17.12.2012

Auch bei Scheidung: Schwiegertöchter können erben

Schwiegertöchter und -söhne, die mit einer Erbschaft im Testament ihrer Schwiegereltern bedacht wurden, verlieren nicht automatisch den Anspruch auf die Erbschaft, wenn sie sich scheiden lassen. ARAG Experten verweisen auf einen Fall, in dem der Sohn einer Verstorbenen nach dem Tod seiner Mutter den ganzen Erbschaftskuchen für sich behalten wollte. Seine Mutter hatte im Testament, das ein halbes Jahr vor der Scheidung aufgesetzt worden war, ihre Schwiegertochter zur Hälfte bedacht. Doch die Richter des BGH wollten die frisch Geschiedene nicht leer ausgehen lassen, das Testament blieb gültig. Als Motiv für die Erbeinsetzung könne auch das gute Verhältnis zu Schwiegertochter eine Rolle gespielt haben (Beschluss vom 2.4.2003, IV ZB 28/02).

Anders liegt der Fall nach Auskunft der ARAG Experten bei einem Testament unter Ehepartnern. Wenn sie sich scheiden lassen, wird ihr letzter Wille, mit dem der Ehegatte bedacht wird, von Gesetzes wegen ungültig. Er bleibt nur ausnahmsweise wirksam, wenn anzunehmen ist, dass der Erblasser ihn auch für den Fall der Scheidung getroffen hätte.