13.03.2020

Weißes Unterhemd und kurze rote Sporthose, dazu schwarze Schnürschuhe mit kleinem Absatz – ob dieses Outfit in den 70ern der sportlich letzte Schrei war, bleibt fraglich. Doch egal. Denn es war immerhin das Markenzeichen von "Trimmy", der damals zu den angesagtesten Sportlern des Landes gehörte. Als Symbolfigur der Trimm-dich-Kampagne hat er es immerhin geschafft, Millionen von Menschen dazu zu bewegen, wieder Sport zu treiben. Am 16. März feiert die Bewegungskampagne ihr 50. Jubiläum.

Ran an den Speck

In den 60er Jahren konzentrierten sich Sportaktivitäten in der Regel auf wettkampforientierten Sport und waren meist auf männliche Sportler ausgelegt. Es zählten Erfolg und Leistung. Mit Gesundheit und Spaß an Bewegung hatte sportliche Aktivität wenig zu tun. Gleichzeitig wurden die Deutschen immer übergewichtiger – denn mit dem Wirtschaftswunder hielt eine einseitige und ungesunde Ernährung Einzug. Damit stieg die Zahl der Herz- und Kreislauferkrankungen und der Infarkte. Es war also Zeit für etwas mehr Bewegung.

Trimm dich – durch Sport

Mit dieser groß angelegten Werbeaktion startete der Deutsche Sportbund (DSB [Vorgänger-Organisation des heutigen DOSB, Deutscher Olympischer Sportbund]) am 16. März 1970 in Berlin eine zunächst auf vier Jahre angelegte Kampagne, die bundesweit für mehr Bewegung sorgen sollte. Ein kleines – mehr oder weniger sportlich gekleidetes – Männchen mit Mondgesicht, fröhlichem Lächeln und hochgerecktem Daumen wurde zum Maskottchen der Kampagne, dessen Bekanntheitsgrad vergleichbar mit dem von Bundeskanzler Willy Brandt war. Unterstützt wurde die Trimm-dich-Bewegung von Politik, Wirtschaft und Krankenkassen.

Messbare Erfolge

Laut Emnid-Umfrage von 1974 gaben 19 Prozent der Bevölkerung an, durch die Trimm-Aktion sportlich aktiv geworden zu sein. Darunter mehr Frauen als Männer. Durchschnittlich zwei Stunden trimmten sich die Befragten pro Woche (zum Vergleich: 2017 waren es immerhin schon drei Stunden wöchentlich; repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der CosmosDirekt). Wenn man bedenkt, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aktuell in der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen mindestens 150 Minuten Sport pro Woche in moderater Intensität empfiehlt, konnten sich die Ergebnisse der Trimm-dich-Kampagne sehen lassen.

Trimm-dich-Pfade

In dieser Zeit entstanden in ganz Deutschland zahlreiche Trimm-dich-Pfade. Das Grundprinzip: Entlang einer bestimmten Laufstrecke – meist im Wald – stehen verschiedene Fitnessgeräte für unterschiedliche Übungen wie etwa Klimmzugstangen, Kletterwände oder Recks. Auch wenn das Trimmen Ende der 90er Jahre etwas ins Stocken geriet, weil die Menschen lieber nur joggten oder die boomenden Fitnessstudios bevorzugten, gibt es auch heute noch zahlreiche funktionstüchtige Trimm-dich-Pfade, die von Ehrenamtlern und mit Spendengeldern in Schuss gehalten werden.

Trimm-dich 2.0

Die moderne und ähnlichste Version des Trimm-dichs nennt sich Calisthenics (griechisch: kalos „schön“ und sthenos „Kraft“). Dabei wird an Reck und Barren ähnlichen Stangen mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Solche Parks befinden sich allerdings nicht mehr versteckt im Wald, sondern gerne an (Strand-)Promenaden und in Parks. Denn welcher Sportler zeigt nicht gerne seine „schöne Kraft“?

Die Kampagnen

In den ersten zehn Jahren bewegte die Kampagne laut Angaben des DSB mehr als neun Millionen Menschen zum Sporttreiben. Vor allem Sportvereine profitierten mit einem enormen Zulauf.

Alle vier Jahre wechselten die Schwerpunkte des Trimm-dichs. Nach der anfänglichen Motivationskampagne „Trimm dich durch Sport“ folgten die Konditionskampagne „Ein Schlauer trimmt die Ausdauer“, die Spielkampagne „Spiel mit – da spielt sich was ab“ und schließlich 1983 bis 1986 die Gesundheitskampagne „Trimming 130 – Bewegung ist die beste Medizin“, bei der Sportübungen erstmals mit gesundheits­förderlichen Empfehlungen abgehalten wurden.

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