Erste Hilfe leisten

Aktiv werden
Das gehört dazu
Gut zu wissen
Vater verbindet Kind mit Fußball das Knie
Erste Hilfe zu leisten ist überlebenswichtig
Die Straße nass, einmal nicht aufmerksam gewesen – und schon ist es passiert: Ein Unfall. Nichts ist jetzt schlimmer, als nichts zu tun. Haben Sie keine Angst davor, Erste Hilfe zu leisten. Wir sagen Ihnen, was Sie tun können.
Erste Hilfe leisten am Unfallort
Liegt der Erste-Hilfe-Kurs schon etwas zurück und Sie haben am Unfallort keinen Plan? Soforthilfe ist nicht schwer – und rettet oft Leben.
Infos einblenden
Infos ausblenden
Regeln für Ersthelfer am Unfallort
Keine Angst vor Fehlern. Unsere Regeln sagen Ihnen, was Sie tun können. Sie sind allerdings kein Ersatz für den Erste-Hilfe-Kurs.
Eigensicherung. Besonders wichtig in der dunklen Jahreszeit mit schlechten Sicht- und Straßenverhältnissen. Das eigene Auto mit ausreichend Abstand vor der Unfallstelle abstellen, Warnblinkanlage einschalten und das Warndreieck aufstellen – auf Autobahnen mindestens 100 Meter entfernt.
Überblick verschaffen. Wie viele Menschen sind verletzt? Sind weitere Helfer in der Nähe? Droht ein Auto zum Beispiel an einer Böschung abzustürzen? Rettungsdienst alarmieren.
Wärme spenden. Unfallopfer kühlen schnell aus. Körpertemperatur und Überlebenschance hängen eng zusammen. Verletzte nicht ausziehen, sondern mit zusätzlicher Jacke oder einer Wolldecke warm halten.
Psychische Betreuung. Händchenhalten und beruhigendes Reden sind wichtig. Unfallopfer müssen das Gefühl haben, nicht allein zu sein. Sonst können sich zum Beispiel eventuelle Schockzustände verschlimmern.
Stabile Seitenlage. Ist jemand bewusstlos, aber Atmung und Kreislauf sind eindeutig vorhanden (das heißt: jemand redet zwar nicht, stöhnt aber vielleicht und atmet vernünftig), dann sollte man diesen Menschen in die stabile Seitenlage bringen.
Wiederbelebung. Sind Atmung und Kreislauf nicht vorhanden, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden. Das ist praktisch nur im Erste-Hilfe-Kurs zu erlernen.
Rettung aus dem Auto. Das Auto brennt nicht? Es läuft kein Benzin aus? Das Auto steht sicher (hängt also nicht über die Leitplanke) und die Insassen sind eingeklemmt, aber bei Bewusstsein? Alles so belassen, Wärme spenden, Wunden versorgen.
Läuft Benzin aus, brennt das Auto oder muss ein Insasse wiederbelebt werden, sollten Sie die Menschen aus dem Fahrzeug transportieren. Vorsicht vor nicht ausgelösten Airbags: Hängt der Airbag auf einer Seite aus dem Lenkrad oder Armaturenbrett und auf der anderen Seite nicht, kann dieser bei leichten Berührungen nachträglich auslösen.
Ganz wichtig: Keine Angst vor Explosionen. Autos explodieren im Allgemeinen nicht, die Tanks sind heute gut gedämmt und haben Überdruckventile.
Wunden versorgen. Kopfplatzwunden und Schnittwunden sind die häufigsten Verletzungen bei Autounfällen. Verbandskasten öffnen, Aidshandschuhe anziehen, Verbandspäckchen aufreißen, komplett auf die Wunde drücken und warten, bis die Profis vor Ort sind.
Schock. Wenn ein Unfallopfer wegdämmert: Füße hoch. Egal, ob der Kreislauf nur wegen des Schrecks oder wegen Blutverlust absackt. So wird eine ausreichende Versorgung der lebenswichtigen Organe – Herz, Hirn – mit Blut sichergestellt. Typische Kennzeichen sind: Angst, Haut blass, kalt und schweißnass, Zittern, später Teilnahmslosigkeit.
Das gehört dazu
Weitere Tipps, Informationen und Wissenswertes rund um das Thema „Erste Hilfe leisten“ finden Sie unter Das gehört dazu
Der Moment, in dem es auf Sie ankommt
Am besten wäre es, wir müssen unsere Erste Hilfe-Kenntnisse nie anwenden. Weil Sie aber nie wissen können, ob Sie nicht doch einmal in eine Situation geraten, in der jemand Ihre Hilfe braucht, sollten Sie gewappnet sein.
Das richtige Verhalten beim Herzinfarkt
Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in Industrienationen. Das richtige Verhalten bei einem Herzinfarkt kann Leben retten.
Infos einblenden
Infos ausblenden
Die Herzmassage rettet Leben
Rund 280.000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt. Richtiges und schnelles Handeln kann in diesem Fall Leben retten.

