Ihre Rechte bei Reisen und Reisestorno in Zeiten der Corona-Krise

Was sollte man bei bereits geplanten Fernreisen beachten? Muss ich meinen Urlaub wegen Corona stornieren? Wie sieht es mit Pauschalreisen aus? Durch die Ausbreitung des Coronavirus ergeben sich für Reisende viele Unsicherheiten. Bis vor einigen Wochen stand dabei noch die Frage im Fokus, welche Reiseziele man meiden sollte. Mittlerweile ist jedoch grundsätzlich von Reisen ins Ausland abzuraten. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuelle Situation.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich die Rechtslage schnell ändern kann. Ältere Beiträge können daher von der aktuellen Rechtslage abweichen.

27.05.2020

Wohin wir wieder reisen dürfen

Am 15. Juni will die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Touristen für 31 europäische Staaten aufheben. Wann welche Lieblingsdestinationen der Deutschen ihre Grenzen ohne Quarantänepflicht wieder öffnen wollen und welche Bestimmungen in den einzelnen Ländern gelten sollen, haben die ARAG Experten izusammengetragen (Stand 27.05. 2020).


Dänemark
Bis einschließlich 31. Mai sind die Grenzen zu Dänemark dicht. Am 29. Mai verkündet die dänische Regierung, wie es im Anschluss weitergeht. Deutsche, die in Dänemark eine Immobilie besitzen, dürfen seit dem 25. Mai wieder einreisen. Seit 18. Mai sind hier Cafés und Restaurants unter Einschränkungen auf. Ab wann Hotels für Touristen öffnen und Ferienhäuser buchbar sind, steht noch nicht fest.

Frankreich
Frankreich ist in zwei Corona-Zonen eingeteilt. Grüne Zonen weisen geringe Infektionszahlen auf, rote hingegen mehr. Ab 15. Juni sollen die Grenzen für Touristen geöffnet werden. Cafés und Restaurants dürfen wahrscheinlich ab 1. Juni in grünen Zonen öffnen. Die Nutzung der Strände soll ab 3. Juni in Regionen mit niedrigen Infektionszahlen möglich sein.

Griechenland
Ab 15. Juni macht Griechenland auf. Per Flugzeug können Urlauber aber zunächst nur über Athen anreisen. Erst ab 1. Juli werden auch andere Flughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet. Auf dem Seeweg ist eine Einreise für Touristen bis auf Weiteres noch nicht gestattet. Gaststätten sind bereits wieder am Start, Hotels und Pensionen sollen bis zum 15. Juni ebenfalls öffnen dürfen.

Italien
Hier soll die Einreise für Bürger aus EU- und Schengen-Staaten vom 3. Juni an ohne Einschränkungen möglich sein. Hotels sind bereits seit 18. Mai wieder geöffnet, Restaurants folgen am 1. Juni. Hier weisen ARAG Experten allerdings darauf hin, dass Urlauber, die mit dem Auto anreisen, unter Umständen Probleme im Transitland Schweiz haben könnten. Österreich hat bereits signalisiert, eine Durchreise ermöglichen zu wollen.

Kroatien
Seit dem 11. Mai ist laut Auswärtigem Amt (AA) eine Einreise erlaubt, wenn es einen geeigneten Nachweis über Immobilien- oder Bootseigentum gibt oder die Einreise im wirtschaftlichen Interesse Kroatiens liegt. Wie die Grenzpolizei dieses Interesse definiert, ist nicht bekannt. Seit 18. Mai haben Restaurants, Cafés, Hotels und Pensionen wieder geöffnet.

