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Kurz und knapp das Wichtigste zum Thema Hinzuverdienst als Rentner

  • Der Betrag, den Sie ohne Abzüge hinzuverdienen dürfen, richtet sich nach den gesetzlich geregelten Hinzuverdienstgrenzen.
  • Seit dem 1. Juli 2017 sind 6.300 Euro im Jahr anrechnungsfrei. Der darüber liegende Hinzuverdienst wird zu 40 Prozent auf Ihre Rente angerechnet.
  • Wenn Sie die geltende Regelaltersgrenze erreicht haben, dürfen Sie zu Ihrer gesetzlichen Rente unbegrenzt etwas hinzuverdienen. Ab 450 Euro pro Monat müssen Sie Ihren Verdienst aber unter Umständen versteuern.

Sie beziehen eine gesetzliche Rente? Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob es erlaubt ist, sich etwas hinzuzuverdienen, um Ihre Rente aufzubessern. Und ob ein Nebenjob sich lohnt, wenn dadurch vielleicht die Rente gekürzt wird. Die gute Nachricht: Ja, es ist erlaubt, als Rentner einen Nebenjob zu haben. Haben Sie die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht, müssen Sie Ihre Beschäftigung allerdings dem Rentenversicherungsträger melden. Egal, wie alt Sie sind, müssen Sie Ihre Einnahmen zudem versteuern, wenn es sich nicht um einen Minijob handelt und Sie zusammen mit Ihrer Rente über dem Grundfreibetrag liegen.

Seit dem 1. Juli 2017 ist der Hinzuverdienst zur Rente deutlich flexibler geregelt, als dies bislang der Fall war. Mit Einführung der sogenannten "Flexi-Rente" sind die festen Hinzuverdienstgrenzen entfallen.

Stattdessen können Rentner vor Erreichen der Regelaltersgrenze 6.300 Euro pro Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Von dem darüber liegenden Verdienst werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Das gilt auch für Erwerbs­minderungsrenten. Die bisherigen starren Teilrentenstufen und Verdienstgrenzen sind dadurch entfallen.

Alternativ haben Sie nach der Neuregelung die Möglichkeit, die Höhe Ihrer Teilrente von vorneherein selbst festzulegen. Sie muss mindes­tens zehn Prozent Ihrer Vollrente betragen. Daraus ergibt sich dann gleichzeitig Ihre individuelle Hinzuverdienstgrenze.

Auskunft über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf Teilrente und Hinzuverdienst gibt Ihnen Ihr Rentenversicherungsträger. Für einen ersten Überblick haben wir die Regeln bei den gängigsten Rentenarten für Sie zusammengestellt.

Müssen für den Hinzuverdienst Steuern gezahlt werden?

Müssen für den Hinzuverdienst Steuern gezahlt werden?

Wenn Sie mehr als 450 Euro im Monat hinzu­verdienen, sind Sie sozialversicherungs­pflichtig und müssen Ihre zusätzlichen Einnahmen versteuern – vorausgesetzt, Ihre Rente und Ihr Nebenverdienst liegen insgesamt über dem steuerlichen Grundfreibetrag.

Vollrente

Keine Hinzuverdienstgrenze bei Regelaltersrente

Sie haben die Regelaltersgrenze erreicht und beziehen nun eine Altersrente? Dann dürfen Sie grundsätzlich unbegrenzt zu Ihrer Rente hinzuverdienen. Ihre monatliche Rentenzahlung wird nicht beeinflusst. Sie sind auch nicht verpflichtet, Ihre Beschäftigung Ihrem Rentenversicherungsträger zu melden. Unter Umständen müssen Sie Ihre zusätzlichen Einnahmen aber versteuern.

