07.11.2011

Pflegerente und Pflegetagegeld

Die Altersstruktur der Bevölkerung ändert sich stetig. Der Anteil älterer Menschen im Vergleich zu den Jüngeren steigt aufgrund der hohen Lebenserwartung kontinuierlich an. Mit dieser Entwicklung wächst auch die Notwendigkeit der Vorsorge im Pflegefall. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind aber oft unzureichend und können die entstehenden Pflegekosten nicht decken. Daher ist es empfehlenswert, für den Pflegefall zusätzlich privat vorzusorgen. Dies kann z.B. durch Abschluss einer Pflegetagegeld- oder Pflegerentenversicherung geschehen. ARAG Experten erläutern die Einzelheiten:

Die Pflegetagegeldversicherung

Im Pflegefall zahlen die Versicherungen täglich einen bestimmten Geldbetrag, den sogenannten Tagessatz. Diesen vereinbart man beim Abschluss der Versicherung mit der Versicherungsgesellschaft.

Die Höhe des Tagessatzes, die im Pflegefall gezahlt wird, richtet sich in der Regel nach der Pflegestufe. Maßgebend für die Pflegestufe ist der Pflegebedarf. Den Pflegebedarf stellt der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Auftrag der jeweiligen Pflegekasse fest. Die Pflegekasse bzw. der Krankenversicherer ordnet dann den Pflegebedarf einer der drei Pflegestufen zu.

Die Pflegestufe I bekommen „erheblich Pflegebedürftige“, die Pflegestufe II „Schwerpflegebedürftige“ und die Pflegestufe III „Schwerstpflegebedürftige“. Bei niedrigen Pflegestufen zahlt die Pflegetagegeldversicherung in der Regel nur einen bestimmten Prozentsatz des vereinbarten Tagegeldes.

Außerdem erhält der Versicherte bei gleicher Pflegestufe oft weniger, wenn er zu Hause anstatt im Pflegeheim versorgt wird.

Die Pflegerentenversicherung

Wie bei einer Lebensversicherung zahlt der Kunde monatlich Beiträge für eine lebenslange Rente. Im Pflegefall zahlt die Versicherung eine Monatsrente in vereinbarter Höhe bis zum Lebensende. Bei der Pflegerentenversicherung muss zunächst Kapital angespart werden. Erst danach kann eine Leistung im Pflegefall beansprucht werden. Ferner gibt es eine Besonderheit bei den Pflegerentenversicherungen: Man ist von der Beitragszahlungspflicht befreit, solange man Leistungen aus dieser bezieht.

Die Pflegerentenversicherung kann in der Regel auch in höherem Alter noch abgeschlossen werden kann, teilweise auch, wenn Vorerkrankungen bestehen.

Praxistipp

Bei der Wahl zwischen der Pflegetagegeld- und Pflegerentenversicherung sollte darauf geachtet werden, wie sich die finanzielle Situation momentan darstellt und in naher Zukunft aussehen wird. Die Pflegetagegeldversicherung bietet sich dann an, wenn man niedrigere Beiträge zahlen möchte, dafür aber eine jährliche Beitragsanpassung akzeptiert. Wer dagegen in der Lage ist, höhere Festbeiträge zu leisten, sollte sich für die Pflegerentenversicherung entscheiden.

Die Pflegetagegeldversicherung sollte frühzeitig abgeschlossen werden, vorzugsweise wenn man nicht älter als 55 Jahre und möglichst gesund ist, da Ältere deutlich höhere Beiträge und die Kunden mit gesundheitlichen Problemen Risikozuschläge zahlen müssen.