Die Höhe der Unterhaltszahlungen berechnet sich nach den Altersstufen der Kinder und dem Einkommen der Eltern.

Zahlbeträge laut Düsseldorfer Tabelle

Für die Berechnung des Unterhalts ist die Düsseldorfer Tabelle die entscheidende Leitlinie. Sie wurde 1962 durch das Oberlandesgericht Düsseldorf entwickelt und wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Die Düsseldorfer Tabelle wird von den Gerichten für die Bemessung der Unterhaltszahlungen herangezogen, ganz besonders, wenn es um den Unterhalt von Kindern nach der Trennung der Eltern geht. Die Beträge berechnen sich nach den Altersstufen der Kinder und dem Einkommen der Eltern. Vom Unterhaltsbedarf laut der Düsseldorfer Tabelle wird das Kindergeld abgezogen. Es handelt sich also nicht um die Endsumme.

Düsseldorfer Tabelle: Unterhalt fürs Kind

Mit der Trennung der Eltern hat das Kind Anspruch auf Barunterhalt durch den Elternteil, der nicht mehr im Haushalt lebt und folglich nicht mehr zum Haushaltseinkommen beiträgt. Allerdings findet der Anspruch seine Grenze im Selbstbehalt des zahlungspflichtigen Elternteils. Die Einteilung der Kinder erfolgt nach folgenden Altersgruppen:

  • 0 bis 5 Jahre
  • 6 bis 11 Jahre
  • 12 bis 17 Jahre
  • Ab 18 Jahren
 

Auszug aus der Düsseldorfer Tabelle

(Stand 01/2019)

 
Nettoeinkommen
Altersstufe 0 - 5
Altersstufe 6 - 11
Altersstufe 12 - 17
Altersstufe ab 18
Bis 1.900 354 406 476 527
1.901 - 2.300 372 427 500 554
2.301 - 2.700 390 447 524 580
2.701 - 3.100 408 467 548 607
3.101 - 3.500 425 488 572 633
3.501 - 3.900 454 520 610 675
3.901 - 4.300 482 553 648 717
4.301 - 4.700 510 585 686 759
4.701 - 5.100 539 618 724 802
5.101 - 5.500 567 650 762 844
 

Die Zahlungsverpflichtung endet nicht mit der Volljährigkeit, sondern erst wenn die erste Ausbildung abgeschlossen ist. Die Einteilung berücksichtigt außerdem das Einkommen in Schritten von 400 Euro. Die Richtsätze der 1. Einkommensgruppe entsprechen dem gesetzlich festgelegten Mindestbedarf des Kindes und entsprechen 100 Prozent. Die Berechnung der Unterhaltsbeträge der weiteren Einkommensgruppen erfolgt in Prozent vom Mindestbedarf und reicht bis 160 Prozent. Liegt das Einkommen des zur Zahlung verpflichteten Elternteils über 5.500 Euro netto pro Monat, erfolgt eine Einzelfallberechnung. Bis zur Volljährigkeit vertritt der erziehungsberechtigte Elternteil die Interessen des Kindes gegenüber dem Unterhaltspflichtigen. Mit der Volljährigkeit muss das Kind selbst den Unterhalt einfordern. Der Elternteil, in dessen Haushalt das Kind lebt, ist ihm bis zur Volljährigkeit zum Naturalunterhalt verpflichtet, der andere Elternteil zum Barunterhalt. Auch das ändert sich mit dem Eintritt in die Volljährigkeit. Nun sind beide Eltern zum Barunterhalt verpflichtet. Das gilt auch für Kinder, die weiterhin im Haushalt leben. Aufwendungen für Kost und Logis können hier aber angerechnet werden. Ist der Unterhaltspflichtige nicht in der Lage, den Unterhalt für alle Unterhaltsberechtigten zu zahlen, ist von einem Mangelfall die Rede.

Unterhaltsrechner

Ja Nein

Basiert auf der Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.01.2019.
Nicht berücksichtigt ist das Kindergeld, das gemäß §1612b Abs. 1 BGB auf das jeweilige Kind angerechnet wird.