Rente vor Erreichen der Regelaltersgrenze

Im Fall einer vorgezogenen Altersrente, beispielsweise der Rente mit 63, wird Ihnen die Rente bis zu einem jährlichen Hinzuverdienst von 6.300 Euro als Vollrente ausgezahlt, d.h. Sie erhalten Ihre Rente in voller Höhe ausbezahlt. Diese Grenze gilt in den alten und neuen Bundesländern gleichermaßen. Den Nebenjob und Ihren Verdienst müssen Sie Ihrem Rentenversicherungsträger melden. Erreichen Sie die Regelalternsgrenze, können Sie wiederum unbegrenzt hinzuverdienen.

Was passiert, wenn der Hinzuverdienst größer ist?

Das ist ganz einfach: Liegt Ihr Hinzuverdienst über der gesetzliche geregelten Hinzuverdienst-Grenze von 6.300 Euro im Jahr, wird etwas von Ihrer Rente abgezogen. Und zwar 40 Prozent des Betrages, der über 6.300 Euro hinausgeht. Je nachdem wie viel Sie hinzuverdient haben, erhalten Sie dann weniger Rente oder sogar gar keine.

Ein Beispiel: Sie beziehen eine vorgezogene Altersrente von 900 Euro im Monat. Daneben verdienen Sie in Ihrem Job noch monatlich 1.400 Euro. Das ergibt einen Jahresverdienst von 16.800 Euro. Wird der Freibetrag von 6.300 Euro abgezogen, bleiben noch 10.500 Euro. Auf den Monat umgerechnet, sind das 875 Euro. 40 Prozent davon, also 350 Euro, werden auf Ihre Rente angerechnet. Sie erhalten deshalb nur noch eine monatliche (Teil-)Rente von 550 Euro ausbezahlt.

Kann unbegrenzt zur Rente hinzuverdient werden?

Nein, denn der Gesetzgeber hat mit dem Flexirenten-Gesetz eine persönliche Obergrenze für den Hinzuverdienst eingeführt. Für den sogenannten Hinzuverdienstdeckel wird Ihr höchstes Einkommen aus den letzten 15 Kalenderjahren vor Beginn der Altersrente herangezogen. Auskunft dazu gibt Ihnen Ihre Rentenbescheid. Liegen gekürzte Rente und Hinzuverdienst zusammen darüber, wird der übersteigende Verdienst zu 100 Prozent auf die Teilrente angerechnet. Hätten Sie in dem oben genannten Beispiel einen individuellen Hinzuverdienstdeckel von 1.800 Euro, würde Ihr Hinzuverdienst zusammen mit Ihrer Teilrente (1.400 Euro + 550 Euro = 1.950 Euro) diesen Betrag um 150 Euro überschreiten. Ihre verkürzte Rente würde sich also um 150 Euro auf 400 Euro reduzieren.

Wie wird der Hinzuverdienst überprüft?

Immer zum 1. Juli eines Jahres stellt die Deutsche Rentenversicherung eine Prognose über Ihr voraussichtliches Einkommen auf und vergleicht diese mit dem Freibetrag von 6.300 Euro. Entsprechend wird dann Ihre Rente für die Zeit ab 1. Juli und ab 1. Januar des folgenden Jahres festgesetzt. Zum darauffolgenden 1. Juli wird dann eine sogenannte Spitzabrechnung gemacht, d.h. die Prognose wird mit dem tatsächlichen Verdienst centgenau verglichen. Haben Sie zu viel Rente bekommen, müssen Sie den ermittelten Betrag zurückzahlen. Andersherum bekommen Sie eine Nachzahlung, wenn Ihnen zu wenig Rente gezahlt wurde. Gleichzeitig wird für die kommenden zwölf Monate eine neue Prognose erstellt.

 
Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeitsrente

Sie beziehen eine Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeitsrente

Informieren Sie sich am besten ganz genau bei Ihrem Rentenversicherungsträger. Generell gilt es hier Feinheiten zu beachten, denn es wird unterschieden zwischen:

  • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (auch bei Berufsunfähigkeit),
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung,
  • Rente wegen Berufsunfähigkeit und
  • Rente wegen Erwerbsunfähigkeit.

