Im Rahmen unserer Werbekampagne mit Titus Dittmann und seiner Stiftung skate aid hat uns das Thema Skaten nicht mehr losgelassen. Wir haben Ihre Fragen erhalten und wollten mehr wissen. Und das Thema für Sie natürlich auch unter dem Aspekt Versicherung beleuchten.

Dazu haben wir mit unserem Kollegen Wolfgang Baum, aus der Hauptabteilung Produktmanagement National, als Experte für Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherung gesprochen. Welche Hilfestellung kann eine Versicherung beim Skaten bieten? Und vor allem: Welche Leistungen werden übernommen?

Kann ich mein Skateboard versichern?
Herr Baum, kann ich mein Skateboard überhaupt versichern?

"Das Skateboard ist z. B. in der Wohnung bei einem Einbruchdiebstahl über die Hausratversicherung versichert. Außerhalb der Wohnung besteht allerdings kein Versicherungsschutz.

Viel wichtiger ist allerdings der Versicherungsschutz für einen anderen Fall: Wenn Sie beim Skaten versehentlich einen Passanten anfahren und verletzen, können Sie mit sehr hohen Schadensersatzzahlungen konfrontiert werden. Die Schadenersatzansprüche sind dann über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Das gilt allerdings nur bei Nutzung eines normalen Skateboards."

Kann ich mein Skateboard gegen Schäden und Boardbruch versichern?

"Eine Versicherung, die für den Schaden bei Boardbruch aufkommt, bieten wir leider noch nicht an."

Was ist denn mit motorisierten Skateboards? Kann man die über die KFZ-Versicherung versichern lassen?

"Das ist rechtlich und aus Sicht der Versicherungen sehr kniffelig. Skateboards mit elektronischen Motoren sind per Definition 'Kraftfahrzeuge', in der Privathaftpflichtversicherung sind Kraftfahrzeuge (bis auf wenige Ausnahmen) grundsätzlich nicht mitversichert. Der Fahrer eines E-Skateboards haftet deshalb für die Schadenersatzansprüche der verletzten Person mit seinem gesamten (auch zukünftigen) Vermögen.

Da die E-Boards in Deutschland keine Betriebserlaubnis besitzen, sind sie für den öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. Als 'Kraftfahrzeuge' sind sie deshalb auch nicht versicherbar.

Nutzen Sie solche Boards dennoch auf öffentlichen Straßen und Plätzen, kann es durch die Polizei beschlagnahmt werden und sie erhalten obendrein noch eine Strafanzeige bzw. ein Bußgeld."

Wie bin ich versichert, wenn ich mich in einem privaten Skatepark bei einem Sturz verletze?

"Aus Sicht der Versicherungen ist es eigentlich unerheblich, ob es ein privat betriebener Skatepark ist oder einfach auf der Straße passiert: Wenn Sie sich verletzen, sind anfallende Heilbehandlungskosten erstmal über die gesetzliche oder private Krankenversicherung abgedeckt.

Nach einem schweren Sturz können allerdings gesundheitliche Beeinträchtigungen zurückbleiben, im schlimmsten Fall kann die Ausbildung, Studium oder der Beruf nicht mehr ausgeübt werden bzw. es sind behindertengerechte Umbauten in der Wohnung notwendig. Gerade Jugendliche haben noch keine Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Für die Absicherung dieses finanziellen Risikos empfehlen wir eine private Unfallversicherung mit einer entsprechend hohen Versicherungssumme. Die übernimmt zusätzlich zur gesetzlichen Unfallversicherung Kosten, wenn z.B. der Unfall auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit passiert."

Wann muss der Betreiber eines Skateparks haften?

"Eine 'Haftung' setzt immer ein 'Verschulden' voraus. Ein solches Verschulden müsste dem Betreiber nachgewiesen werden, z. B. dass Teile der Skateranlage baufällig sind und nicht richtig gewartet wurden. Wenn es dann zu einem Unfall kommt, würde die Betriebshaftpflichtversicherung des Betreibers die Kosten für die Heilbehandlung des verletzten Skaters übernehmen und ggf. für eine lebenslange Rentenleistung aufkommen."

Gibt es eine Helm- und Schonerpflicht, damit meine private Unfallversicherung im Schadenfall zahlt?

"Bei der privaten Unfallversicherung der ARAG gibt es keine Helm- und Schonerpflicht. Aber ich kann nur jedem Skater empfehlen einen Helm, sowie Knie- und Handgelenkschoner zu tragen. Das sieht vielleicht nicht so cool aus, aber das Risiko für schwere Verletzungen wird so minimiert."

Wie bin ich im Ausland versichert, wenn mir etwas beim Skaten passiert?

"Die gute Nachricht: auch im Ausland gilt die Privathaftpflicht- und private Unfallversicherung.

Wenn Sie eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, werden die Heilbehandlungskosten, die etwa im Krankenhaus anfallen, übernommen."

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