Trennungsunterhalt/nachehelicher Unterhalt

Auch der Ehegatte kann Anspruch auf Unterhalt haben. Bis zur Scheidung spricht das Gesetz von Trennungsunterhalt, nach der Scheidung kann ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt bestehen.
Beim Anspruch auf Trennungsunterhalt wird im Wesentlichen auf die ehelichen Lebensverhältnisse abgestellt. War also der eine Ehegatte ehebedingt nicht erwerbstätig, muss er sich in der Regel auch im Trennungsjahr keinen Job suchen, sondern kann Trennungsunterhalt geltend machen. Und wer in der Ehe nur einer Teilzeittätigkeit nachgegangen ist, muss jetzt keine Vollzeitstelle antreten. Hat ein Ehepartner kein Einkommen, kann er laut Düsseldorfer Tabelle 3/7 des bereinigten Nettoeinkommens des zahlungspflichtigen Partners beanspruchen. Haben beide Eheleute Einkommen, muss der Unterhaltsverpflichtete 3/7 der Differenz zwischen beiden Einkommen an den anderen zahlen. Dazu kommen Vorsorgeaufwendungen, z.B. für eine Krankenversicherung. Beim nachehelichen Unterhalt gilt laut Gesetz dagegen der Grundsatz der Eigenverantwortung. Das bedeutet: Nach der Scheidung sind beide Ex-Partner zunächst verpflichtet, für den eigenen Unterhalt zu sorgen. Nur wenn besondere Gründe vorliegen, die im Gesetz definiert sind, besteht ein Anspruch auf Unterhaltszahlungen gegen den früheren Ehegatten. Der häufigste Fall ist der Unterhalt wegen der Betreuung eines Kindes. Daneben sieht das Gesetz unter anderem den Unterhalt wegen Alters, wegen Krankheit oder wegen Erwerbslosigkeit des geschiedenen Partners vor. Unter Umständen kann bei Ehen von langer Dauer auch sogenannter Aufstockungsunterhalt beansprucht werden, wenn die Einkünfte nicht ausreichen, um den aus der Ehe gewohnten Lebensstandard zu halten. Allerdings kann der Unterhalt für den Ehegatten gekürzt werden, wenn unterhaltsberechtigte Kinder privilegiert zu behandeln sind. Das gilt für Minderjährige und Volljährige, auch wenn das bei mehreren Kindern oder geringem Einkommen dazu führt, dass der Ehegatte gar kein Geld erhält.
Unter folgenden Bedingungen muss kein Unterhalt an den Ex-Partner gezahlt werden:

  • Arbeitsverhältnis selbst grundlos gekündigt
  • Arbeitsstelle durch Eigenverschulden gekündigt
  • Reduzierung der Stundenzahl ohne plausiblen Grund
  • Kein aktives Bemühen um neuen Arbeitsplatz nach Jobverlust

In diesen Fällen wird das fiktive Einkommen berechnet.

Selbstbehalt laut Düsseldorfer Tabelle

Die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners wird durch den sogenannten Selbstbehalt oder Eigenbedarf begrenzt. Dadurch soll verhindert werden, dass der Schuldner selbst bedürftig wird. Der Selbstbehalt gegenüber Kindern ist niedriger als gegenüber getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten. Die Düsseldorfer Tabelle beziffert den Selbstbehalt gegenüber minderjährigen und privilegiert volljährigen Kindern auf 1.080 Euro für Erwerbstätige. Bei nicht erwerbstätigen Unterhaltsschuldnern liegt er bei 880 Euro. In beiden Beträgen sind Kosten für Unterkunft in Höhe von 380 Euro enthalten. Geht es um die Berechnung des Unterhalts für den Ex-Partner, liegt der Selbstbehalt laut den Leitlinien des OLG Düsseldorf bei 1.200 Euro, egal, ob der Schuldner erwerbstätig ist oder nicht. Die darin enthaltenen Kosten für eine Wohnung beziffert die Tabelle mit 430 Euro.