So gibt es beispielsweise auch eine Hinzuverdienstgrenze bei der Erwerbsminderungsrente. Mit Einführung der Flexi-Rente wird der Hinzuverdienst aber auch hier stufenlos angerechnet. Die Erwerbsminderungsrente erhalten Sie, wenn Sie durch schwere Krankheit oder Behinderung nicht mehr arbeiten können. Bei der vollen Erwerbsminderungsrente können - wie bei der vorgezogenen Altersrente - 6.300 Euro jährlich ohne Auswirkung hinzuverdient werden. Was darüber hinaus geht, wird auch hier zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Wird die volle Erwerbsminderungsrente nur teilweise gewährt, werden die Hinzuverdienstgrenzen individuell bestimmt. Maßgeblich ist Ihr höchstes beitragspflichtiges Jahreseinkommen aus den letzten 15 Jahren. Überschreiten Sie Ihre individuelle Grenze, wird der Verdienst wiederum zu 40 Prozent auf Ihre Rente angerechnet.

Wie viel Sie als Bezieher von Witwenrente hinzuverdienen dürfen

Wie viel Sie als Bezieher von Witwenrente hinzuverdienen dürfen

Wenn Sie als Hinterbliebener oder Hinterbliebene eine Witwer- oder Witwenrente beziehen, dürfen Sie ebenfalls nicht unbegrenzt hinzuverdienen, wenn Sie Ihre Rente in voller Höhe ausbezahlt bekommen möchten.

Der Freibetrag ist immer mit dem aktuellen Rentenwert verknüpft. Seit dem 1. Juli 2017 können Witwen oder Witwer in den alten Bundesländern 819,19 Euro hinzuverdienen, ohne dass das Gehalt auf die Rente angerechnet wird. In den neuen Bundesländern liegt der Freibetrag bei 783,82 Euro. Werden die aktuellen Freibeträge überschritten, wird das Nettoeinkommen zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Die Erziehung eines Kindes mit Anspruch auf Waisenrente erhöht den Freibetrag.

Was ist die Regelaltersgrenze?

Die sogenannte Regelaltersgrenze beschreibt den Zeitpunkt, ab dem Sie Ihre Regelaltersrente erhalten. Die genauen Regelaltersgrenzen der jeweiligen Geburtenjahrgänge sind im Sozialgesetzbuch VI definiert (§ 35 Satz 2 SGB VI). Sie steigen seit dem Jahr 2012 stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre an. Wer nach 1963 geboren wurde, geht also mit 67 Jahren in Rente. Die genaue Staffelung der Regelaltersgrenze sehen Sie in dieser Tabelle.

Für Versicherte, die
1. vor dem 1. Januar 1955 geboren sind und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit im Sinne der §§ 2 und 3 Abs. 1 Nr. 1 des Altersteilzeitgesetzes vereinbart haben oder
2. Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben, wird die Regelaltersgrenze nicht angehoben.

So wissen Sie, wann Sie in Rente gehen

Addieren Sie das Alter und den Monat in den beiden rechten Spalten. Ein Beispiel "65+5". Das bedeutet, dass Sie im fünften Monat nach Ihrem 65. Geburtstag die Regelaltersrente beziehen.

Wann sind Sie geboren?
Anhebungum Monate
auf Alter Jahr
auf Alter Monat
1952 6 65 6
1953 7 65 7
1954 8 65 8
1955 9 65 9
1956 10 65 10
1957 11 65 11
Anhebung auf 66
1958 12 66 0
1959 14 66 2
1960 16 66 4
1961 18 66 6
1962 20 66 8
1963 22 66 10
Anhebung auf 67
Ab 1964 24 67 0

Im Ruhestand ehrenamtlich engagieren

Eine Gruppe von Freunden hat eine Idee: Sie wollen Menschen helfen, sich zu engagieren und ihnen im Ehrenamt eine Perspektive nach dem Berufsleben aufzeigen. Also gründeten sie den Verein „Helden im Ruhestand“. Mit dem Ziel zu informieren und zu vermitteln – und auf lange Sicht etwas zu verändern.

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