im Falle von kaum mehr zu erkennenden Brückengeländern ist damit der Tatbestand einer Straftat erfüllt.

Allerdings tolerieren viele Städte und Gemeinden das Anbringen der Liebesschlösser – nicht der Romantik, sondern des Tourismus wegen. Die Köln Tourismus GmbH hält die Schlösser an der Hohenzollernbrücke zum Beispiel für durchaus touristisch relevant, da etliche Köln-Besucher extra anreisen, um ihr Schloss anzubringen – und oft auch ein zweites und drittes Mal wiederkommen wie zum Beispiel zu Jahres- oder Hochzeitstagen.

Weniger tolerant zeigt sich die Bundeshauptstadt. In Berlin ist das Anbringen der beliebten Liebesbezeugungen tabu. Paare, die sich über das Verbot hinwegsetzen, müssen mit einem Bußgeld von 35 Euro rechnen. Das mögen viele Verliebte noch für einen annehmbaren Preis für die ewige Liebe halten, wer seine Hochzeitsreise aber klassischerweise nach Venedig macht, sollte auf die Manifestation der Liebe per „Lucchetti dell’amore“ verzichten. In der Lagunenstadt wird das Anbringen der Schlösser an den historischen Bauwerken und Brücken mit bis zu 3.000 Euro geahndet.

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