12.04.2012

Einheitliche Rufnummer für ärztlichen Notdienst

Was haben Hexenschuss, Bauchschmerzen und hohes Fieber gemeinsam? Sie treten meistens am Wochenende oder mitten in der Nacht auf – wenn keine Arztpraxis geöffnet hat. Wer dann schnell ärztliche Hilfe benötigt, sucht in der Tageszeitung nach der zuständigen Bereitschaftspraxis oder die vor Monaten notierte Nummer des hausärztlichen Notdienstes oder ruft in seiner Verzweiflung gleich mal die bekannte Nummer 112 an. Dieser Wirrwarr hat laut ARAG Experten jetzt ein Ende, denn Deutschland ist das erste Land der EU, welches eine einheitliche Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst einführt.

Die einheitliche Rufnummer – 116 117

Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln – auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Patienten, die die schnelle Hilfe durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen wollen, brauchen ab Montag, dem 16. April 2012 nur noch die Nummer 116 117 zu wählen. Die neue einheitliche Nummer gilt bundesweit, funktioniert ohne Vorwahl und der Anruf ist für Patienten kostenlos. Der Bereitschaftsdienst ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet. Bei akuten Notfällen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall und schweren Unfällen, alarmiert man natürlich weiterhin den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112.

Automatische Weiterleitung

Wer ambulante Hilfe außerhalb der Praxiszeiten braucht, wählt also künftig die 116 117 und wird dann automatisch mit dem nächstgelegenen Bereitschaftsdienst verbunden. Bei Anrufen vom Handy wird das allerdings erst einmal noch nicht funktionieren. Sollte die Weiterleitung aber aus technischen Gründen nicht automatisch möglich sein, landet der Anruf in einem der beiden bundesweiten Service-Center. Dort übernehmen medizinisch qualifizierte Mitarbeiter die Vermittlung dann persönlich.

Europaweite Lösung in Sicht

Die EU hat die einheitliche Rufnummer schon europaweit für den ärztlichen Bereitschaftsdienst reserviert. So kann zukünftig jeder Mensch in Europa – egal ob in London oder Rom – per 116 117 jederzeit den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Derzeit gilt die Nummer aber erst einmal nur bundesweit für rund 85 Prozent der Bundesbürger. In Baden-Württemberg, im Saarland sowie teilweise auch in Rheinland-Pfalz und Hessen wird es noch einige Monate dauern, bis sie geschaltet ist. Wenn ein Patient die Nummer in einer Region wählt, die noch nicht angeschlossen ist, dann hört er eine Bandansage, die ihn darüber informiert und auch darüber, wo er die für seinen Bezirk gültige Nummer findet, beruhigen die ARAG Experten.

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