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Ich komme vom Land, da gab es früher nur eine Dorfdisco. Jeder Jugendliche hatte an dem Laden unendlich viel zu meckern. Was aber nichts daran änderte, dass wir am Wochenende trotzdem hinströmten. Der Grund war einfach: Alle Freunde waren ja schon da. Wer will da abseits stehen?

Heute steht die Disco im Internet. Sie heißt Facebook. Auch ich bin wieder dabei, mit ähnlich gemischten Gefühlen wie damals. Nur geht es heute nicht um hohe Preise, provinzielle Deko und schlechten Sound. Sondern um die Frage, was bei Facebook eigentlich mit meinen Daten passiert. Und welche Risiken mir daraus erwachsen.

Eine gewisse Verharm­losung erlebt man schon bei der Anmeldung. "Facebook ist und bleibt kostenlos", steht auf der Startseite. Das klingt gut. Es ist aber nur die halbe Wahrheit. Facebook-Nutzer zahlen Tag für Tag an das soziale Netzwerk. Die Währung sind Status-Updates, Fotos, Kommentare, Chats, meine Chronik und die berühmten Likes. Also alles, was ich auf Facebook mache. Je mehr Facebook über mich weiß, desto persönlicher ist unter anderem die Werbung, die ich gezeigt bekomme.

Facebook animiert deshalb unverhohlen zu digitaler Offenheit. Damit wächst die Gefahr, dass Dritte Schindluder mit meinen Daten treiben, nerven oder gar stalken. Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen ist es deshalb unerlässlich, das eigene Profil entsprechend den eigenen Bedürfnissen abzuschotten.
Das ist glücklicher­weise auch bei Facebook leichter geworden. Hier die wesentlichen Schritte:

Alle Einstellungen erreicht man bei Facebook über das Schlüssel- und Zahnradsymbol oben rechts. Facebook-Neulinge sollten zuerst immer die jeweils strengste Einstellung wählen. Anschließend lässt sich in Ruhe schauen, ob man damit auskommt. Es ist überhaupt kein Problem, die Einstellungen nach und nach zu lockern.
Für ganz wichtig halte ich es aber, im Menü die eigene Facebook-Seite, Telefonnummer und E-Mail-Adresse für Suchmaschinen zu sperren.
Gleiches gilt für die Chronik. Diese ist so was ein digitaler Lebenslauf, der an sich besser "privat" bleiben sollte. Zumindest sollte man regelmäßig prüfen, wie sich die eigene Chronik – Vorsicht, Chef liest mit – aus fremder Perspektive präsentiert. Hierfür gibt es den Button "Anzeigen aus der Sicht von..."


Ist das alles erledigt, kann man sich bei Facebook immer noch nicht auf die faule Haut legen. Facebook schaltet neue oder erweiterte Features, etwa die mittlerweile wegen Datenschutz­bedenken gestoppte Gesichts­erkennung, fast immer komplett frei. Es ist dann Sache des Nutzers, die eigenen Einstellungen anzupassen.

Beachtet man diese wenigen Kniffe, lassen sich Facebooks Risiken für die eigene Privatsphäre auf ein vertretbares Maß herunter­fahren. Ich habe jedenfalls kein schlechtes Gewissen, wenn ich auch im Netz dorthin gehe, wo ohnehin schon alle sind.

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