Niederlande
Zu unseren Nachbarn gab es während der gesamten Corona-Krise keine Grenzkontrollen. Auch Hotels waren nie geschlossen. Ab 1. Juni dürfen Gaststätten und Bars wieder öffnen, allerdings zunächst nur für maximal 30 Gäste, ab 1. Juli dann voraussichtlich für bis zu 100 Personen. Ab 1. Juli sollen Urlauber auch Campingplätze und Ferienparks uneingeschränkt nutzen können. Bis dahin ist Camping nur möglich, wenn Urlauber mit einem Wohnmobil anreisen, das mit eigener Sanitäranlage ausgestattet ist.
Österreich: Auch hier darf Urlaub ab 15. Juni geplant werden. Seit 15. Mai 2020 können Gastronomiebetriebe unter strengen Auflagen Gäste empfangen, ab 29. Mai 2020 sollen auch Hotels wieder öffnen.

Portugal
Deutsche dürfen bereits per Flugzeug auf dem Festland einreisen. Madeira und die Azoren sind allerdings für Urlauber noch tabu. Mit dem Auto ist die Einreise nicht erlaubt. Die offizielle Nutzung der Strände beginnt nach Angaben des AA erst mit dem 6. Juni 2020 und unterliegt ebenfalls erheblichen Beschränkungen, die jedoch abhängig von den regionalen Zuständigkeiten stark abweichen können. Hotels sollen erst ab Mitte Juli für Urlauber öffnen.

Schweden
Im Land der Elche und Nordlichter war während der Corona-Pandemie fast alles zu jeder Zeit und nur mit wenigen Einschränkungen erlaubt. Restaurants, Cafés und Bars sowie Hotels blieben geöffnet, das Leben ging fast normal weiter. Urlaub in Schweden wurde nur durch die Reisewarnungen des AA unterbunden. Urlauber mit Auto müssen bis zur dänischen Grenzöffnung noch per Fähre ab Kiel, Rostock oder Travemünde anreisen. Eine Fahrt durch Dänemark ist frühestens ab 1. Juni denkbar, je nachdem, wie die dänische Anschlusslösung aussieht.

Spanien
Bis 7. Juni befindet sich Spanien weiterhin im Alarmzustand, einschließlich umfangreicher Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im gesamten Land. Zwar dürfen Restaurants und Hotels bereits ab 1. Juni ihre Türen öffnen, aber bis zum 15. Juni bleiben die Grenzen für Urlauber zu. In einem Pilotprojekt sollen in der zweiten Junihälfte erste Touristengruppen auf den Balearen Sommerurlaub verbringen, gelingt dies ohne Covid-19-Infektionen, könnte ab 1. Juli Urlaub in ganz Spanien möglich sein.

Zypern
Hotels dürfen bereits ab 1. Juni wieder öffnen. Ab dem 20. Juni 2020 gibt es für deutsche Urlauber bei der Einreise nach Zypern keine Restriktionen mehr. Bislang war ein negativer Covid-19-Test erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden sein durfte. Seit 21. Mai sind Restaurants und Cafés wieder geöffnet, Gäste dürfen allerdings nur im Freien bewirtet werden. Erst ab 9. Juni macht auch der Innenbereich von Gaststätten wieder auf.

20.05.2020

Freiwillige Gutscheine statt Geld zurück

Heute hat das Kabinett Eckpunkte für eine freiwillige Gutscheinlösung im Pauschalreiserecht beschlossen. Die Lösung sieht nach Auskunft der ARAG Experten vor, dass Reiseveranstalter ihren Kunden statt der sofortigen Erstattung der Vorauszahlung einen Gutschein für eine spätere Pauschalreise anbieten dürfen. Voraussetzung ist, dass die Reise vor dem 8. März gebucht wurde und wegen der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden konnte. Werden die Gutscheine nicht bis spätestens Ende 2021 eingelöst, erhalten Pauschalreisende das Geld zurück. Sollte die Versicherung des Gutscheins nicht ausreichen, sind sie im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters durch eine staatliche Garantie in vollem Umfang abgesichert. Auf Grundlage dieser Eckpunkte wird das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz einen Gesetzesentwurf für eine freiwillige Gutscheinlösung im Pauschalreiserecht erarbeiten.

