Kinderfreibetrag oder Kindergeld: Was zahlt sich für Sie aus?

Kindergeld und Kinderfreibetrag sind eng miteinander gekoppelt, um den Grundbedarf der Kinder einer Familie zu decken. Dabei gilt: Entweder Kindergeld oder Kinderfreibetrag, beides zusammen ist nicht möglich.

Der Kinderfreibetrag wird anders als das Kindergeld nicht ausgezahlt, sondern ist ein Freibetrag, der vom zu versteuernden Einkommen abgezogen wird und sich bei der Berechnung der Einkommensteuer steuermindernd auswirkt. Ob die Kindergeldzahlungen oder der Kinderfreibetrag für Steuerpflichtige vorteilhafter ist, prüft das Finanzamt automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung. Nur wenn der Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag die Höhe des Kindergeldes übersteigt, gewährt das Finanzamt diesen.

Die Freibeträge für Kinder berücksichtigen das sächliche Existenzminimum für Kinder (Kinderfreibetrag) mit derzeit 4.788 Euro und den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (Erziehungsfreibetrag) mit 2.640 Euro. Für jedes Kind steht den Eltern also gemeinsam ein jährlicher Steuerfreibetrag von 7.428 Euro zu. Bei getrennter Veranlagung von Ehegatten wird bei jedem Elternteil der Betrag in Höhe von 3.714 Euro berücksichtigt. Ab 2019 soll der jährliche Steuerfreibetrag dann auf 7.620 Euro und ab 2020 auf 7.812 Euro steigen.

Das Kindergeld wird vom Finanzamt in jedem Fall auf den Steuervorteil aus dem Kinderfreibetrag angerechnet – egal, ob sie es erhalten haben oder nicht. Daher raten wir dringend dazu, einen Kindergeldantrag zu stellen – auch wenn Sie von vorneherein wissen, dass der Kinderfreibetrag sich günstiger auswirkt.

Der Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag unterstützt Eltern, die zwar ihren eigenen Lebensunterhalt gut bestreiten können, nicht aber den ihrer Kinder. Der Zuschlag von maximal 170 Euro monatlich pro Kind soll zusammen mit dem Kindergeld den durchschnittlichen Bedarf von Kindern decken. Für den Wohnraum kann zusätzlich Wohngeld beantragt werden.

Der Kinderzuschlag muss schriftlich bei der örtlich zuständigen Familienkasse beantragt werden. Voraussetzungen für den Anspruch auf Kinderzuschlag sind, dass

  • die Eltern für das Kind Kindergeld beziehen,
  • das Einkommen der Eltern die Mindesteinkommensgrenze von 900 Euro brutto für Paare und 600 Euro brutto für Alleinerziehende erreicht,
  • mit dem Einkommen die Höchsteinkommensgrenze nicht überschritten wird und
  • durch das zur Verfügung stehende Einkommen sowie den Kinderzuschlag Hilfebedürftigkeit im Sinne des SGB II vermieden wird.

Außerdem können Geld- und Sachleistungen für Bildung und Teilhabe gewährt werden. Den Empfängerinnen und Empfängern vom Kinderzuschlag stehen neben diesen Leistungen auch sieben Leistungen zur Bildung und Teilhabe zu. Dazu zählen:

  • eintägige Schul- und Kitaausflüge (tatsächliche Kosten),
  • mehrtägige Klassenfahrten und Kitafahrten (tatsächliche Kosten),
  • der persönliche Schulbedarf (insgesamt 100 Euro jährlich),
  • die Beförderung von Schülerinnen und Schülern zur Schule (tatsächliche Kosten),
  • Lernförderungen (tatsächliche Kosten),
  • die Teilnahme an einer gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Schule oder Kindertageseinrichtungen (Zuschuss),
  • die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft (wie im Sportverein oder in der Musikschule in Höhe von 10 Euro monatlich).

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Mit dem Entlastungsbetrag schafft der Staat eine zusätzliche steuerliche Erleichterung für Alleinerziehende. Im Kalenderjahr liegt der Entlastungsbetrag bei 1.908 Euro für das erste Kind und steigt um 240 Euro für jedes weitere Kind. Er verringert das zu versteuernde Einkommen des Berechtigten.

Staffelung des Entlastungsbetrags pro Jahr:

  • Alleinerziehende mit einem Kind: 1.908 Euro
  • Alleinerziehende mit zwei Kindern: 2.148 Euro
  • Alleinerziehende mit drei Kindern: 2.388 Euro
  • Alleinerziehende mit vier Kindern: 2.628 Euro

Es müssen vier Bedingungen erfüllt sein, damit Alleinerziehende den Entlastungsbetrag erhalten.

  • Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag: Nur der Elternteil, der das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhält, kann den Entlastungsbetrag erhalten.
  • Kind im eigenen Haushalt: Das Kind muss ausschließlich in der Wohnung des Elternteils gemeldet sein, der das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhält.
  • Wirklich alleinstehend: Der Alleinerziehende darf nicht mit anderen Erwachsenen in einer Lebens- oder Hausgemeinschaft wohnen. Ausnahme ist das eigene volljährige Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht.
  • Steueridentifikationsnummer: In der Anlage "Kind" der Steuererklärung muss die Steueridentifikationsnummer des Kindes angegeben werden.

Für jeden vollen Kalendermonat, in dem nicht alle vier Bedingungen erfüllt sind, verringert sich der Entlastungsbetrag um ein Zwölftel. Es sei denn der Alleinerziehende heiratet, dann entfällt der Entlastungsbetrag für das gesamte Kalenderjahr.

Als Alleinerziehender können Sie auch Steuerklasse 2 beantragen. Dann wird der Entlastungsbetrag für das erste Kind bei Ihrem monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt und Sie müssen nicht auf die Steuerrückerstattung warten. Der Entlastungsbetrag muss dann nur noch für weitere Kinder beantragt werden.

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