18.02.2019

Der Münchener Energieversorger Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) hat im Januar Insolvenz angemeldet und liefert keine Energie mehr. Die Energielieferung ist jedoch gesichert. Das ist für solche Fälle gesetzlich geregelt. Örtliche Anbieter übernehmen das. Lesen Sie, was Sie als Kunde jetzt beachten sollten.

Grundversorger wie Stadtwerke springen ein

Selbst wenn es bei einem Energieversorger zur Pleite kommt, brauchen Sie keine Angst zu haben, dass bei Ihnen die Lichter ausgehen. Die Versorgung mit Energie ist durch das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) gewährleistet. Verbraucher rutschen dann automatisch in die so genannte Grundversorgung. Grundversorger sind zumeist die örtlichen Stadtwerke.

 

Stellen Sie Zahlungen ein

Überweisen Sie kein Geld mehr an die BEV. Und wenn Sie ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt haben, widerrufen Sie es schriftlich, am besten per Einschreiben.

Kündigen Sie Ihren Vertrag mit der BEV

Im Fall einer Ersatzversorgung ist der Liefer-Vertrag zwischen Ihnen und der BEV nicht automatisch beendet. Wir empfehlen Ihnen daher, diesen sicherheitshalber zu kündigen.

Ihr außerordentliches Kündigungsrecht

Wenn ein Energieversorger nicht mehr liefern kann, steht dem Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht gemäß § 314 BGB zu. Es sollte allerdings in Abhängigkeit von der vertraglichen Situation gehandelt werden:

  • Wenn hohe Vorschüsse geleistet wurden, ist es eigentlich nicht empfehlenswert, sofort zu kündigen. Im jetzigen Fall der Insolvenz wäre der Großteil des Geldes wohl verloren.
  • Wenn ein unbefristeter Vertrag geschlossen und kein Vorschuss geleistet wurde, kann ohne hohes finanzielles Risiko außerordentlich fristlos oder hilfsweise ordentlich mit einmonatiger Frist gekündigt werden.
  • Abschläge oder Vorschüsse, die innerhalb der letzten sechs Wochen abgebucht wurden, können einfach zurückgebucht werden. Dies ist aber nur zu empfehlen, soweit keine Leistung erfolgt ist.
  • Auch befristete Verträge können außerordentlich gekündigt werden. Soweit der Vertrag nur noch eine kurze Restlaufzeit hat, kann es empfehlenswert sein, sich einfach einen neuen Anbieter zu suchen, der dann alle Formalitäten übernimmt (Vollmacht, Kündigung, Datenaustausch zwischen Versorgern und Kunde).

Das sollte im Kündigungsschreiben stehen

Richten Sie die Kündigung sowohl an den Insolvenzverwalter als auch an die BEV. Wenn die Kündigung bestätigt ist, können Sie mit einem neuen Versorger einen Vertrag abschließen.

Wichtige Elemente Ihrer Kündigung:

  • Kündigung wegen Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung bzw. Insolvenzanmeldung
  • Fordern Sie die BEV auf, binnen einer Frist von vier Wochen eine Abrechnung zu übermitteln.
  • Fordern Sie unter Fristsetzung, ein eventuell vorhandenes Guthaben auszuzahlen.
  • Der Versorger soll die Kündigung innerhalb von zwei Wochen bestätigen.

Suchen Sie einen neuen Anbieter

Suchen Sie sich nach der Kündigung schnell einen neuen Versorger. Die BEV empfiehlt einen Wechsel zum Stromversorger Lichtblick. Prüfen Sie aber auch noch andere Anbieter.

Sie sollten zügig wechseln, denn ein Grundversorger fängt Kunden zwar auf, gruppiert sie aber zumeist in seinen teuersten Tarif ein.

Ein Grundtarif ist mit einer Frist von zwei Wochen auf das Ende eines Kalendermonats kündbar; ein Wechsel in einen anderen Tarif oder zu einem anderen Anbieter ist dann möglich.

Beim normalen Wechsel des Versorgers übernimmt der neue Versorger meist alle Formalitäten der Kündigung. Wenn Sie dem alten Versorger aber außerordentlich kündigen, sollten Sie dies selbst erledigen.

Unsere Hotline für betroffene ARAG Kunden

0211 9890-1461

zum Festnetztarif

 

Aktuelle Rechtstipps und Urteile

Profitieren Sie von unserer Rechtskompetenz informieren sich zu relevanten Themen!

Unser Newsletter

Jetzt kostenlos registrieren und immer auf dem Laufenden bleiben!

Anwaltssuche

Hier finden Sie kompetente Fachanwälte ganz in Ihrer Nähe.