12.12.2012

Was weiß die Schufa?

Wer einen Handyvertrag abschließt, Miet-, Kauf- oder Leasingverträge unterzeichnet oder einen Kredit aufnimmt, kann von der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, erfasst werden. Die Grundidee der bereits knapp 80 Jahre alten Organisation ist durchaus berechtigt: Die Schufa soll ihre Mitglieder – z.B. Banken, Einzelhändler, Wohnungseigentümer oder Versicherungen – vor finanziellen Verlusten und schlechter Zahlungsmoral schützen.

Für den Verbraucher kann die Speicherung der Schufa einerseits ein Vorteil sein, da durch Auskünfte seine Kreditwürdigkeit schnell zu beweisen ist. ARAG Experten weisen allerdings auch auf mögliche unangenehme Konsequenzen für den Verbraucher hin. So kann z.B. unter Umständen eine vergessene Handyrechnung dazu führen, dass man kein Konto mehr eröffnen kann, keine Wohnung findet oder keinen Versicherungsvertrag bekommt, weil sich die Unternehmen bei der Schufa nach der Zahlungsmoral des potenziellen Kunden erkundigen.

Was ist Scoring?

Entscheidend sind nach Auskunft der ARAG Experten die so genannten Score-Werte. Sie gehen weit über die üblichen Informationen zum Bestand von Konten oder Kreditkarten hinaus. Darin enthalten sind soziodemografische Daten, wie etwa Wohnadresse oder die Dauer von Mietverhältnissen. Wer demnach oft die Bank oder Wohnung wechselt oder eben mal vergisst, dass die Handyrechnung bereits angemahnt war, kann trotz ansonsten guter Bonität schnell einen schlechten Score erreichen. Und das kann dazu führen, dass Kredite nicht oder nur teuer vergeben werden oder der Zahnarzt nur gegen Vorkasse zum Bohrer greift.

Was wird gespeichert?

Die Schufa weiß, wie man heißt, wo man wohnt, wie alt man ist, wie viele Konten, Kreditkarten und Handyverträge man besitzt. Informationen zu Vermögensverhältnissen wie z.B. Einkommen oder Aktienbesitz werden aber laut ARAG Experten nicht gespeichert. Zurzeit sind rund 360 Millionen Einzeldaten von über 60 Millionen Menschen in der Datenbank erfasst.

Wann wird gelöscht?

Zurückgezahlte Kredite werden beispielsweise erst nach drei Jahren gelöscht. Wenn Sie wissen wollen, was die Schufa über Sie gespeichert hat, und wer wann zu welchem Zweck Informationen zur Person angefragt hat, können Sie Einsicht in die gespeicherten Daten verlangen. Sie zahlen einmalig 18,50 Euro, für die Sie jederzeit online Auskunft erhalten. Bei unrichtigen und unzulässig gespeicherten Daten besteht grundsätzlich ein Berichtigungs- bzw. Löschungsanspruch.

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