Eine gute Nachricht für Ersthelfer: Halten Sie sich an folgende Regeln, können sie so gut wie nichts falsch machen. Nur Nichtstun wäre die falsche Entscheidung.

Symptome eines Herzinfarkts

Stechende, brennende Schmerzen hinter dem Brustbein
Gefühl der Enge oder starker Druck auf der Brust
Schmerzen in den Armen und zwischen den Schulternblättern
Atemnot
Übelkeit/Erbrechen
Blasses Gesicht, kalter Schweiß auf der Stirn
Todesangst
Die Symptome dauern 15 Minuten an
 

Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt oft nicht so eindeutig wie bei Männern. Symptome sind aber auch hier
Übelkeit
Luftnot
Schmerzen im Oberbauch
Erbrechen
Es gibt auch so genannte „stumme Herzinfarkte“ bei denen kaum oder gar keine Symptome auftreten. Deshalb: Beim geringsten Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den Notarzt (112) rufen!


Das müssen Sie tun
Sofort Notarzt anrufen (112). Die erste Stunde nach einem Herzinfarkt ist die so genannte „goldene Stunde“, in der Gefäßverschlüsse rückgängig gemacht oder die Sauerstoffversorgung des Gehirns gesichert werden kann.
Den Notfallpatienten auf keinen Fall mehr bewegen, auch nicht auf die Toilette gehen lassen. Jede Anstrengung, und wenn sie noch so minimal ist, muss vermieden werden.
Den Patienten mit erhöhtem Oberkörper lagern.
Bei Atemnot Hemd/Krawatte öffnen, Fenster öffnen.
Bei Panik beruhigend auf den Patienten einwirken, Hand halten.
Den Patienten auf keinen Fall allein lassen.
Den Puls kontrollieren (am besten an der Halsschlagader).

Ist der Patient schon ohnmächtig und hat das Herz ausgesetzt, braucht er eine Herzdruckmassage.
Legen Sie den Notfallpatienten auf eine härtere Unterlage. Das Bett eignet sich nicht für die Herzdruckmassage.
Legen Sie Ihre Handballen auf den Druckpunkt (Zwei Finger über dem Ende des Brustbeins) und die andere Hand darüber.
Strecken Sie die Arme durch und drücken Sie den Brustkorb vier bis sechs Zentimeter ein.
Entlasten Sie den Brustkorb, lassen Sie die Hände aber aufliegen, wiederholen Sie den Vorgang 80 bis 100 Mal in der Minute.
Eine Herzmassage ist Schwerstarbeit. Scheuen Sie sich nicht davor, Kraft anzuwenden.
Erste Hilfe: Hier gibts die Kurse
Passieren kann es immer und überall: Sie sind Zeuge eines Unfalls und müssen Erste Hilfe leisten. Am besten besuchen Sie einen Kurs.
Infos einblenden
Infos ausblenden
Ein Geschenk fürs Leben: Organspende
Jährlich können 4.000 Menschenleben durch ein Spenderorgan gerettet werden. Doch viele haben Angst davor, ein Organ zu spenden.
Infos einblenden
Infos ausblenden
Organe können Leben retten
Insgesamt werden mehr Organe benötigt als gespendet. Auf eine gespendete Niere kommen rund drei Patienten, die nur mit einer neuen Niere überleben können. In Deutschland warten etwa 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Drei davon sterben täglich, weil für sie kein passendes Organ gespendet wurde. Die Wartezeit in Deutschland auf eine Niere beträgt zum Beispiel fünf bis sechs Jahre.

Wann wird ein Organ entnommen?

