19.12.2019

Nordmanntanne oder Blaufichte – alle Jahre wieder die Suche nach dem schönsten Weihnachtsbaum. Wer sich die ausgewählte Konifere nicht unter den Arm klemmen und nach Hause tragen kann, sollte nach einer sicheren Transportmöglichkeit suchen oder den Lieferservice bemühen. ARAG Experten geben Tipps für einen störungsfreien Weihnachtsbaum-Transport.

Im Kofferraum

Um möglichst wenig Überstand zu haben, sollte die Rückbank umgeklappt und der Baum mit dem Stamm voran Richtung Beifahrersitz geschoben werden, bis er hinten gegen dessen Lehne stößt. Ragt der Baum nun noch mehr als einen Meter aus dem Kofferraum, muss das überstehende Ende besonders gekennzeichnet werden. Die ARAG Experten empfehlen dazu eine rote Fahne von mindestens 30 mal 30 Zentimetern und bei Dunkelheit ein rotes Licht. Niemals dürfen Kennzeichen oder Fahrzeugbeleuchtung verdeckt werden. Ohnehin darf der Baum maximal drei Meter aus dem Kofferraum ragen, bei Fahrten von mehr als 100 km sogar nur 1,50 Meter. Sichern Sie ihn im Innern noch zusätzlich mit Gurten. Auch die Kofferraumklappe muss mit Gurt oder Band Richtung Boden befestigt werden, damit sie sich während der Fahrt nicht öffnet. Eine Unterlage kann hilfreich sein, falls die Tanne harzt.

Auf dem Autodach

Auch für den Transport des Christbaumes auf dem Autodach gilt: Seitlich darf die Ladung nicht breiter als 2,55 Meter und nicht höher als vier Meter sein. Nur bei einer Ladungshöhe von mehr als 2,50 Meter darf der Baum auch nach vorne über das Fahrzeug hinausragen. Hier sind maximal 50 cm erlaubt. Nach hinten muss ein Überstand mit roter Fahne, Wimpel oder Licht gekennzeichnet werden. Der Stamm zeigt nach vorne in Fahrtrichtung. Der Baum muss mit Gurten, Bändern oder Expandern auf dem Dach fixiert werden. Wer keinen Dachgepäckträger hat, sollte eine Decke unter den Baum legen, um den Lack vor Kratzern und Baumharz zu schützen.

Wie viel Bußgeld kostet ein falsch gesicherter Weihnachtsbaum?

Bei nicht korrekt gesicherter Ladung – in diesem Fall einem womöglich umherrutschenden Tannenbaum – müssen Verkehrsteilnehmer mit einem Bußgeld zwischen 35 und 60 Euro und unter Umständen sogar mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Verrutscht der Baum, darf man nicht weiterfahren. Wer dadurch fahrlässig einen Unfall verursacht, riskiert unter Umständen sogar eine Freiheitsstrafe.

Welche Versicherung zahlt, wenn der Baum vom Autodach rutscht?

Fällt der Baum trotz sorgfältiger Befestigung vom Autodach, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung grundsätzlich für einen Fremdschaden auf. Rutscht das Gewächs auf dem Dach hin und her und verkratzt dadurch den Lack des eigenen Fahrzeugs, müssen Halter den Schaden selbst tragen, wenn die Kaskoversicherung keine durch Ladung verursachten Schäden übernimmt.

Darf man Weihnachtsbäume umtauschen?

Wenn der Weihnachtsbaum schon nach wenigen Tagen seine Nadeln verliert, darf man ihn umtauschen, sein Geld zurückverlangen oder den Kaufpreis mindern. Denn auch für einen mangelhaften Christbaum gelten die Gewährleistungsrechte (Paragraf 437 Bürgerliches Gesetzbuch).

Wenn’s im Auto weihnachtlich blinkt und leuchtet

Echte Weihnachtsfans machen in puncto Dekoration keine Kompromisse: Da wird sogar das Fahrzeug weihnachtlich gepimpt. Doch die ARAG Experten warnen: Genau wie für den Tannenbaum gilt für weihnachtliche Fahrzeugdeko vor allem eins: Nichts darf bei einem plötzlichen Brems- oder

Ausweichmanöver verrutschen. Nicht festsitzende Deko kann als Verstoß gegen § 22 StVO sogar 35 Euro Bußgeld kosten. Aber auch winterliche Fensterbilder oder hängende Dekorationsartikel, die vom Rückspiegel baumeln und dem Fahrer die Sicht nehmen, können mit 10 Euro geahndet werden (§ 23 StVO). Ganz und gar verboten ist nach Auskunft der ARAG Experten Schmuckbeleuchtung jeglicher Art. Durch blinkende Lichterketten und Co. können andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden. Zudem ist die Verwechslungsgefahr mit einem Warnzeichen zu groß.

Wer sein Fahrzeug sogar von außen schmückt, sollte nur noch in der Stadt fahren. Denn für weihnachtlichen Außenschmuck fehlt eine offizielle Zulassung, um auf Autobahn oder Landstraße fahren zu dürfen. Zudem warnen die ARAG Experten: Reißt die Deko während der Fahrt ab und verursacht einen Schaden, muss dieser aus eigener Tasche bezahlt werden.

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