23.04.2020

Corona: Warum ein Sommerurlaub im Ausland schwierig werden kann

"Eine normale Urlaubssaison wird es diesen Sommer nicht geben können", so die klare Ansage von Bundesaußenminister Heiko Maas nach einer Videokonferenz der deutschsprachigen Außenminister zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Und auch die ARAG Experten können zurzeit nicht viel Hoffnung auf grenzenloses Reisen machen. Ob man trotzdem den Flug nach Mallorca bucht oder aber eine bereits gebuchte Reise storniert, muss letztlich jeder selbst entscheiden. Eine Glaskugel, in der man sehen könnte, wie sich das Coronavirus entwickelt, haben die ARAG Experten leider nicht. Aber ein paar Tipps zum Sommerurlaub können sie trotzdem geben.

Die Reisewarnungen gelten noch
Es gibt nach wie vor drastische Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweite Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Ländern. Das Risiko, aufgrund dieser Einschränkungen nicht mehr die Rückreise in die Heimat antreten zu können, ist groß. Daher warnt das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland. Solange diese Warnung besteht, ist es nicht realistisch, einen Sommerurlaub im Ausland antreten zu können.

Auch innerdeutsche Reisen zurzeit nicht möglich
Um ans Reisen zu denken, muss Deutschland zunächst einmal seine inneren und äußeren Grenzen wieder öffnen. Denn bis 3. Mai gilt: Selbst von innerdeutschen Reisen von einem Bundesland ins nächste wird dringend abgeraten. Einzelne Bundesländer wie etwa Schleswig-Holstein haben die Einreise auch untersagt – und kontrollieren das auch. Und Übernachtungen zu touristischen Zwecken sind im Inland ebenfalls nicht erlaubt. Am 30. April soll die Entscheidung fallen, wie es ab 4. Mai weitergeht.

Nach dem Urlaub in die Quarantäne
Wer autark verreist, beispielsweise mit einem Wohnmobil – und es tatsächlich schafft, über Ländergrenzen zu gelangen –, muss nach seiner Rückkehr allerdings in eine zweiwöchige Quarantäne. Dieser Beschluss des Corona-Kabinetts gilt seit 9. April.

Touristische Infrastrukturen müssen erst wiederhergestellt werden
Unabhängig von den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes, Ausgangssperren im Ausland und Quarantänebestimmungen nach einer Heimkehr müssen unsere Lieblingsurlaubsländer wie etwa Spanien, Frankreich oder Italien es zunächst einmal schaffen, touristische Infrastrukturen wieder herzustellen, die durch Covid-19 zum Erliegen gekommen sind. Unterkünfte, Restaurants, Strände, kulturelle Einrichtungen – der Mindestabstand und Hygienevorschriften definieren die Maßstäbe der Öffnung. Darüber hinaus müssen auch Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen entsprechende Sicherheits- und Hygiene-Standards vorweisen, bevor Passagiere mit ihnen reisen dürfen.

Eine gebuchte Reise stornieren?
Wer eine bereits gebuchte Reise, die vor dem 3. Mai stattfindet, stornieren möchte, hat gute Chancen, keine Stornogebühren zahlen zu müssen. Denn bis dahin gilt die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Bei Reisen, die zu einem späteren Datum stattfinden, gilt es abzuwägen: Bei einer frühzeitigen Stornierung sind unter Umständen die Stornogebühren geringer. Wer abwartet, muss entweder höhere Stornierungskosten zahlen, wenn die Reise doch möglich wäre, oder hat das Recht auf eine kostenfreie Stornierung, sollte die allgemeine Reisewarnung weiter Bestand haben oder zumindest eine Reise in das jeweilige Urlaubsland nicht möglich sein.

