Justus von Eitzen, 20, ist einer der besten eSports-Profis der Welt. Als
professioneller Spieler ist er bei SK Gaming unter Vertrag. Wir sprachen mit ihm
über seine Karriere, den eSport und was man mitbringen muss, um so
erfolgreich zu werden wie er.

Als Grundschüler hast Du bereits auf hohem Niveau Schach gespielt und an Landeswettbewerben teilgenommen, inwiefern war das eine Grundlage, um im eSport erfolgreich zu sein?

Ich habe schon als Kind Strategie- und Logikspiele geliebt und war in Dingen,
die mich sehr begeistert haben, immer extrem ehrgeizig und mit voller
Leistung dabei. Dies hat meine Spiel-Mentalität schon in jungen Jahren sehr
geprägt.

Computerspiele, Handy und auch Fernsehen war Dir im selben Alter nicht erlaubt, wozu war das gut?

Stimmt, im Kindesalter hatte ich kein Handy, einen Fernseher habe ich bis
heute nicht und Computerspiele durfte ich erst ab 9/10 Jahren spielen. Ich
habe stattdessen mit meiner Familie Brettspiele gespielt und von meinem
Vater Schach spielen gelernt. Ich glaube, das hat meine Analysefähigkeit
geschult und mich zu einem guten Spielstrategen gemacht.

Spielt das Alter eine Rolle?

Ich denke, das Alter spielt eine große Rolle, da besonders im Kindesalter die
Entwicklung von kognitiven und koordinativen Fähigkeiten extrem wichtig ist.
Wenn man dort zum Beispiel als junges Kind zu viel überfordernden Content
konsumiert, kann sich das negativ auf das ganze Leben auswirken. Von daher
war es gut, so spät damit zu beginnen.

Wie bist Du dann zum eSport gekommen?

Durch Freunde. Ich hab zuerst „Clash of Clans“ mit den Jungs aus meiner
Klasse gespielt und war schnell sehr gut darin. Mit 15 wechselte ich zu „Clash
Royale“. Auch da war ich schnell viel besser als alle anderen und mit
niedrigen Leveln zum Beispiel 2016 der beste Level 11 Spieler der Welt. Dann
kam ich in den deutschen Clan, wo ich einen Spieler – mit In-Game Name
„Flobby“ - kennengelernt habe. Dieser Spieler hatte extrem gute Kartenlevel,
war aber nicht so gut in dem Spiel selbst und hat mich gefragt, ob ich seinen
Account hochpushe, d.h. er hat mir seinen Account übergeben, damit ich ihn
hochleveln kann. Durch meine Erfolge und durch das Gamergy Masters
Turnier im Dezember 2017 wurde ich in der eSports Szene bekannt.

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Sehr schnell hat sich dann ja Deine besondere Begabung gezeigt - Du warst doppelt und dreifach so gut wie andere, bist gegen die besten Spieler der Welt angetreten und hast auch die geschlagen. Wie erklärst Du Dir selbst diesen Riesen-Erfolg?

Ich war schon immer extrem gut in Strategiespielen und hatte schon immer
gute Analysefähigkeiten. Zudem kam „Clash Royale“ genau in dem Alter
raus, als ich ein Handy bekam und nach der Schule hab ich dann viel Zeit
damit verbracht. Ich denke, die Mischung aus Timing, meinen Fähigkeiten
und meinem 100% Willen, in dem Spiel besser zu werden, hat mich so
erfolgreich gemacht.

Als mobile Gamer bist Du in „Clash of Clans“ bzw. „Clash Royale“ zu einem der besten Spieler der Welt geworden. Wann und warum hast Du die Entscheidung getroffen, diesen Sport auf einem Profi-Level betreiben zu wollen?

Ich habe diese Entscheidung gar nicht wirklich bewusst getroffen, sondern es
ist mit der Zeit so gekommen. Ich war so gut damals, dass ich bloß einem Clan
namens „Nova“ joinen musste und ich habe dafür Geld bekommen. Zudem
hatte mich damals ein Team gefragt, ob ich bei einem Turnier für sie spielen
möchte, weil ein Spieler ausgefallen war. Das war Gamergy Masters 2017, wo
ich auf den zweiten Platz kam und 3.000 Euro gewonnen habe.

Aber apropos: Ist eSports denn Deiner Meinung nach ein Sport, was macht ihn dazu?

eSports ist für mich kein Sport und das muss es auch nicht unbedingt werden,
ich finde die Diskussion sehr ermüdend. Ich denke, eSports muss staatlich
unterstützt werden und als gemeinnützig anerkannt werden. Das
Gesellschaftsmuster, vor allem dort, wo Entscheidungen getroffen werden, ist
einfach veraltet.

