Dreizehn Jahre Schreibtischroutine, dann eine Entscheidung, jetzt der eigene Food Truck. Henrik fährt heute überall dorthin, wo seine Sandwiches gefragt sind. Ist immer mal woanders, bei neuen Menschen, mit neuen Rezepten. Sein Stück Freiheit.

Etwas völlig anderes machen

Henrik kochte schon immer gerne, dann vor allem privat – für die Familie und für Freunde. Beruflich ging er zunächst andere Wege und arbeitete jahrelang als Ein- und Verkäufer im Stahlhandel. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem er sich entscheiden musste: In der Branche bleiben oder etwas völlig anderes machen? Am besten in der Gastronomie. Er entschied sich für Letzteres. Ein mutiger Schritt, da er bisher keinerlei Erfahrungen in dem Bereich hatte. So spontan der Einfall für den Food Truck kam, so überlegt ging er letztlich vor.

Begeisterung für seine Idee

In einem Film sah Henrik zum ersten Mal einen amerikanischen Food Truck, der ihm unglaublich gefiel. Zunächst war es nur ein Gedankenspiel – die Begeisterung für die Idee, etwas Ähnliches in Deutschland zu machen. Für Henrik war schon immer klar: Wenn er sich selbstständig macht, dann mit einem Gastro-Business. Vielleicht ein Bistro oder Restaurant. Der Food Truck war kleiner und schien erreichbarer für ihn als Quereinsteiger. Aber auch ein Food Truck erfordert ein gewisses Können, ein Handwerk, das Henrik erlernen wollte.

Erste Schritte in der Gastronomie

Also orientierte er sich zunächst, indem er ein einjähriges Praktikum in einem Restaurant machte. Er lernte Prozesse kennen, den richtigen Umgang mit Lebensmitteln. Vorschriften, Lebensmittelstandards. Vieles, was er für seinen Traum vom Food Truck benötigte. Gleichzeitig erarbeitete er ein Konzept, kümmerte sich um ein passendes Fahrzeug, überlegte sich einen Namen.

Lokale Zutaten für die besondere Note

Henrik war ziemlich schnell sicher, dass er Sandwiches machen wollte: „Sandwiches mag eigentlich jeder. Vor allem, wenn sie aufwendiger und kreativer sind. Man kann sie einfach auf die Hand nehmen und essen.“ Inspirieren ließ er sich dabei von amerikanischen und englischen Food-Blogs. In jedes Sandwich sollte eine eigene Geschmacksnote mit einfließen und hochwertig sollten sie sein. Dafür besorgt er die Produkte bis heute auf dem örtlichen Markt, auf Bauernhöfen, von regionalen Metzgern. Für das Sandwich-Brot konnte er einen Bäcker gewinnen, der seitdem für ihn backt.

FutterFlotte: Street Food ahoi!
FutterFlotte: Street Food ahoi!

Der Truck wird zur mobilen Küche

Gutes Essen reicht natürlich nicht aus. Henrik brauchte einen Truck. In jedem Fall nach US-amerikanischer Bauart. Er sollte etwas ausstrahlen, ein Lebensgefühl vermitteln und auslösen. Also besorgte Henrik einen Step Van, einen typischen Liefertruck aus den Staaten, und ließ ihn von einer Eventfirma umbauen. Eine Küche wurde eingesetzt, eine Gasanlage, eine Verkaufsfläche und Ladenklappe eingebaut.

Ein überzeugendes Design

In Sachen Gestaltung übernahm seine Frau, eine Grafikdesignerin, die Federführung. Sie klügelte das Design bis ins letzte Detail aus. Schließlich sollte sich der Truck deutlich von Henriks Konkurrenten unterscheiden. Am besten durch eine unaufdringliche Optik, dezent und vor allem zeitgemäß. Wie der Truck letztlich heißt? FutterFlotte. Einfach, weil „Futter“ nett klingt und „Flotte“ für mehrere Trucks steht – Henriks Ziel.

FutterFlotte: Street Food ahoi!

Noch bevor er seinen ersten Food Truck hatte, machte er sich auf die Suche nach möglichen Standorten. Er fragte bei Firmen an, bot mit seinen Sandwiches eine Alternative zum bisherigen Mittagessen. Anfangs eine ziemliche Herausforderung und ein hartes Stück Arbeit: „In Amerika kann sich jeder an die Straße stellen, ein Parkticket ziehen und aufklappen. In Deutschland braucht man fast überall eine Genehmigung.“

Voller Einsatz

Henriks erster Einsatz war dann auf einer Geburtstagsfeier. Ganze 70 Personen sollte er bewirten. Eigentlich kein Problem, aber den fertigen Food Truck bekam er erst zwei Stunden, bevor es losging: „Das war natürlich schon sehr aufregend, wenn man die Geräte vorher noch nicht getestet hat.“ Er arbeitete sich kurz ein, befüllte den Wagen und fuhr dann zur Party. Alles ging gut. Seitdem ist er unterwegs.

Immer auf Tour

Heute verkauft Henrik fast täglich, steht an unterschiedlichen Standorten, Leute kommen auf ihn zu. Er ist bekannt in der Street Food Szene. Henrik macht Caterings, versorgt Hochzeiten und Geburtstage. Am Wochenende ist er dann oft auf Street Food Events und Musikfestivals. Henrik mag das Gemeinschaftsgefühl unter den Street Food Verkäufern, die Freiheit, die ganze Kultur. Alle sind locker, nicht verklemmt: „Man muss schon ein wenig verrückt sein, um sowas dann letztlich durchzuziehen. Aber ich war von dem Konzept einfach überzeugt. Deshalb habe ich es auch gemacht.“

FutterFlotte: Street Food ahoi!

Das könnte sie auch interessieren

Auf ein Wort: Gastro-Gewerbe

Wie es mit dem Gastro-Gewerbe läuft? Mehrfachgründer Titus Dittmann erklärt, wie man Trends erkennt und langfristig am Markt bestehen bleibt.

Food Truck: Genehmigungen und Vorschriften

Wir erläutern, welche Genehmigungen und Vorschriften Sie als Food-Truck-Betreiber beachten sollten.

KptnCook: Feierabend nach Rezept

KptnCook: Ein junges Berliner Start-up, das auszog, um unsere Kochkultur vor dem Alltag zu retten.