Seit die Rente mit 63 beschlossen wurde, können einige Arbeitnehmer früher als erwartet ihren Ruhestand genießen. Gehören Sie auch dazu? Lesen Sie, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen.

Was hat es genau mit der Rente mit 63 auf sich? Wenn es diese jetzt gibt, ist dann die Rente mit 67 passé? Nein, das ist sie nicht. Die Rente mit 67 besteht weiterhin. Das Renteneintrittsalter von 67 Jahren ist die Regelaltersgrenze.

Sie trifft auf diejenigen zu, die ab dem 1. Januar 1964 das Licht der Welt erblickten und nicht zu den besonders langjährig Versicherten gehören. Wer dann noch keine 45 Beitragsjahre zusammen hat, kann sich erst mit 67 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand verabschieden.

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Ist die Rente mit 63 abschlagsfrei?

Die Rente mit 63 wurde vom Gesetzgeber als Teil des sogenannten Rentenpakets beschlossen. Seit dem 1.Juli 2014 ist sie gültig. Bedeutet das, dass jeder 63-Jährige abschlagsfrei in den Ruhestand gehen kann? Leider nein: Die Rente mit 63 ohne Abschläge gilt ausschließlich für besonders langjährig Versicherte.

Also all diejenigen, die 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Mit genau 63 Jahren konnte nach Inkrafttreten der Regelung allerdings nur in Rente gehen, wer 1952 oder früher geboren wurde. Für jüngere besonders langjährig Versicherte steigt die Eintrittsgrenze schrittweise. In der Tabelle sehen Sie, was das für die betreffenden Jahrgänge bedeutet.

Jahrgang
Renteneintrittsalter für Rente ohne Abschläge
1957 63 Jahre und 10 Monate
1958 64 Jahre
1959 64 Jahre und 2 Monate
1960 64 Jahre und 4 Monate
1961 64 Jahre und 6 Monate
1962 64 Jahre und 8 Monate
1963 64 Jahre und 10 Monate
ab 1964 65 Jahre

Was zählt als Beitragsjahr für die Rente mit 63?

Wer die Altersrente für besonders langjährig Versicherte beantragen möchte, muss 45 Beitragsjahre vorweisen. Beitragsjahre sind die Zeiten, in denen der Versicherte Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat. Das bedeutet nicht, dass zwingend 45 Jahre in einem Angestelltenverhältnis notwendig sind, um die Rente mit 63 in Anspruch zu nehmen. Denn für die notwendigen Beitragsjahre rechnet der Gesetzgeber auch andere Zeiten an. Die Erziehung eines Kindes bis zum zehnten Lebensjahr zum Beispiel. Ebenso das freiwillige soziale Jahr, Zeiten mit einem Minijob, in dem Beiträge gezahlt wurden, und Zeiten, in denen der Versicherte Angehörige nicht erwerbsmäßig pflegte.

Lebensabschnitte, in denen Kurzarbeiter-, Schlechtwetter- oder Insolvenzgeld floss, zählen ebenfalls dazu. Besonders wichtig ist: Berücksichtigung finden auch Zeiten mit Arbeitslosengeld I. Und auch wer sich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert hat, kann von der Rente mit 63 profitieren, wenn er mindestens 18 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt hat.

Ein Beispiel

Hannelore Steiner ist am 3.6.1957 geboren und arbeitete 35 Jahre im selben Betrieb. Zudem kümmerte sie sich vier Jahre lang um die Erziehung ihres Sohnes. Sie bezog als junge Frau ein Jahr lang Arbeitslosengeld I und pflegte fünf Jahre lang ihre kranken Eltern. Diese Zeiten rechnet der Gesetzgeber an. Somit kommt Hannelore Steiner trotz 35 Jahren Beschäftigung auf die notwendigen 45 Beitragsjahre und kann im April 2021 mit 63 Jahren und 10 Monaten die Rente für besonders langjährig Versicherte (Rente mit 63) beanspruchen.

Arbeitslosengeld I

Erhielt der zukünftige Rentner eine Zeit lang Arbeitslosengeld I, fließt diese Zeit in die nötigen 45 Beitragsjahre mit ein. Der Gesetzgeber rechnet diese Zeiträume zeitlich unbegrenzt an.

Es ist gleich, ob der 63-Jährige insgesamt zwei Jahre, fünf Jahre oder sieben Jahre Arbeitslosengeld I in seinem Leben bezog. Bis auf eine Ausnahme: Liegt der Bezug in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn, zählt diese Zeit nicht zu den notwendigen Pflichtjahren. Es sei denn, die Arbeitslosigkeit ist Folge einer Insolvenz oder der vollständigen Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers. Ganz wichtig ist auch, dass für die Rente mit 63 ausschließlich Zeiten von Arbeitslosengeld I zu den Pflichtzeiten dazuzählen. Zeiten von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II finden keine Berücksichtigung.