Ist es klug, jetzt schon eine Reise zu buchen?
Wer optimistisch genug ist, in diesen Tagen eine Reise für den Sommer zu buchen, kann bei diversen Reiseveranstaltern fündig werden, da zurzeit nur eine Reisewarnung bis Anfang Mai besteht. Ob diese verlängert wird und dann bis wann, ist völlig ungewiss. Bei der Buchung müssen zunächst einmal die Regelungen im gewünschten Urlaubsland berücksichtigt werden. Dann kommt es darauf an, welche Umbuchungs- und Stornierungsbedingungen der Anbieter hat. Zurzeit machen viele Reiseveranstalter relativ kulante Kündigungs- und Erstattungsangebote, um Reisewilligen die nötige Sicherheit zu geben. Auch eine Gutscheinvariante für den Ausfall der Reise ist denkbar. Dabei bekommen Reisende ihr Geld zurück, wenn sie ihn bis Ende 2021 nicht eingelöst haben. Hier weisen die ARAG Experten allerdings darauf hin, dass nicht eingelöste Voucher im Falle einer Insolvenz des Veranstalters verloren sind.

Reisen innerhalb Deutschlands voll im Trend
Nordsee statt Mittelmeer, Ostseestrand statt Dünen von Maspalomas, Stand-Up-Paddling auf dem Chiemsee statt Wellenreiten an der französischen Atlantikküste – 2019 verbrachte mehr als jeder dritte Deutsche laut Statista seinen Haupturlaub in Deutschland. Und wer sich mit der Idee vom Urlaub im eigenen Land anfreunden kann, hat die größten Chancen auf einen realistischen Sommerurlaub. Denn dass es innerhalb Deutschlands eine Grenzöffnung und damit Sommerurlaub daheim geben kann, haben uns die Minister Schwesig, Söder, Günther & Co. bereits vorsichtig in Aussicht gestellt.

24.03.2020

Reisen buchen oder nicht?

Sichere Aussagen zur Jahresurlaubsplanung sind derzeit schlichtweg nicht möglich. Wer aber jetzt unbedingt schon seinen Sommer- oder Herbsturlaub buchen möchte, sollte auf Pauschalreisen zurückgreifen. Wir sagen, warum.

Die Vorteile einer Pauschalreise
Bei Pauschalreisen haben Urlauber je nach Veranstalter die Möglichkeit, bis 14 Tage vor Reisebeginn den Urlaub im Zweifelsfall umzubuchen oder sogar kostenfrei zu stornieren. Bei bereits gebuchten Reisen, die in die Zeit nach der aktuell geltenden 30-tägigen Einreisesperre in die EU fallen, raten die ARAG Experten von einer Stornierung zu diesem Zeitpunkt ab, weil Stornogebühren anfallen könnten. Je länger Urlauber abwarten, desto sicherer wird die rechtliche Lage für sie.

Gutschein oder Storno?
Kunden können nicht gezwungen werden, einen Gutschein für eine ausgefallene Reise zu akzeptieren. Viele Reisende sind gerade jetzt durch das Coronavirus selbst in einer finanziell schwierigen Situation und können mit einem Gutschein wenig anfangen. Doch wer in der komfortablen Situation ist, mit einem Voucher oder einer Umbuchung leben zu können, würde dazu beitragen, dass Reiseveranstalter und Reisebüros liquide bleiben. Denn sie haben das Geld ihrer Kunden in der Regel schon an die Leistungsträger in den Zielgebieten – wie etwa Hotels, Mietwagen, etc. – ausgezahlt. Auch in dieser heiklen Situation ist die Überlegung, einen Fonds mit Bundesmitteln aufzulegen, der Zahlungen an Kunden erstattet.

Bahnfahrt als Alternative zum Flug?
Viele Reisende werden in der nächsten Zeit von den zunehmenden Flugstreichungen aller Airlines betroffen sein. Doch ist die Bahn eine Alternative? Zwar soll der Bahnverkehr laut Vorstandsvorsitzendem Dr. Richard Lutz so lange und so gut wie möglich aufrechterhalten bleiben, doch der Regionalverkehr könnte schon bald auf einen Notfallplan umgestellt werden. Grundsätzlich gilt für Bahnfahrten aber das gleiche wie für Flugreisen: Nur wer nicht darauf verzichten kann, sollte in die Bahn umsteigen. Dabei raten die ARAG Experten, auf berufsbedingte Stoßzeiten zu verzichten. Für Bahntickets gelten nach Auskunft der Deutschen Bahn Sonderkulanzregelungen für Reisen bis Ende April. So können beispielsweise bereits gekaufte Tickets bis Ende Juni flexibel genutzt werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen ist aufgehoben. Auch Gutscheine stellt die Deutsche Bahn für gebuchte Tickets mit Reisetag bis zum 30. April 2020 aus. Zudem soll ab 2. April die Stornierung eines online oder mobil gebuchten Tickets unkompliziert über die Homepage der Deutschen Bahn möglich sein.

