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Das Netz kann gnadenlos sein, vor allem bei uns in Deutschland. Vor wenigen Wochen war es noch extrem uncool, nicht über WhatsApp erreichbar zu sein. Nun hat Facebook den Messenger für 19 Milliarden Dollar übernommen. Und sofort begibt sich gefühlt jeder zweite meiner WhatsApp-Kontakte auf die Suche nach Alternativen.

Claudia und Thomas wechseln zu Threema, Jochen versucht sein Glück bei Line. Sebastian dagegen bringt so lautstark einen Dienst namens Telegram ins Spiel, dass es fast wie bezahlte Werbung klingt. Mich überrascht die Heftigkeit der Flucht­gedanken etwas, denn die Mankos bei WhatsApp sind schon lange bekannt. Nur hat sich bisher dafür kaum jemand interessiert.

Tatsächlich nimmt es WhatsApp mit dem Datenschutz nicht sonderlich genau. Kaum einem Nutzer schien bewusst, dass er mit der Anmeldung sein komplettes Adressbuch auf die WhatsApp-Server kopiert. Was mit den Daten dort geschieht, verraten die WhatsApp-Bedingungen nicht detailliert. Da kann einem zu Recht unbehaglich werden.

Udo Vetter: WhatsApp, SMS

Allerdings muss jedem Nutzer eines Smartphones klar sein, dass nicht nur WhatsApp enormen Datenhunger hat. Bei einem Android-Betriebssystem im Ausgangs­zustand verwaltet etwa schon mal Google die Kontakte, beim iPhone ist es Apple. Doch dabei bleibt es nicht. Mit jeder neu installierten App wächst die Zahl der möglichen Datenlecks.

Über die sogenannten „Berechtigungen“ bekommt etwa bei Android jede App mehr oder weniger Zugriff auf alles, was im Gerät gespeichert ist. Diese Liste mit den Freigaben findet sich im Anwendungsmanager zu jeder App.

Ist es nicht höchst erstaunlich, dass etwa ein Pulsmesser meine Telefon­verbindungen und SMS auslesen und den gesamten Datenspeicher löschen darf? Oder dass eine Nachrichten-App sich das Recht nimmt, meinen Internet­verlauf zu kopieren und die Kamera des Smartphones zu aktivieren?

Solche Zugriffsrechte werden im schlimmsten Fall erbeten, um sie zu missbrauchen. So ist der Macher einer beliebten Taschenlampen-App dabei ertappt worden, wie er gesammelte Nutzerdaten an die Werbe­wirtschaft verkauft hat. Wir reden also nicht nur über ein theoretisches Risiko.

Man sollte also nicht nur bei WhatsApp kritisch sein. Sondern schlichtweg jede App darauf überprüfen, was sie auf dem Smartphone anstellen möchte. Ich schaue mir bei neuen Apps jetzt immer an, welche Rechte sich die unterschiedlichen Anbieter herausnehmen. Im Zweifel nehme ich nicht die schickste App, sondern eine mit gezügeltem Appetit auf meine Daten.

Bei WhatsApp, das gebe ich zu, habe ich in dieser Richtung etwas geschlampt. Ich werde mir jetzt wohl mal Threema anschauen. Dieser Messenger hat gerade bei der Stiftung Warentest gute Noten für seine Datensicherheit erhalten.

Immerhin werde ich bei Threema ja auch Claudia und Thomas treffen. Den anderen schicke ich halt mal wieder eine gute alte SMS. Das soll ja nach wie vor funktionieren.

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