13.10.2003

Schmerzensgeld bei Fehldiagnose

Wenn ein Arzt bei seiner Diagnose die erforderliche Sorgfalt vermissen lässt, kann laut ARAG Experten eine Haftung für materielle und immaterielle Folgen in Betracht kommen. In einem konkreten Fall stellte ein Mediziner anhand einer Gewebeprobe fälschlicherweise die Diagnose Prostatakrebs. Daraufhin wurde dem Patienten die Vorsteherdrüse entfernt – völlig unnötig, wie sich anschließend herausstellte. Der Patient klagte erfolgreich. Die Richter verurteilten den verantwortlichen Arzt wegen Missachtung der erforderlichen Sorgfalt zur Zahlung von Schmerzensgeld, da der Geschädigte nun an Inkontinenz und Impotenz litt. Dies habe nicht nur eine „essenzielle Einbuße an Lebensqualität“ zur Folge, sondern beeinträchtige seine private und berufliche Lebensführung. Selbst die Suche nach einer Lebensgefährtin sei durch die hervorgerufenen Gesundheitsschäden nachhaltig beeinträchtigt, so die Richter (OLG Celle, AZ: 1 U 64/00).