04.01.2018

Zuerst die gute Nachricht: 2018 ist ein arbeitnehmerfreundliches Jahr! Außergewöhnlich viele Feiertage fallen auf einen Werktag und nicht auf das Wochenende. Oft liegen die Feiertage in der Wochenmitte, so dass Sie mit ein oder zwei eingesetzten Urlaubstagen ein XXL-Wochenende bekommen.

Recht auf frei am Brückentag?

So verlockend es ist, mit nur einem Brückentag ein paar freie Tage zu erreichen, wenn der Chef "Nein" sagt, müssen Sie als Arbeitnehmer zum Dienst erscheinen. Ein Recht auf brückentagsfrei gibt es nicht. Zwar sind Sie nicht verpflichtet, Ihren Urlaub ausschließlich wochenweise zu nehmen, aber ohne eine Zusage vom Vorgesetzten geht es nicht. Der darf den Urlaub beispielsweise dann verweigern, wenn dringende betriebliche Belange entgegenstehen.

Wird der Urlaubstag nicht genehmigt, hilft es wenig, einfach zu Hause zu bleiben oder krankzufeiern. Sie riskieren eine Abmahnung oder sogar die Kündigung, weil Sie unberechtigt dem Arbeitsplatz ferngeblieben sind.

Betriebsferien am Brückentag

Manche Arbeitnehmer schätzen Brückentage zum ungestörten Arbeiten, während andere einen Kurzurlaub genießen. Warum auch nicht? Aber gibt es ein Recht auf Arbeit am Brückentag, wenn beispielsweise der Chef Betriebsferien anordnet? Schließlich müssen Sie dann einen Ihrer Urlaubstage opfern.

Der Arbeitgeber darf Betriebsferien nur anordnen, wenn es dafür dringende betriebliche Gründe gibt. An einem Brückentag kann das z.B. der Fall sein, wenn klar ist, dass dann ohnehin kein Kunde anruft. Gibt es im Betrieb einen Betriebsrat, muss der über die Betriebsferien mitbestimmen.

Urlaubstag am Feiertag

Der Anspruch auf Erholungsurlaub wird erfüllt, indem der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zu Erholungszwecken von seiner sonst bestehenden Arbeitspflicht befreit. Dies ist auch an gesetzlichen Feiertagen möglich und notwendig, an denen der Arbeitnehmer ansonsten dienstplanmäßig zur Arbeit verpflichtet wäre. Das erfuhr auch ein seit 1995 beschäftigter Arbeiter im Schichtdienst. Die Dienstpläne der beklagten Firma verteilen die Arbeitszeit auch auf Sonn- und gesetzliche Feiertage.

Sofern der Kläger an einem Feiertag dienstplanmäßig eingeteilt ist und dieser Tag in seinen Erholungsurlaub fällt, rechnet die Firma diesen als gewährten Urlaubstag ab. Der Arbeiter klagte und machte geltend, dass die Firma gesetzliche Feiertage, an denen er ohne Urlaubsgewährung zur Arbeit verpflichtet wäre, nicht auf seinen Jahresurlaubsanspruch anrechnen dürfe. Das Bundesarbeitsgericht war laut ARAG Experten allerdings der Ansicht, dass der Urlaubsanspruch auch durch Freistellung an gesetzlichen Feiertagen erfüllt werde, an denen der Arbeitnehmer ohne Urlaub arbeiten müsste (BGH, Az.: 9 AZR 430/11).

2018: So kombinieren Sie Brückentage geschickt!

Von Ostern bis Pfingsten

Das Osterfest beschert den Arbeitnehmern jedes Jahr ein langes Wochenende, denn Karfreitag fällt nun einmal auf einen Freitag, Ostermontag auf einen Montag. Daran ändert sich – wen wundert’s – auch in diesem Jahr nichts. Und 39 Tage nach Ostern ist Christi Himmelfahrt – wie jedes Jahr ein Donnerstag. Der nachfolgende Freitag ist also ein klassischer Brückentag, um das Wochenende zu verlängern. In diesem Jahr fällt er auf den 11. Mai. Es folgt das nächste lange Wochenende, Pfingstmontag sei Dank, vom 19. bis zum 21. Mai. Auch Fronleichnam wird jedes Jahr an einem Donnerstag begangen. Diesmal am 31. Mai, wenn auch nicht überall.