Kreuzfahrten ausgesetzt – Gibt es Geld zurück?
Einige der größten Kreuzfahrtunternehmen, wie z. B. MSC, Royal Caribbean, Carnival oder Norwegian haben eingewilligt, für 30 Tage alle Fahrten auszusetzen, die in US-Häfen gestartet wären. Auch die Reederei Aida Cruises hat ihre gesamte Flotte wegen der Ausbreitung des Coronavirus zunächst bis Anfang April an die Kette gelegt. Ebenso wie Tui Cruises. Auch wenn die Reise nun ausfällt, haben Kreuzfahrer Glück im Unglück: Nach Auskunft der ARAG Experten bekommen sie den vollständigen Reisepreis innerhalb von 14 Tage erstattet. Auch wenn Kreuzfahrten vorzeitig abgebrochen wurden, haben sie Anspruch auf eine anteilige Erstattung der Kosten. Gehörte auch ein Rückflug ins Reisepaket, muss der Veranstalter eventuelle Mehrkosten tragen.

Kann man vom eingereichten Urlaub zurücktreten?
Die Kreuzfahrt gestrichen, der Flug annulliert, Ausgangssperren, Einreiseverbote – wenn man ohnehin nicht verreisen kann, warum also Urlaubstage verschwenden? Nach Auskunft der ARAG Experten kann der Chef jedoch darauf bestehen, dass bereits bewilligter Urlaub auch genommen wird. Auf Reisebeschränkungen durch das Coronavirus müssen Arbeitgeber keine Rücksicht nehmen.

Grundsätzlich: Beachten Sie die Hinweise des Auswärtigen Amtes

Unser Tipp: Reisende sollten – abgesehen von den derzeitigen Einschränkungen durch das Coronavrus – stets die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beachten. Die Website des Auswärtigen Amtes ist grundsätzlich eine wichtige Informationsquelle. Hier finden Sie beispielsweise aktuelle Gesundheits-, Reise- und Sicherheitshinweise.

18.03.2020

Das Auswärtige Amt warnt vor touristischen Reisen ins Ausland

„Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland wird derzeit gewarnt. Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen.“ So ist es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes zu lesen. Noch sind Reisen also erlaubt, wenn sie ausschließlich geschäftlicher Natur sind. Aber auch das ist nur graue Theorie, da die meisten Länder ihre Grenzen bereits geschlossen haben und gar kein Reiseverkehr möglich ist.

So ist die Rechtslage bei einer weltweiten Reisewarnung

Das gilt für Pauschalreisende

Durch die allgemeine Reisewarnung der Bundesregierung haben Pauschalurlauber für die Dauer der Warnung nun nicht mehr nur einen Anspruch auf eine Umbuchung ihrer Reise, sondern auf eine Erstattung der Kosten. Und zwar, ohne dass Stornokosten anfallen. Die Kulanz der Reiseunternehmen wird also zur Pflicht. Allerdings raten die ARAG Experten zu etwas Umsicht: Wer sich grundsätzlich nach der Corona-Krise vorstellen kann, die Reise in gleicher Form anzutreten, sollte nur umbuchen oder sich einen Gutschein ausstellen lassen, statt zu stornieren. Denn die Erstattung der gesamten Kosten könnten so manchen Anbieter finanziell in die Knie zwingen.

