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Auch wenn wir jetzt Spaßbremsen sind: Einfach so die Stereoanlage voll aufdrehen, dass darf man leider nicht. Außer es ist keiner in der Nähe, den es stört oder der sich beschwert.

Der Normalfall ist: Laute Mucke aus der Stereoanlage ist unbeliebt bei Wohnungsnachbarn, Anwohnern und Vermietern – und gehört in die Kategorie Ruhestörung. In Deutschland gibt es kein Recht auf Lärm.

So findet sich keine einzige Rechtsvorschrift, die beispielsweise laute Feiern oder Musik hören auch nur ausnahmsweise erlaubt. Wir können nur raten: Sprechen Sie rechtzeitig mit den Nachbarn und bitten um Verständnis, ab und zu länger und lauter feiern zu dürfen. Wenn das nicht hilft, raten wir Ihnen zur Mediation.

So vermeiden Sie Ärger durch Ruhestörung

Das sind die Regeln, die Sie besser beachten sollten: In Mehrfamilienhäusern (und auch anderswo) soll zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sowie mittags zwischen 13 und 15 Uhr Zimmerlautstärke herrschen. Das bedeutet, dass Geräusche außerhalb der Wohnung innerhalb dieser Ruhezeiten nicht mehr wahrnehmbar sind. Diese Lautstärke kann je nach Wohnsituation, Bodenbelag oder Dämmung noch individuell variieren. Bei Musik aus der Stereoanlage sind die Gerichte sehr streng. So wurde es bereits für unzulässig gehalten, wenn beim Nachbarn noch ein Geräuschpegel von etwa 35 dB(A) zu hören ist – das ist leiser als ein Gespräch in normaler Lautstärke.

Achtung: auch außerhalb der Ruhezeiten darf eine Stereoanlage nicht so weit aufgedreht werden, dass der Nachbar dadurch gestört wird. Das gilt natürlich auch für andere Lärmquellen, wie etwa das laufende TV-Gerät. Für den sogenannten Nachbarschaftslärm – Musik, streitende Paare, bellende Hunde – gibt es, anders als für andere Lärmarten, allerdings keine gesetzlich geregelten Grenzwerte.

Wird’s zu laut, klingelt schnell mal die Polizei. Die Beamten ermahnen, manchmal auch mehrfach, dokumentieren eventuell den Lärm per Lautstärkemessgerät, kassieren im Wiederholungsfall möglicherweise die Anlage ein und schicken sogar Partygäste nach Hause. Meist startet es mit einer Verwarnung, im wiederholten Fall kommt es dann zum Bußgeld. Denn Ruhestörung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro geahndet werden.

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Zum Beispiel

Beschwerde über Lärmbelästigung an den Nachbarn
Mietminderung wegen Lärmbelästigung
Beschwerde beim Vermieter über Ruhestörung durch Nachbarn

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Ruhestörung - das Aus für jede Party?

Eine kleine Hoffnung gibt’s doch: Theoretisch darf man täglich Partys feiern, allerdings ab 22 Uhr nur in Zimmerlautstärke. Auch außerhalb der Ruhezeiten sollten Sie es jedoch nicht übertreiben und die Nachbarn nicht belästigen.

Ausnahme von der Regel ist Silvester. In dieser Nacht wird davon ausgegangen, dass nahezu jeder noch nach 22 Uhr wach ist. Auch wenn beispielsweise Fußball-WM-Spiele erst sehr spät übertragen werden, drückt das Ordnungsamt oft ein Auge zu. Allerdings sollte die ausgelassene Party eine halbe Stunde nach Spielende auch vorbei sein.

Pssst, was ist eigentlich Ruhestörung?

Das sagt das Gesetz zu Ruhestörung

Die Gesetzeslage ist eindeutig pro ruhebedürftiger Menschen.

Unzulässiger Lärm: Ordnungswidrig handelt, wer ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt, der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen (§ 117 Abs. 1 OWiG).

