01.08.2018

Bruchlandung an der Eisbar

Auch vor einigen Jahren gab es – zumindest phasenweise – heiße und sonnige Sommertage. Ideal für einen Besuch im vereinseigenen Schwimmbad „Spatzennest“, dachten sich 4 Jungen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren.

Der Verein hatte das Freibad im Frühjahr aufwändig renoviert. Clou war nun unter anderem eine neue Eisbar mit selbst hergestellten Sitzgelegenheiten.

Diese bestanden aus Baumstämmen, auf die einige Vereinsmitglieder in Eigenarbeit aus dem Internet bestellte farbige Plastik-Sitzschalen mit Rückenlehnen angebracht hatten. Einfach, aber optisch sehr auffällig und durchaus zweckmäßig.

Als nun zwei der Jungen einige Zeit in der warmen Sommersonne verbracht hatten, wollten Sie sich mit einem Eis auf den Sitzen niederlassen.

Kevin, der jüngere der beiden, ließ sich schwungvoll auf einen der Sitze nieder und fiel zu seiner Überraschung im gleichen Moment hintenüber, da der Plastiksitz dem Druck nicht standgehalten hatte und abgebrochen war. Kevin schrie laut auf – er hatte sich beim Sturz das rechte Handgelenk gebrochen.

Der Bademeister und ein zufällig anwesendes Vorstandsmitglied kamen kurze Zeit später zur Unfallstelle. Sie untersuchten den Sitz und bemerkten schnell, dass die Schrauben, die der Verein verwendet hatte, um die Sitzschalen zu befestigen, viel zu kurz waren. Später wurde auch festgestellt, dass der ausgesuchte Baumstamm im Innern bereits Fäulnis aufwies, so dass die Schrauben des Sitzes bei der Belastung einfach herausgebrochen waren.

Kevin konnte 3 Wochen nicht zur Schule gehen – das Handgelenk musste operiert werden. Die ARAG Sportversicherung, über die der Verein als Mitglied des Landessportbundes versichert war, stellte fest, dass den Verein hier ein sogenanntes „haftungsbegründendes Verschulden“ am Zustandekommen des Schadens traf.

Die Versicherung erstattete daraufhin sowohl die Kosten für den häuslichen Unterricht, den Kevin während seiner Schulabwesenheit bekam, und zahlte auch ein Schmerzensgeld an die Eltern des minderjährigen Kevin aus.

Zudem wurden auch die Kosten für die ärztliche Behandlung, welche zunächst die Krankenkasse vorgeleistet hatte, von der ARAG reguliert und an die Krankenkasse rückerstattet.

Insgesamt hatte der Unfall Kosten in fünfstelliger Höhe ausgelöst. Der Verein war heilfroh, diese nicht selber tragen zu müssen. Für die Neumontage der Sitzgelegenheiten beauftragte man sicherheitshalber einen Fachmann, damit der Rest der Sommersaison von allen „Spatzennest“-Besuchern unbeschwert genossen werden konnte.

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