Ein Beispiel

Harald Winkler ist im Januar 1958 geboren und ist heute 63. Es fehlt ihm noch ein Jahr, um zu den besonders langjährig Versicherten zu zählen und im Januar 2022 mit 64 Jahren in Rente zu gehen. Seine Enkelin schlägt vor, die Beitragsjahre mit einem Trick aufzufüllen: Er könne arbeitslos werden, ein Jahr lang Arbeitslosengeld beziehen und fließend in den Ruhestand übergehen. Das ist nicht möglich. Denn der Gesetzgeber rechnet Zeiten mit Arbeitslosengeld I nicht als Beitragszeit an, wenn die Leistungen innerhalb von zwei Jahren unmittelbar vor Rentenbeginn flossen.

 

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Die Rente mit 63 ...

... ohne 45 Beitragsjahre

Wer keine 45 Beitragsjahre gesammelt hat, kann ebenfalls vor Erreichen der Regelaltersgrenze in Rente gehen. Dann muss der Versicherte aber 35 Versicherungsjahre vorweisen. Er gilt dann als „langjährig Versicherter“. Außerdem muss er mit Rentenkürzungen rechnen. Diese belaufen sich auf 0,3 Prozent für jeden Monat, den er früher in den Ruhestand geht. Wenn also jemand, für den die Regelaltersgrenze von 66 Jahren gilt, mit 64 in Rente gehen möchte, erwarten ihn Abschläge von 7,2 Prozent. Bei regulären monatlichen Altersbezügen von 1.000 Euro wären das 72 Euro weniger pro Monat und 864 Euro weniger pro Jahr. Eine individuelle Beratung und Kalkulation ist daher das A und O bei einem früheren Renteneintrittsalter.

... und Nebenverdienst

Ein längerer Trip in die Sonne, ein Wohnmobil oder ein schönes Geschenk für den Enkel: Um sich oder anderen etwas zu gönnen, stocken viele Rentner ihre Altersbezüge mit Nebenjobs auf. Seit dem 1. Juli 2017 gelten für sie flexiblere Regeln: Rentner dürfen grundsätzlich bis zu 6.300 Euro im Jahr ohne Anrechnung hinzuverdienen. Einkommen, das darüber liegt, wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Gut zu wissen: Sobald Sie die Regelaltersgrenze erreichen, fließt Ihr Hinzuverdienst ohne Abzüge in Ihre Tasche.

Corona-bedingt gelten aktuell noch höhere Hinzuverdienstgrenzen. In 2020 blieb ein Hinzuverdienst von 44.590 Euro anrechnungsfrei, in 2021 sind es sogar 46.060 Euro. Erst in 2022 soll wieder die reguläre Hinzuverdienstgrenze Anwendung finden.

... und ihre Besteuerung

Steuern auf Renten? Sind das nicht kleine Beträge? Kommt drauf an, wann Sie in den Ruhestand gehen. Mit dem Alterseinkünftegesetz steigt die Besteuerung der Renteneinkünfte seit 2005 kontinuierlich. Das Finanzamt setzt einen bestimmten Prozentsatz Ihrer Bruttorente als steuerpflichtiges Einkommen an. Und dieser zu besteuernde Teil erhöht sich von Jahr zu Jahr schrittweise.

Beanspruchen Sie als besonders langjährig Beschäftigter die Rente mit 63 im Jahr 2021, versteuert das Finanzamt 81 Prozent Ihrer Altersbezüge. Entschließen Sie sich, noch zu warten und erst 2023 in den Ruhestand zu gehen, sind es 83 Prozent, die es zu versteuern gilt. Im Jahr 2040 liegt der zu versteuernde Anteil bei 100 Prozent.

... und individuelle Beratung

Bei jedem von uns sieht die Lebenssituation anders aus. Eine individuelle Beratung zum Thema Ruhestand ist daher dringend zu empfehlen. Die Deutsche Rentenversicherung bietet Ihnen eine Hotline an, die sich Ihrer Fragen annimmt und Ihren Einzelfall durchleuchtet. Ganz gleich, ob Sie Fragen zur Rente mit 63 oder 67 haben. Ganz gleich ob Sie mehr zur Versteuerung Ihrer Altersbezüge erfahren möchten oder Näheres zum Renteneintrittsalter wissen wollen. Hier erhalten Sie kostenlos Unterstützung: 0800 1000 4800.

Ein Rechenbeispiel: Altersgrenze steigt für die Jahrgänge ab 1953 schrittweise an

Ein kleiner Zeitsprung: Wir schreiben das Jahr 2028 und besuchen die Zwillinge Thomas und Martin Berger. Sie sind im Jahr 1964 geboren und mittlerweile 64 Jahre alt. Thomas arbeitet sein ganzes Leben im selben Betrieb und hat 45 Beitragsjahre angesammelt. Rentner ist er noch nicht. Aber warum? Die Altersgrenze steigt für die Jahrgänge ab 1953 schrittweise an. Besonders langjährig Versicherte des Jahrgangs 1964 können den Ruhestand erst mit 65 abschlagsfrei genießen. Thomas Berger geht damit erst im Jahr 2029 in Rente.

Und sein Bruder? Martin Berger bekommt keine 45 Beitragsjahre zusammen und hat nicht die Möglichkeit, früher abschlagsfrei in Rente zu gehen. Für ihn gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Er arbeitet daher zwei Jahre länger als sein Zwilling und läutet seinen abschlagsfreien Ruhestand im Jahr 2031 ein.

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