18.05.2015

Hochzeit: der schönste Tag im Leben?

Der schönste Tag kann aus vielen Gründen zum Alptraum werden. Es muss der Bräutigam ja nicht gleich mit der Schwiegermutter in Spe durchbrennen. Es reicht z.B. schon, wenn Gäste und Geschenke ausbleiben, weil der angemietete Saal für die Hochzeitsgesellschaft viel zu klein ist. Ob das Brautpaar den Veranstalter dann wegen einer Geschenkerwartung haftbar machen kann, steht für ARAG Experten aber auf einem anderen Blatt.

In dem vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschiedenen Fall hatte das Brautpaar einen Saal für 620 Gäste gemietet. In dem Vertrag über diesen Raum wurde vereinbart, dass die Hälfte der Kosten „schwarz“ gezahlt werden sollte. Weil der Raum jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt wurde, buchte der Vermieter das Ehepaar kurzerhand in einen Raum für 400 Personen um. Das Paar war verständlicherweise sehr enttäuscht und musste 220 Gäste ausladen.

Vom Vermieter verlangte es daher Schadensersatz, wegen der ausgebliebenen Hochzeitsgeschenke in Geld und Gold. Durch die Entscheidung des OLG wurde das Hochzeitspaar vor Gericht ein zweites Mal enttäuscht: Die Richter verneinten den Schadensersatzanspruch in der ergangenen Entscheidung. Der Schaden in Gestalt der ausgebliebenen Geschenke sei dem Vermieter nicht zurechenbar (OLG Frankfurt, Az. 19 W 29/11).