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Möchten Sie Ihre pflegebedürftigen Angehörigen gern selbst betreuen oder unterstützen, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Sie haben das Recht dazu. Wir erläutern Ihnen die gesetzlichen Bestimmungen und zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Jeder hat das Recht, nahe Angehörige zu pflegen. Zu diesen Angehörigen zählen Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, Geschwister sowie Kinder, Adoptiv-, Pflege- und Stiefkinder. Dafür können Arbeitnehmer Pflegezeit beantragen, die im Regelfall nicht verwehrt werden darf.

Gut zu wissen ist auch, dass Sie, wenn Sie einen Angehörigen nicht-erwerbsmäßig pflegen, den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung genießen, beispielsweise bei einem Wegeunfall. Oder wussten Sie, dass Sie beim Versorgungsamt fragen können, ob der Pflegebedürftige Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis hat? Damit hätte er das Recht auf bestimmte Vergünstigungen wie die freie Fahrt für Begleitpersonen in Bahn und Bus.

Weitere Themen sind Lohnfortzahlung, Versicherung, Selbsthilfegruppen – lesen Sie, was Ihnen auch noch helfen könnte.

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Verwirklichen Sie im Fall der Fälle Ihre Vorstellung von guter Pflege und sichern Sie sich gegen die Kosten ab.

Freistellung von der Arbeit

Wollen Sie sich als Arbeitnehmer für die Pflegezeit von der Arbeit freistellen lassen, wird zwischen kurzzeitiger Arbeitsverhinderung und längerer Pflegezeit unterschieden – in beiden Fällen genießen Sie besonderen Kündigungsschutz.

Sofort und für bis zu zehn Tage dürfen Sie sich eine Auszeit nehmen, wenn sich kurzfristig beispielsweise aus einem Sturz oder einem sonstigen Unfall heraus ein akuter Pflegefall in Ihrem familiären Umfeld ergibt. Dabei kann Ihr Arbeitgeber ein ärztliches Attest verlangen, das die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen bestätigt.

Diese kurze Pflegezeit können Sie zum Beispiel dafür nutzen, weiterführende Maßnahmen zu organisieren.

Bei der langfristigen Form der Pflege können Sie sich bis zu sechs Monate unbezahlt freistellen lassen. Das gilt allerdings nur in Firmen, die mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen. Als Nachweis reicht in diesem Fall ein Attest des Arztes jedoch nicht aus. Sie benötigen die Bescheinigung der Pflegekasse oder des medizinischen Dienstes, , dass bei der zu pflegenden Person mindestens die Pflegestufe I vorliegt.

Kündigen Sie Ihre Pflegezeit mindestens zehn Tage vor Beginn an und beachten Sie, dass sich die Pflegezeit nicht splitten und frei wählen lässt.

In einem konkreten Fall wollte ein Arbeitnehmer sich im Juni um seine pflegebedürftige Mutter kümmern; der Arbeitgeber stimmte zu. Als der Beschäftigte im Dezember des gleichen Jahres erneut eine Pflegezeit anmeldete, lehnte der Arbeitgeber jedoch ab. Zu Recht, entschied das Bundesarbeitsgericht. Arbeitnehmer müssen die Pflegezeit in einem Zeitraum nehmen und können sie nicht aufteilen, auch wenn die sechs Monate noch nicht aufgebraucht sind.

Lohnfortzahlung und Versicherungsleistungen

Je nachdem wie der Arbeitsvertrag oder ein anwendbarer Tarifvertrag gestaltet sind, kann es sein, dass Sie als pflegender Angehöriger zumindest einige Tage ohne Geldverlust bleiben können. Ab dem 1.10.2015 gibt es dann sogar eine gesetzlich festgeschriebene Lohnersatzleistung von bis zu 90 Prozent des Nettolohns für bis zu zehn Tagen. Für eine längere Zeit ist eine Lohnfortzahlung jedoch nicht vorgesehen. Derjenige, der sich von der Arbeit freistellen lässt und nicht in die Familienversicherung seines Ehepartners mit aufgenommen werden kann, muss sich zudem Gedanken zu seiner Krankenversicherung machen.

Wir raten, auf jeden Fall einen Zuschuss bei der Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen zu beantragen, um damit die anfallenden Kosten decken zu können. Auch die Beiträge für die Rentenversicherung können bei einer Pflegezeit von mindestens 14 Stunden die Woche von der Pflegekasse übernommen werden – ebenso wie die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Wer zahlt was?

Unsere Experten erläutern Ihnen alles, was Sie zur Pflegeversicherung wissen sollten.

ARAG Experten erläutern die Pflegeversicherung
 

Förderungen für pflegende Angehörige

Mit dem „Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung“ (PNG) gibt es mehr staatliche Unterstützung für die pflegenden Angehörigen. Sie können zum Beispiel eine Auszeit von der Pflege nehmen. Dazu wird die Hälfte des Pflegegeldes weitergezahlt, wenn der gepflegte Angehörige für kurze Zeit in anderweitige Pflege gegeben wird. Der dringend benötigte Urlaub für Arbeitnehmer mit Doppelbelastung wird so realisierbar.

Außerdem fördert der Staat verstärkt Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige, in denen sie sich mit anderen Betroffenen austauschen und spüren können, dass sie nicht allein sind. Wenden Sie sich beispielsweise an „Der Paritätische“, dort erhalten Sie Informationen über die Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.

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