Das gilt für Individualreisende

Individualreisende haben durch die weltweite Reisewarnung erst dann die Aussicht auf eine Rückerstattung ihrer Flugkosten, wenn ihr Flug annulliert wird oder ein Einreiseverbot in die geplante Urlaubsdestination besteht. Ob auch andere Kosten erstattet und entschädigt werden müssen, hängt nach Auskunft der ARAG Experten im Wesentlichen davon ab, ob durch das Coronavirus unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen. Hierzu gibt allerdings noch keine klare Rechtsprechung.

Wer individuell eine Unterkunft gebucht hat, die nun nicht mehr erreichbar ist, muss nach wie vor auf die Kulanz der Vermieter hoffen. Denn zumindest für deutsche Unterkünfte gilt normales Mietrecht, bei dem es kein kostenloses Rücktrittsrecht gibt. Trotzdem raten die ARAG Experten zur Nachfrage beim Vermieter. Eine kostenlose Umbuchung, eine günstigere Stornorate oder ein Gutschein können für beide Seiten ein Gewinn sein.

Bei einer individuell gebuchten Unterkunft im Ausland ist die rechtliche Lage schon schwieriger, weil hier deutsches Recht nicht greift. Urlauber sind auf die Kulanz ihrer Vermieter angewiesen. So bietet Apartment-Vermittler Airbnb beispielsweise an, alle Buchungen, die am oder vor dem 14. März getätigt wurden und deren Check-in-Datum zwischen dem 14. März und 14. April liegt, kostenlos zu stornieren und bereits getätigte Zahlungen vollständig zu erstatten.

18.03.2020

Corona-Infektion im Urlaub

Wen es im Urlaub erwischt, muss damit rechnen, von den Behörden vor Ort unter Quarantäne gestellt zu werden. Welche Maßnahmen ergriffen werden, entscheiden die Landesbehörden individuell. Nach Auskunft der ARAG Experten haben infizierte Urlauber keine Chance auf eine Rückholung durch ihren Reiseveranstalter oder die Bundesregierung.

Die Zusatzkosten, die durch eine amtlich angeordnete Quarantäne für Kost, Logis und medizinische Maßnahmen entstehen, trägt bei Pauschalreisenden in der Regel der Veranstalter. Er kann versuchen, sich das Geld von den jeweiligen Behörden erstatten zu lassen, die die Quarantäne angeordnet haben. Darüber hinaus sind Reiseveranstalter verpflichtet, ihre Pauschalkunden mit alternativen Flügen nach Hause zu bringen. Wer seine Unterkunft allerdings individuell gebucht hat, bleibt meist auf entstehenden Zusatzkosten sitzen. Individualbucher müssen auf die Kulanz des Hoteliers oder Vermieters setzen und können zudem versuchen, sich das Geld von den örtlichen Behörden zurückzuholen, die die Maßnahmen angeordnet haben.

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Corona-Krise: Wir sind für Sie da – digital, telefonisch, persönlich

18.03.2020

Rückholaktionen der Bundesregierung

Da laut Auswärtigem Amt mit weiteren drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist, ist das Risiko groß, dass man seine Rückreise nicht mehr wie geplant antreten kann.

Einige Menschen sind jetzt schon im Ausland gestrandet. Sie will die Bundesregierung zurückholen und hat dafür 50 Millionen Euro bereitgestellt. Zunächst geht es um besonders betroffene Länder wie etwa Marokko, die Dominikanische Republik, Ägypten und die Philippinen.

ARAG Experten raten Betroffenen, sich zunächst mit ihrem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen und sich auch über die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu informieren. Darüber hinaus sollen Reisende, sich in die Krisenvorsorgeliste elefand einzutragen. Hier werden Deutsche, die im Ausland leben, elektronisch erfasst, um im Notfall unverzüglich Kontakt mit ihnen aufnehmen zu können.

Zudem gibt es die Möglichkeit, sich online bei der Initiative Fly home anzumelden. Hierbei organisiert die Bundesregierung mit Condor spezielle Charterflüge weltweit, um Deutschen mit gültiger Aufenthaltsberechtigung die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen.

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