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Adrian, Matthias, Moritz und Nils, vier Jungs aus Köln. Eine Marke, eine Idee. Alles begann in Mittelamerika. Umgeben von wunderschönem Holz kam der Gedanke, dieses auch in Deutschland einzusetzen. Zunächst in Form von Sonnenbrillen, später kamen Uhren dazu. Heute verkaufen sie ihre Produkte weltweit.

2010 flog Matthias nach San Diego, wo er ein Auslandssemester verbrachte. Moritz war zur selben Zeit in Mexiko-Stadt – ebenfalls studienbedingt, ebenfalls BWL. Als sie gemeinsam eine Tour durch Mittelamerika machten, fiel ihnen auf, wie vielseitig Holz dort eingesetzt wird. Auch und vor allem für Alltagsgegenstände. Aus der Begeisterung für das Material heraus entstand der Gedanke, Holz-Produkte auch in Deutschland anzubieten.

Kerbholz: Vier Freunde, eine Marke

Das Team wächst

Wieder zurück zu Hause recherchierten Matthias und Moritz intensiv. In den 70er Jahren gab es bereits einen Holz-Sonnenbrillen-Trend. Heute aber sind die Möglichkeiten ganz andere: neue Frästechniken, neue Produktionswege. Sie durchforsteten Branchenzeitschriften, suchten, informierten sich. In der Zwischenzeit erzählten sie zwei Freunden von der Idee: Nils und Adrian, die so zum Kerbholz Team stießen.

Kerbholz: Vier Freunde, eine Marke

Die Herausforderung

Keiner der vier Freunde hatte einen Optiker-Hintergrund, war Designer oder auch nur Brillen-Träger. Also eigneten sie sich alles selbst an. Sie tüftelten und entwarfen die ersten Designs, suchten nach Partnern in Sachen Herstellung und Produktion. Irgendwann hielten sie dann die erste Sonnenbrille in der Hand, von der sie sagen konnten: „Ja, das können wir mal probieren.“ Was wie ein Uni-Planspiel begann, wurde immer ernster. Schließlich ging es um echtes Geld.

Im Juni 2012 verkauften die Vier die ersten Brillen. „Die Initialzündung“, wie Adrian heute sagt: „Brillen aus Holz – das hat am Anfang niemand verstanden – bis sie dann unsere Produkte gesehen haben.“ In diesem Moment entschieden sie, die Sache wirklich durchzuziehen.

Nehmen und geben

Ihre ersten 600 Brillen verkauften sie binnen eines Sommers. Besonders entscheidend war für Kerbholz dabei, die verwendeten Materialien auch wieder an die Natur zurückzugeben. Also spenden sie mit jedem verkauften Produkt an ein Aufforstungsprojekt.

Die Finanzierung sichern

Nach dem ersten sommerlichen Verkauf standen sie vor einer neuen Herausforderung. Weitermachen? Wie der hohen Nachfrage gerecht werden? Anfangs finanzierten sie alles komplett selbst. „Wir haben uns relativ lange dagegen gesträubt, Fremdkapital entgegenzunehmen. Also zu Banken zu gehen, uns irgendwo Geld zu leihen.“ Die eigene Kreditkarte ständig zu überziehen, sich von Freunden und Verwandten Geld zu leihen, das war auf Dauer aber auch keine Lösung. Also die Entscheidung: „Ok, jetzt reicht es nicht mehr. Jetzt müssen wir zur Bank.“ Eine ziemliche Enttäuschung, da sie die Finanzierung nicht bekamen.

Kerbholz: Vier Freunde, eine Marke
Kerbholz: Vier Freunde, eine Marke

Die erfolgreiche Crowdinvesting-Kampagne

Aufgeben? Nein. Also prüften sie ihre Alternativen, entschieden sich für eine Crowdinvesting-Kampagne. Online stellten sie ihre Produkte, ihre Idee und ihren Businessplan vor. Ziel war, 100.000 Euro zu generieren, um weitermachen zu können. Es wurde ein echter Erfolg, der noch heute stolz macht: In nur fünf Tagen hatten sie ihr Ziel erreicht – das hatte es auf dieser Plattform in so kurzer Zeit noch nicht gegeben. Jetzt konnte es weitergehen: „Die gelungene Kampagne war definitiv ein Startschuss für unser Wachstum. Wir haben unsere Lagerbestände aufgefüllt. Wir konnten die bestellte Ware endlich verkaufen bzw. produzieren und verkaufen.“

Natürlich lief nicht immer alles glatt. Extreme Lieferverzögerungen, kein Geld für Lieferanten, der erste Rechtsstreit gehörten ebenso dazu. Die vier Freunde machten trotzdem weiter. Mittlerweile haben sie zwölf Mitarbeiter in Deutschland und verkaufen in Japan, Europa, großen Teilen Nordafrikas und Australiens.

Das Erfolgserlebnis

Das schönste Gefühl dabei: Der eigene Chef zu sein und zu merken, dass man irgendwann wirklich ernst genommen wird. „Wenn man Leute auf der Straße mit unseren Produkten sieht, ist das ein ziemlich schönes und ziemlich witziges Gefühl.“

Warum Kerbholz?

Der Markenname „Kerbholz“ entstand während vieler, nächtelanger Diskussion. Adrian, Matthias, Moritz und Nils war wichtig, keine Anglizismen zu verwenden und einen Namen zu finden, mit dem jeder etwas assoziiert. Im Mittelalter kerbte man ausstehende Schulden in das Holz, um sie nicht zu vergessen. Für die vier Jungs sind es heute Erinnerungen, die sich ins Holz kerben. Im übertragenen Sinne: schöne Momente, die an ihren Produkten haften bleiben. So wird das Produkt zum „Kerbholz“ voller Erinnerungen.

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