18.12.2015

Das ändert sich 2016 für Patienten

Wie in jedem Jahr, so bringt auch der Jahreswechsel 2015/2016 wieder zahlreiche Neuerungen mit sich: Einige betreffen Patienten und Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. ARAG Experten geben Ihnen einen Überblick über die Änderungen.

Schneller Termine beim Facharzt

Termine bei einem Facharzt sind für Kassenpatienten allzu oft erst nach monatelangen Wartezeiten zu haben. Das soll sich jetzt ändern: Gesetzlich Versicherte haben ab 2016 ein Recht auf einen Termin beim Facharzt innerhalb von vier Wochen. Ab Januar wird in jedem Bundesland eine Servicestelle der Kassenärzte die schnellere Terminvergabe organisieren. Sie soll den Versicherten innerhalb einer Woche einen Praxistermin in zumutbarer Entfernung vorschlagen. Die Wartezeit bis zum Termin darf nicht länger als vier Wochen sein.

Die Beitragssätze in der Sozialversicherung steigen 2016 nicht

In der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt es beim allgemeinen Grundbeitragssatz von 14,6 Prozent. Aufgrund der weiter steigenden Gesundheitskosten wird sich allerdings der zusätzliche kassenindividuelle Beitragssatz für viele Versicherte erhöhen. Das Bundesgesundheitsministerium hat den durchschnittlichen kassenindividuellen Beitragssatz für 2016 auf 1,1 Prozent festgelegt. Das entspricht einem Gesamtbeitragssatz von 15,7 Prozent. Den individuellen Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder legt jede Kasse bis Jahresende fest. Er wird von den Arbeitnehmern alleine getragen. Der Arbeitgeberanteil steigt nicht.

Krankengeld-Auszahlschein entfällt

Ab 2016 wird Ihnen Ihr Arzt im Krank­heitsfall eine neu gestaltete Arbeits­unfähigkeitsbescheinigung – den sogenannten „gelben Zettel“ – aus­stellen. Diese soll den Bezug von Krankengeld vereinfachen. Der bisher zusätzlich nötige Krankengeld-Auszahlschein, den Versicherte vom Arzt ausfüllen lassen und an ihre Krankenkasse schicken mussten, entfällt künftig damit.

Keine Mitversicherung für ALG-II-Bezieher

Empfänger von Arbeitslosengeld II, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse familienversichert sind, müssen sich ab 1. Januar 2016 über eine eigene Mitgliedschaft versichern. Die gesetzliche Neuregelung schreibt vor, dass die bestehende Familienversicherung zum 31. Dezember 2015 endet. Die meisten gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Umstellung automatisch. Die betroffenen Versicherten sind über den Vorgang in der Regel schon informiert worden. Tipp: Beziehen Sie derzeit ALG II und haben Sie noch nichts von Ihrer Krankenkasse gehört, sollten Sie laut ARAG Experten nachfragen, damit keine Versicherungslücken entstehen.

Höhere Beitragsbemessungsgrenzen

Gutverdiener müssen im kommenden Jahr mehr in die gesetz­liche Krankenversicherung einzahlen. Weil Löhne und Gehälter 2015 erneut gestiegen sind, werden auch die Beitragsbe­messungsgrenzen angehoben. Bis zu dieser Grenze müssen Beiträge zur Krankenversicherung aus dem Gehalt abgeführt werden. Nur der Teil des Einkommens, der darüber hinausgeht, ist beitragsfrei. Die Beitragsbemessungs­grenze für die gesetz­liche Krankenversicherung liegt bundeseinheitlich bei 50.850 Euro im Jahr (2015: 49.500 Euro). Auch die Versicherungs­pflichtgrenze erhöht sich; und zwar auf 56.250 Euro pro Jahr (2015: 54.900 Euro). Bis zu diesem Einkommen sind Arbeit­nehmer zwingend Mitglied in der gesetzlichen Kranken­versicherung. Liegen sie darüber, können sie sich privat krankenversichern.

E-Health-Gesetz: Anwendungen für elektronische Gesundheitskarte kommen

Seit Anfang 2015 ist die elektronische Gesundheitskarte für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung bereits Pflicht. Damit die technischen Möglichkeiten der Karte zukünftig auch genutzt werden können, hat der Gesetzgeber am 3. Dezember 2015 das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ – kurz: „E-Health-Gesetz“ – verabschiedet.

Es soll zu Beginn des kommenden Jahres in Kraft treten. Patienten, denen drei oder mehr Medikamente verordnet wurden, haben danach ab Oktober 2016 einen Anspruch auf einen Medikationsplan, der zunächst in Papierform geführt wird. Ab 2018 sollen die Daten dann auf der Gesundheitskarte gespeichert werden, sofern der Patient dem zustimmt. Ebenfalls auf Wunsch des Versicherten können ab 2018 Notfalldaten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden, was vor allem bei Allergien oder Vorerkrankungen im Ernstfall lebensrettend sein kann. Ab 2019 soll noch eine elektronische Patientenakte hinzukommen, in der zum Beispiel auch Arztbriefe abgelegt werden können.

Das ändert sich 2016

Düsseldorfer Tabelle, Rauchmelder, Wohngeld, Briefporto und vieles mehr: Wir haben die wichtigsten Neuerungen für Sie zusammengestellt.

Das ändert sich 2016 für Autofahrer

Hauptuntersuchung beim TÜV, Elektroautos, rotes Kennzeichen, Fahrtenschreiber und ABS für Motorräder sind einige der Themen, über die wir Sie informieren.

UNSERE EMPFEHLUNG

Krankenzusatz­versicherungen

Kassenleistungen für die ganze Familie intelligent ergänzen.

Cookies auf ARAG.DE

Wir verwenden verschiedene Arten von Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Details und Widerspruchsmöglichkeiten finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

Hier finden Sie das Impressum.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

Den Link zu unseren Datenschutzhinweisen finden Sie
jeweils am Ende jeder Seite (im Footer-Bereich).