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01.02.2015

Vorsatzhandlung aus Frust

Was für ein Tag für die A-Jugend des FC Möggenried! Dabei hatte er so hoffnungsvoll begonnen. Eigentlich waren die Jungs vom FC als klarer Favorit in dieses Spiel gegangen, das den Aufstieg in die Bezirksliga klarmachen sollte.

Trainer Tobias V. hatte in den Interviews noch abgewiegelt und darauf hingewiesen, dass der Gegner über die ganze Saison eine beständige Leistung gezeigt habe. Aber der Mittelstürmer und „Goalgetter“, dem mit 18 Treffern in dieser Saison die „Goldene Torjäger-Kanone“ schon nicht mehr zu nehmen war, hatte sich ganz anders geäußert. „Die fegen wir vom Platz“, hatte Kevin M. vollmundig vor Beginn des Spiels den Pressevertretern zugerufen.

Bis zur 68. Minute hatten sie ihre helle Freude an Kevins dynamischem und kraftvollem Spiel. Er war da, wo ein Stürmer sein muss. Im gegnerischen Strafraum verursachte er so viel Unruhe, dass die zunächst in der Deckung sehr kompakt stehende Spielvereinigung Gremelhausen ihre Ordnung verlor. Nachdem der Torwart der SVG den Weitschuss der schussgewaltigen Nr. 10 des FC nicht festhalten konnte und abprallen ließ, war Kevin M. zur Stelle und staubte zum 1:0 ab.

Das Führungstor zwang die Spielvereinigung zu einer größeren Offensive, die, wie so oft, auf Kosten der Deckung ging. Die beiden Innenverteidiger der SVG, Manuel D. und Jürgen K. , waren nach dem weiten Pass von FC-Spieler Dirk B. wohl der Meinung, Kevin habe abseits gestanden, aber der Schiedsrichter sah das anders. Weil auch der Linienrichter kein Zeichen gegeben hatte, erkannte er den Treffer zum 2:0 für den FC an.

Kevin schien also Recht gehabt zu haben: Der überlegene FC würde die SVG vom Platz fegen. Damit lag er aber nur bis zur 68. Minute richtig.

Stürmer müssen damit rechnen, dass Verteidiger sie hart angehen, erst recht in einem Spiel, in dem es um den Aufstieg geht. Das Tackling von Manuel D. an Kevin war nach Ansicht aller Beobachter konsequent, aber regelkonform. Der Schiedsrichter ließ weiterspielen und Manuel passte an dem auf dem Boden liegenden Kevin vorbei zu seinem Spielmacher. Und dann lag auf einmal Manuel am Boden und vom Platz gefegt wurde Kevin M.. Der Schiri hatte das Foul nicht gesehen und wurde erst durch den Aufschrei der Zuschauer auf das Geschehene aufmerksam. Der Linienrichter zeigte ihm mit Gesten, dass Kevin seinen Gegenspieler mit einem Faustschlag niedergestreckt hatte. Die Konsequenz konnte nur der Platzverweis für Kevin M. sein, aber dieser lamentierte in unsportlicher Weise noch weiter, auch nachdem er die rote Karte gesehen hatte. Der Trainer musste eingreifen und ihn vom Platz führen. Dabei ließ Kevin M. seinem Frust freien Lauf und trat mit voller Wucht in die Werbebande.

Das Spiel konnte erst nach einer längeren Unterbrechung wieder angepfiffen werden.
Danach brach der FC regelrecht ein, die Angriffsspitze verlor ein um das andere Mal wegen schlechten Zuspiels den Ball. Die SVG fasste immer mehr Mut - sie merkte, welche Chance sich ihr bot. Der FC konnte nun kaum noch dagegen halten und wurde stetig unsicherer, was sich in immer mehr Ballverlusten bemerkbar machte. Nachdem ein weiterer Spieler des FC Möggenried die rote Karte gesehen hatte, verlor der FC das Spiel letztendlich mit 4:2.

Damit war der ersehnte Aufstieg in die Bezirksliga dahin. Kevin M. war mit einem Kieferbruch ins Krankenhaus eingeliefert worden, der Platzeigentümer machte Schadenersatzansprüche wegen der kaputten Werbebande geltend.

Weil Kevin ja schon gestraft genug war, kam der Schriftführer des FC auf die Idee, die Schadensschilderung gegenüber der Versicherung „ein wenig zu frisieren“: Kevin M. konnte doch ebenso gut beim Fallen mit beiden Füßen vorneweg in die Werbebande gerutscht sein. So wäre es ein Schadenereignis, das von der Sport-Haftpflichtversicherung übernommen werden müsste, die bei einer vorsätzlichen Beschädigung durch den Spieler natürlich nicht eingetreten wäre.

Der Nachweis, dass sich der Fall so nicht ereignet haben konnte, war schnell geführt. Die Zeugen bestätigten den Sachverhalt, wie er sich tatsächlich abgespielt hatte, das Schadenbild sagte ein Übriges. Kevin M. würde also für den von ihm in unsportlicher Weise verursachten Sachschaden selbst aufkommen müssen.

Der Verein hatte Glück, dass seine Aussage aus falsch verstandener Solidarität keine strafrechtlichen Konsequenzen hatte.

Kevin M. hat seine Lektion ebenfalls verstanden, erfreut sich inzwischen wieder bester Gesundheit und zeigt schon wieder vollen Einsatz für den Aufstieg seiner Mannschaft.


* Namen von der Redaktion geändert

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