02.07.2014

Freizeitsport: Verletzungsrisiko ist nicht zu unterschätzen

Die deutsche Nationalmannschaft muss bei der WM in Brasilien ohne den verletzten Marco Reus auskommen undFranck Ribery fehlt den Franzosen. Beide können beim Viertelfinalspiel am Freitag ihre Elf nur moralisch von zuhause aus unterstützen. Beim Sport verletzen sich aber nicht nur Fußball-Profis. Sport ist zwar als Bestandteil eines gesunden Lebensstils anerkannt und viele Studien belegen die positiven Effekte sportlicher Aktivität. Dem gesundheitlichen Mehrwert des Sporttreibens stehen jedoch ca. 2 Mio. Sportverletzungen jährlich gegenüber. In einem gerade erschienen Aufsatz beleuchten Dr. Thomas Henke und Patrick Luig (beide Ruhr-Universität-Bochum, Fakultät für Sportwissenschaft) sowie David Schulz von der ARAG Sportversicherung das Verletzungsgeschehen im deutschen Vereinsport zwischen 1987 und 2012.

Ergebnisse der Studie

Im untersuchten Zeitraum wurden 200.884 Sportverletzungen erfasst. Die Daten entstammen einer gemeinsamen Erhebung der Ruhr-Universität Bochum und der ARAG Sportversicherung in ausgewählten Landessportbünden. Knapp zwei Drittel der Verletzungen resultieren aus den Sportarten Fußball, Handball, Basketball und Volleyball, obwohl in diesen nur etwa ein Drittel der Sportler organisiert sind. Die Ballsportarten mit ihrer Zweikampfcharakteristik, großer Popularität und hohem Verletzungsrisiko fallen den Fachleuten somit ins Auge. Während die Zahl an Sprunggelenkverletzungen zurückgeht, steigt die Zahl der Knieverletzungen an. Die Gründe hierfür sind nach Einschätzung der Autoren, dass Ballsportarten immer mehr weibliche Anhänger finden, die im Vergleich zu Männern ein erhöhtes Risiko für Knieverletzungen haben. Die Verletzungen beim Wintersport sind dem gegenüber seit Jahren rückläufig. Gründe hierfür sind die Weiterentwicklung u. a. der Ski- und Snowboard-Ausrüstung sowie die mittlerweile hohe Helmtragequote in vielen Wintersportländern. Zum gesunden Sport gehört eben die Verletzungs-Prävention – aber auch eine gesunde Absicherung.

Sportversicherung – Was ist im Verein versichert?

Die meisten Landessportbünde und Landessportverbände haben zusammen mit der ARAG Sportversicherung ein sehr umfassendes Versicherungswerk geschaffen, durch das praktisch der gesamte Vereinsbetrieb, Mitarbeiter und Helfer sowie alle Mitglieder abgesichert sind. In der Sportversicherung enthalten sind die Versicherungszweige Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Vertrauensschaden-Versicherung sowie Rechtsschutzversicherung. Einige LSB/LSV haben darüber hinaus noch eine Krankenversicherung sowie eine Reisegepäck-Versicherung für Auslandsreisen. Um den genauen Umfang der Versicherungsleistungen zu erfahren, sollten sich interessierte Mitglieder an das jeweilige Versicherungsbüro beim LSB/LSV oder den Verein selbst wenden.

Sportversicherung – reicht das?

Für den normalen Vereinsbetrieb ist die Sportversicherung eine sehr gute Absicherung für Verein, Mitarbeiter und Mitglied. Allerdings sollte bedacht werden, dass die Sportversicherung nur den durchschnittlichen Versicherungsbedarf abdecken kann. Den Individualbedarf muss jeder Verein für sich feststellen und absichern. Dazu gehören Vereinsgebäude- und Inhaltsversicherungen, Elektronikversicherungen (wenn EDV im größeren Umhang vorhanden ist) sowie Betriebsversicherungen für vereinseigene Gesellschaften (beispielsweise eine GmbH für die Vermarktung des Vereins). Ähnliches gilt auch für die handelnden Personen. Individueller Versicherungsbedarf, weil z.B. die Versicherungssummen der Sportversicherung nicht der persönlich für nötig gehaltenen Absicherung entsprechen, muss über Zusatzversicherungen gedeckt werden. Allerdings sollte nach Auskunft von ARAG Experten beachtet werden, dass dieser Individualbedarf ja nicht nur für die Betätigung im Verein gilt, sondern für den ganzen Tag, beruflich oder privat.

Weitere Infomationen

Der Aufsatz „Sportunfälle im Vereinssport in Deutschland“ ist erschienen im „Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz“, Juni 2014, Volume 57, Issue 6, pp 628-637. Eine Zusammenfassung findet sich hier.

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