Was rätst Du Deinen Bewunderern, Fans, die auch alle so gut werden wollen wie Du? Es gibt inzwischen ja einige Ausbildungs- und Studienwege, wie man es schafft, ein Profi-Level zu erreichen?

Wenn man der Beste oder extrem gut in einem Spiel werden möchte, muss
man die Motivation dazu haben, langfristig viel Zeit in das Spiel zu stecken,
auch wenn es mal nicht so gut läuft. Wenn man diese Zeit nicht hat, sollte
man es besser lassen. Es gibt zum Beispiel Fernstudiengänge, die es
ermöglichen, nebenbei zu arbeiten. Ich studiere beispielsweise im 2. Semester
eSports Management und bin bei SK Gaming unter Vertrag und ich finde die
Zeit, noch fast täglich zu streamen. Kann zwar auch anstrengend sein, macht
aber unfassbar viel Spaß.

Wie hältst Du Dich fit? Was ist für Dich tägliche Routine, um als Profi das Leistungsniveau halten zu können?

Ich habe mein ganzes Leben Sport gemacht und habe Sport geliebt. Ich war
an einem Sportgymnasium, wo ich neben Handball- und Fußballtraining,
noch Handballförderung gemacht habe. Als ich 2018 3 Monate mit meinem
Team von SK Gaming in einem Teamhaus in LA untergebracht war, sind wir
viel geschwommen oder hatten Fitnesseinheiten im Garten und für „Clash
Royale“ haben wir teils 5-10 Stunden am Tag trainiert.
Aktuell leide ich sehr unter der Corona Situation, weil ich mit einem meiner
besten Freunde nicht zum Handballtraining kann und die Trainingseinheiten
sehr vermisse.

Du könntest überall, auch international arbeiten, bist aber bei der eSport Organisation SK Gaming unter Vertrag. Was haben die, was andere nicht haben?

SK Gaming ist eine der größten und besten organisiertesten eSports
Organisationen der Welt. Ich habe schon als Jugendlicher Teams von SK
Gaming angefeuert und als mein Traum wahr wurde, für SK Gaming spielen zu
dürfen, war es die größte Ehre für mich. Ich liebe die Menschen, mit denen ich
bei SK Gaming arbeite.
Zudem ist SK Gaming sehr vielfältig und kümmert sich auch im Bereich Fitness
und Ernährung sehr gut um seine Athleten. Es gibt Trainingspläne, auf die
Spieler zurückgreifen können, es gibt Ernährungspläne und in der Facility vor
Ort in Köln auch einen Koch, der extrem leckeres, sehr gesundes Essen macht.
Ich bin teils sehr empfindlich beim Essen, aber ich finde das Essen sehr lecker
und konnte auch für mich einiges mitnehmen zum Thema Ernährung. Ich fühle
mich bei SK Gaming sehr wohl und hoffe, noch lange mit ihnen
zusammenarbeiten zu können.

Eine philosophische Frage: Wie kann eSports eine höhere Akzeptanz in der Gesellschaft entwickeln?

Ich denke, es gibt viele Möglichkeiten, mit den ganzen Klischees über
eSportler, wie z.B., dass sie unsportlich und nicht gebildet sind, aufzuräumen.
An Schulen und über verschiedene Kampagnen oder auch über das Internet
könnte man sehr gut aufklären. Ich denke, dass dies teilweise schon gemacht
wird, aber noch viel aktiver über eSports-Organisationen betrieben werden
könnte.

Wie siehst Du die Zukunft des eSports, wohin wird sich das Ganze entwickeln?

eSports hat ein extrem großes Potenzial und ich denke, dass wir gar nicht
wissen können, was dort noch alles passieren wird. Ich kann mir vorstellen,
dass in den nächsten 5-10 Jahren „Virtual Reality“ ein großer Faktor sein wird.
Ich glaube, dass es irgendwann möglich sein wird, dass man Spiele und
Wettbewerbe nicht mehr auf dem Handy oder dem Tablet schaut, sondern
dass man per Virtual Reality Brille in die Arena, auf das Spielfeld teleportiert
wird und das Spiel nachverfolgen kann. Das wäre ein mega Durchbruch im
eSports, den aber auch der Sport schaffen könnte. Vielleicht ist man dann
nicht mehr physisch im Fußballstadion, sondern per „Virtual Reality“.

 
 
 

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