Tag der Arbeit

Der 1. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Dienstag. Mit einem Urlaubstag lässt sich das Wochenende also leicht verlängern. Wenn Ihnen das nicht reicht, können Sie auch den Tag der Arbeit und Christi Himmelfahrt verbinden. Wenn Sie zwischen dem 28. April und dem 13. Mai acht Urlaubstage einsetzen, habe Sie 16 Tage am Stück frei – vorausgesetzt, in Ihrer Firma sind Samstage und Sonntag frei.

Mittwoch ist Feiertag

Fällt ein Feiertag auf einen Mittwoch, können Arbeitnehmer mit nur zwei eingesetzten Urlaubstagen fünf Tage am Stück frei machen – das reicht schon für einen Kurztrip oder eine Städtereise. Dafür bietet sich in diesem Jahr der Tag der Deutschen Einheit an: Der 3. Oktober 2018 ist ein Mittwoch. Genauso wie der 8. August – das Augsburger Friedensfest – und der 15. August – Mariä Himmelfahrt. In den Genuss dieser Feiertage kommen aber nur wenige. Das gleiche gilt für die letzten Wochenmitten, die in diesem Jahr Feiertage sind; der Reformationstag am 31. Oktober und der Buß- und Bettag am 21. November.

Allerheiligen

Allerheiligen am 1. November ist vielerorts ein stiller Feiertag. Das kann zu einiger Verwirrung führen, denn immer öfter werden am Vorabend von Allerheiligen mehr oder weniger ausufernde Halloween-Partys gefeiert. Das ist auch erlaubt. Verboten sind an Allerheiligen hingegen öffentliche
Tanzveranstaltungen sowie laute Musik in Kneipen und Discos – allerdings nur von 5 bis 18 Uhr. Um 5 Uhr muss also Schluss sein mit der Halloween-Party. Wenn Ihnen dann der Feiertag zum Ausschlafen nicht reicht, nehmen Sie doch am Freitag, dem 2. November Urlaub. Mit einem eingesetzten Urlaubstag haben Sie dann vier Tage am Stück frei.

Jetzt schon an Weihnachten denken?

Schaden kann das laut ARAG Experten nicht. Denn die Brückentage um Weihnachten und Jahreswechsel sind traditionell sehr begehrt. Und in 2018/2019 ist hier einiges drin: Heiligabend ist ein Montag – so dass dann sicher nur arbeitet, wer unbedingt muss. Denn mit einem eingesetzten Urlaubstag – am 24. Dezember – hat man fünf Tage am Stück frei. Wer vom 22. Dezember bis zum Jahreswechsel Urlaub nimmt, kommt mit nur vier eingesetzten Urlaubstagen sogar auf elf freie Tage an einem Stück.

Das passende Gerichtsurteil: Wie lange dauert eine fünftägige Reise?

Verreisen inklusive Brückentag: Sie starten Mittwoch, kommen Sonntag zurück. Macht fünf Tage. Oder? Den Richtern am Oberlandesgericht Köln stellte sich in einem Streit ums Wettbewerbsrecht die Frage, wie viele Übernachtungen eine in diesem Fall “siebentägige Reise” umfassen muss. Ein Reiseunternehmen, das für eine siebentägige Pauschalreise geworben hatte, obwohl der Aufenthalt vor Ort nur sechs Nächte dauerte, war verklagt worden.

Die Richter entschieden, dass die beanstandete Werbung nicht wettbewerbswidrig sei. Es sei bei Reisen üblich, dass sowohl der Anreise- als auch der Abreisetag als Reisetage mitgezählt werden, so dass von einer siebentägigen Reise bereits dann gesprochen werden kann, wenn diese sechs Übernachtungen umfasst. Niemand gehe davon aus, dass man bei einer siebentägigen Reise auch 7 x 24 Stunden vor Ort ist (OLG Köln, Beschluss vom 22.01.2013, Az.: 6 W 17/13).

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