Bei ihrer Teilnahme am Boston-Marathon im Jahr 2007 hat Sunita Williams einige Stationen hinter sich gebracht: Europa, Asien oder Afrika. In den letzten Zügen ihres Laufs hat sie die Erde bereits drei Mal umrundet. Auf der Erde eine Sensation – auf der Internation Raumstation ISS, eine Kleinigkeit.

Boston wir haben kein Problem

Sunita Williams hat ein Faible für längere Strecken. Im Jahr 2006 nimmt sie am Houston Marathon teil und qualifiziert sich mit ihrer Zeit von drei Stunden, 29 Minuten und 57 Sekunden für den Bostoner Lauf im Jahr 2007. Doch ausgerechnet dann kommt ihr etwas wahrlich Großes dazwischen: der Weltraum. Denn Sunita Williams ist nicht nur Sportlerin, sondern auch Astronautin. Im Dezember 2006 schickt sie die NASA als Bordingenieurin zur Internationalen Raumstation ISS. Auf den Lauf in Boston will die damals 41-Jährige trotzdem nicht verzichten. Das muss sie auch nicht. Sowohl ihr Arbeitgeber als auch die Veranstalter des Rennens geben Sunita Williams grünes Licht, im All am ältesten Stadtmarathon der Welt teilzunehmen.

Nummer 14.000 rennt

Von den Organisatoren erhält die Astronautin die offizielle Startnummer 14.000 zugewiesen. Diese kommt auf elektronischem Wege an die NASA und gelangt von dort per Funk an die Internationale Raumstation. Fast zeitgleich mit den Läufern auf der Erde startete Sunita Williams ihren Marathon auf einem Laufband. Wegen der Schwerelosigkeit schnallte sie sich mit zwei Bungee-Seilen fest und legte los. Zwei Computer zeigten ihr ihre Laufdaten an. Für zusätzlichen Antrieb sorgten DVDs vom Boston Marathon, die sie auf einem Laptop neben ihrem Laufband mitverfolgte. Und natürlich hatte sie auch tatkräftige Unterstützung auf ihrem Heimatplaneten.

Sunita Williams – durch Raum auf Zeit

Die Schwester auf Mutter Erde

Parallel zu Sunita Williams, rund 350 Kilometer unter der Astronautin, nahmen Williams Schwester und die beste Freundin am Boston Marathon teil. Zu mehreren läuft es sich schließlich viel leichter. Die Bodenkontrolle der NASA informierte Sunita Williams über die Zwischenzeiten ihrer beiden Mitstreiterinnen. Auf diese Weise spornte sie die Amerikanerin noch weiter an. Und wer glaubt, dass es die zwei Frauen auf der Erde einfacher hatten, darf nicht vergessen, dass zu der Zeit ein Sturm durch Boston fegte. Während Sunita Williams also ihre Kilometer bei angenehmen 25 Grad absolvierte, kämpften Schwester und Freundin gegen heftigen Wind und Regen.

Aus gutem Grund

Nach vier Stunden 23 Minuten und 46 Sekunden war es soweit: Sunita Williams brachte den letzten der 42,195 Kilometer hinter sich. Es klingt verrückt, sich im Weltraum aufs Laufband zu stellen und einen Marathon in der Schwerelosigkeit zu rennen. Doch die Astronautin tat dies nicht nur aus einer Laune heraus: Sie wollte Kinder ermutigen, Fitness zum Teil ihres täglichen Lebens zu machen, wie sie zuvor in einem Interview bekräftigte.

Lauftraining im Weltall

Für ihre Teilnahme am Marathon bereitete sich Sunita Williams intensiv im Weltraum vor. Viermal die Woche stellte sie sich über Monate hinweg aufs Laufband. Im All ist ein ausgiebiges Training fundamental für die Gesundheit der Astronauten. Denn die Mikrogravitation hat Einfluss auf Muskeln und Knochendichte, sodass sich keiner der Raumfahrer Unsportlichkeit erlauben darf.

Rekorde in anderen Sphären

Rekorde interessieren die sportliche Raumfahrerin eher weniger. Kein Wunder – davon hat sie schon einige eingefahren. Auch wenn diese nicht viel mit dem Laufsport zu tun haben. So verbrachte sie mit 194 Tagen und 18 Stunden mehr Zeit im All, als jede andere Frau zuvor. Sie hält auch einen Rekord mit sieben Außeneinsätzen. Darüber hinaus ist sie mit über 50 Stunden die Astronautin, die bislang die längste Zeit außerhalb eines Raumfahrzeugs blieb.

Sunita Williams – durch Raum auf Zeit

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