In Deutschland werden Organe nur entnommen, wenn ein Patient einen Organspendeausweis hat und bei ihm der Hirntod festgestellt wurde. Der Hirntod ist der komplette und nicht mehr rückgängig zu machende Ausfall aller Funktionen des Gehirns. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten mehr. Er ist das sichere innere Todeszeichen des Menschen.

Der Hirntod des Organspenders muss gemäß dem Transplantationsgesetz von zwei erfahrenen Ärzten unabhängig voneinander festgestellt werden. Die Ärzte müssen ein vorgeschriebenes Untersuchungsschema durchführen und die Ergebnisse schriftlich festhalten. Sie dürfen weder an der Entnahme noch an der Übertragung der Spenderorgane beteiligt sein, noch der Weisung eines beteiligten Arztes unterstehen. Die Bundesärztekammer hat genaue Richtlinien zur Durchführung der Hirntoddiagnose aufgestellt.

Wenn bei einem Verstorbenen der Hirntod zweifelsfrei von zwei unabhängigen Ärzten festgestellt wurde und eine Zustimmung zur Organspende vorliegt, werden die erforderlichen Laboruntersuchungen und medizinischen Tests durchgeführt. Die Organentnahme wird vorbereitet und die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) informiert, die für die Vermittlung der entnommenen Organe zuständig ist. Die Bundesärztekammer hat die Richtlinien für die Zuteilung von Organen in Deutschland streng geregelt. Ist ein geeigneter Empfänger ermittelt, werden die entnommenen und konservierten Organe in die betreffenden Transplantationszentren transportiert.

Wie erfolgreich lassen sich Organe übertragen?

Durch vielfältige medizinische Entwicklungen sind die Erfolgsraten ständig gestiegen. Bei Nieren sind bis zu 85 Prozent der transplantierten Organe eines toten Spenders nach einem Jahr noch funktionstüchtig. Bei der Lebendspende sind es sogar 93 Prozent. Nach fünf Jahren arbeiten noch bis zu 70 bzw. 84 Prozent der Spendernieren. Bei Herz-, Leber-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsentransplantationen liegen die Erfolgsraten etwas darunter.

 
 
So bewahren Sie im Notfall einen kühlen Kopf
Rechtliche Hintergründe zur Ersten Hilfe
Die Furcht vor straf- oder zivilrechtlichen Folgen ist ein wichtiger Grund, dass Laien in Notsituationen keine Erste Hilfe leisten. Jeder Bürger, der in Notfällen nicht im Rahmen seiner Möglichkeiten hilft, setzt sich jedoch direkt der Gefahr der Strafverfolgung wegen unterlassener Hilfeleistung aus. Welche Hilfe zumutbar ist, richtet sich immer nach den individuellen Gegebenheiten des Helfers, insbesondere nach seiner Erfahrung und seinem Ausbildungsstand. Ist das Opfer nicht einwilligungsfähig, so gilt grundsätzlich das Prinzip der mutmaßlichen Einwilligung beziehungsweise der Geschäftsführung ohne Auftrag. Eine straf- oder zivilrechtliche Haftung setzt in der Regel Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit voraus. Der Ersthelfer kann eigene Schäden gegenüber dem Opfer und der Unfallversicherung geltend machen.

Interview mit dem Hirnforscher Dr. René Hurlemann von der Uniklinik Bonn

Aktivleben: Warum fällt es den meisten so schwer, Erste Hilfe zu leisten?
Dr. René Hurlemann: Emotionen haben einen starken Einfluss auf unser Gehirn. Eine schwere Unfall-Situation versetzt die meisten Menschen in Angst. Dies führt im Körper als auch in der Psyche zu verschiedenen Phänomenen – Stresshormone werden ausgeschüttet. Der Körper will dann nur noch eins: Fliehen. Das geht aber nicht. Ein Blackout oder die so genannte „Panik-Starre“ ist die Folge.

Aktivleben: Was können wir dagegen tun?
Dr. René Hurlemann: Vollkommen ausschalten lassen sich diese Abläufe nicht. Durch kontinuierliches Training ist es aber möglich, die wichtigsten Maßnahmen zu automatisieren und auf Dauer einen kühlen Kopf zu bewahren. Training bedeutet in diesem Fall möglichst häufige Konfrontation mit einer möglichen Notfallsituation. In der Konsequenz wird diese Notfall-Situation, wenn sie denn in der Realität auftritt für uns viel weniger „lähmend“ sein.