10.01.2020

Wer mit einem zu hohen Preis auf den Markt geht, findet womöglich keine Interessenten für seine Immobilie. Wer zu tief stapelt, verschenkt Geld. Wie viel eine Immobilie wert ist, hängt von vielen Faktoren ab. Und während es bei Wohnungen durch Vergleichsportale oder die direkte Befragung von Nachbarn vielleicht noch möglich ist, einen angemessenen Preis zu finden, sind die Unterschiede bei Häusern meist zu groß, um Vergleichswerte heranziehen zu können. Hinzu kommen Emotionalität oder Zeitdruck, die Eigentümer dazu bewegen, einen falschen Preis anzusetzen. Wie der optimale Preis für eine Immobilie ermittelt wird, verraten die ARAG Experten.

Lage und Standort

Einen großen Einfluss auf die Bewertung haben Lage und Standort der Immobilie: In Hamburg Blankenese wird sich ein deutlich höherer Preis erzielen lassen als in Berlin Neukölln. Hinzu kommen Ausblick, Lärmpegel, Verkehrsanbindung – ja sogar die Lichtverhältnisse einer Immobilie beeinflussen den Wert und Preis.

Haustyp, Ausstattung, Bauqualität

Ob Villa, Einfamilien-, Reihen- oder Mehrfamilienhaus – der Typ der Immobilie spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Wertermittlung. Hinzu kommt die bauliche Qualität: In welchem Zustand ist das Dach und wann wurde es gedeckt? Sind Heizung und Elektrik auf dem aktuellen Stand? Wie sehen Bad, Küche, Böden aus? Auch die Anzahl der Zimmer und deren Aufteilung können bei der Preisermittlung wichtig sein. Gibt es besondere Ausstattungsmerkmale wie beispielsweise Kamin, Garage, Swimmingpool oder etwa ein aufwändig angelegter Garten? Je mehr Extras, desto höher der Preis.

Der Energieausweis

Verkäufer sind grundsätzlich verpflichtet, Interessenten den Energieausweis zu zeigen. Er enthält Informationen über den Energiebedarf und -verbrauch einer Immobilie. Ein nicht unerheblicher Punkt, wenn man künftige Nebenkosten einschätzen möchte. Hier gilt: Je geringer der Energiebedarf einer Immobilie, desto vorteilhafter für die Immobilienbewertung. Vor allem bei Altbauten raten die ARAG Experten zu besonderer Vorsicht. Hier können durch veraltete Isolierungen und Leitungen hohe Investitionen auf den Käufer warten.

Hilfe vom Fachmann

Um den Wert eines Objektes genau zu ermitteln, sollten Laien einen Sachverständigen hinzuziehen. Er beleuchtet alle Kriterien, auch eventuelle Bauschäden und den Investitionsbedarf. Und erst daraus ergibt sich der Verkehrswert einer Immobilie. Nach Schätzung der ARAG Experten müssen Käufer hierfür 1.500 bis 3.000 Euro einkalkulieren und mit einer Wartezeit von bis zu drei Monaten rechnen. Wer diese Zeit nicht hat, kann sich von einem Sachverständigen zumindest beraten lassen. Dabei wird vom Fachmann überprüft, ob der angepeilte Verkaufspreis im Bereich des Üblichen liegt. Die Stundensätze für eine solche Beratung variieren zwischen 300 und 1.000 Euro. Wird ein Makler mit dem Verkauf der Immobilie beauftragt, ist eine Einschätzung des Verkehrswertes meist Teil der vereinbarten Leistung.

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