Wer wann wie laut sein darf, klären auch folgende Gesetze

  • Bundesimmissionsschutzgesetz
  • Landesimmissionsschutzgesetze
  • Kommunale Verordnungen bezüglich Ruhestörung

Was Mieter tun können, die sich von Lärm belästigt fühlen

Zuerst mit dem Ruhestörer sprechen
Die Polizei anrufen
Den Vermieter informieren, damit er tätig werden kann
Die Miete mindern

Was Vermieter bei Ruhestörung tun können

Den Mieter auffordern, die Ruhezeiten einzuhalten
Schriftlich abmahnen
Fristgerecht oder fristlos kündigen
Mietminderungen von anderen Mietern beim Ruhestörer einfordern

Ausnahmen im Mietrecht: Wer darf Lärm machen und wie viel?

Babys und Kinder

An die gesetzlich geregelte Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr sollten sich auch Kinder halten. Mit einer Ausnahme: Babys dürfen schreien, auch wenn’s den Nachbar stört. Tendenziell sind die Gerichte familienfreundlich eingestellt. Viele Urteile erlauben den Kindern das Toben und Spielen in Wohngebieten, teilweise sogar während der Mittagsruhe.

Lärm spielender Kinder ist keine immissions­schutzrechtlich relevante Störung und kein Grund, eine Kita in einem Wohngebiet abzulehnen (VG Stuttgart, Az.: 13 K 2046/13).

Musiker

Wer ein Instrument erlernt, muss auch üben dürfen. Daher darf das Musizieren im Mietvertrag nicht gänzlich verboten werden. Zulässig sind aber tägliche Obergrenzen. Hier schwankt die Rechtsprechung zwischen eineinhalb und sechs Stunden (etwa zur Vorbereitung auf die Prüfung an der Musikhochschule). Faustregel: Sehr viele Gerichte akzeptieren zwei Stunden täglich.

Für Bands und deren Übungsräume gilt nichts anderes als für Hausmusik: Letztlich dürfen die Proben zu keiner Belästigung der Nachbarn führen, so dass auch hier eine bis zwei Stunden pro Tag – natürlich abhängig von der Lautstärke – sicherlich vertretbar sind, mehr aber in der Regel auch nicht.

Hunde

Hundegebell beurteilen die Gerichte unterschiedlich, aber an folgenden Regeln kann man sich orientieren. Man muss kein Gebell länger als 30 Minuten täglich und nicht länger als zehn Minuten am Stück tolerieren. Und während der Ruhezeiten (13.00 bis 15.00 Uhr und 19.00 bis 8.00 Uhr) müssen Hunde im Freien überhaupt das Bellen einstellen. Andernfalls müssen sie ins Haus (OLG Hamm, Az.: 22 U 265/87).

Papagei

Zwei Stunden Pfeifkonzert, weil Frauchen die Wohnung verlassen hat, darf nicht sein. Der Papagei muss, jedenfalls in dieser Wohnung, den Schnabel halten. Entweder Frauchen nimmt ihn mit oder er muss mitsamt seinem Vogelkäfig ganz umziehen (OLG Düsseldorf, Az.: 5Ss 476/89 – 198/99).

Paare

Streitereien in der Nachbarwohnung müssen tagsüber hingenommen werden, stundenlange nächtliche Wortgefechte nicht (AG Düsseldorf, Az.: 302 OWi/904 Js 708/91).

Im Garten

Gartentätigkeiten können stören, müssen aber geduldet werden, solange die Grenzwerte eingehalten werden. Das traf einen Anwohner, dessen Nachbar seinen Rasen von einem Rasenroboter mähen ließ – und zwar den ganzen Tag lang. Daher wollte er den Gärtner gerichtlich verpflichten, den Rasenroboter maximal fünf Stunden am Tag laufen zu lassen. Doch das Amtsgericht Siegburg wehrte dies ab.

Schließlich ließ der Mann seinen Roboter unter Wahrung der Ruhezeit von 13.00 bis 15.00 Uhr „nur“ von 7.00 bis 20.00 Uhr laufen. Außerdem musste das Gerät nach jedem einstündigen Einsatz wieder für eine Stunde an seine Ladestation, um den Akku aufzuladen. Und zu guter Letzt blieb der Rasenroboter unter 50 Dezibel (Amtsgericht Siegburg, Az. 118 C 97/13).

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